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Maler mit Faible für Literatur

Sohland. In der früheren Lessingschule ist zurzeit eine Ausstellung mit Gemälden des gebürtigen Sohlanders Hermann Grunert-Freund zu sehen.

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Von Carmen Schumann

Holzgestalter Jürgen Spottke ist froh, dass es ihm gelungen ist, Arbeiten von Hermann Grunert-Freund ins Sohlander Forstmuseum, die ehemalige Lessingschule, zu holen. Denn der gebürtige Sohlander, der seit vielen Jahren in Dresden lebt, hat noch nie in seinem Heimatort ausgestellt. Mit seinen Arbeiten ist Grunert-Freund ein typischer Vertreter der „Dresdener Malschule“.

1941 in der Oberlandgemeinde geboren, erwarb er sein künstlerisches Handwerkszeug im Mal- und Zeichenzirkel von Erhard Gassan. Nach seiner Ausbildung als Kunsterzieher in Dresden blieb Hermann Grunert-Freund in der Residenzstadt hängen. Er war in verschiedenen Berufen tätig. Bis er Rentner wurde, arbeitete er im Karl-May-Museum Radebeul.

Nach der Wende experimentierte Hermann Grunert-Freund mit der abstrakten Malerei. Inzwischen ist er aber wieder zu realistischen Motiven zurückgekehrt. Ihn faszinieren besonders verfallene Hinterhöfe, Industriebrachen oder stille Waldstücke. Diese Arbeiten leben vom Spannungsfeld zwischen Licht und Schatten.

Aber auch für Porträts hat der Maler ein Faible. Mit den von ihm dargestellten Personen befasst sich Hermann Grunert-Freund sehr intensiv. So sehr, dass zu vielen seiner Porträts auch Geschichten entstehen. Denn der Künstler ist auch schriftstellerisch tätig. Zu dem sehr anrührenden Porträt „Bildnis M. (die Ostpreußin)“ existiert sogar ein ganzer Roman.

Die Besucher der Ausstellungseröffnung konnten den literarischen Hermann Grunert-Freund bereits kennenlernen. Wer die Veranstaltung verpasst hat, sollte sich die Finissage Anfang Januar vormerken. Dann wird der Künstler weitere Kostproben seines literarischen Schaffens vorstellen.

Der Künstler experimentiert auch mit den Malgründen. So scheut er nicht davor zurück, auf Pappe, die schon eine bewegte Vergangenheit hinter sich hat, oder auf grobem Sackleinen zu arbeiten. Das verleiht den Bildern gleichsam eine neue Dimension.

Die Ausstellung ist bis 12. Januar mittwochs von 10 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr sowie sonntags von14 bis 17 Uhr geöffnet.