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Malter-Schwimmer hat Wette gewonnen

Im Sommer hat Lars Werthmann in einer Bierlaune gewettet, dass er bis 20. Januar täglich durch die Malter schwimmt. Nun weiß er nicht, soll er weitermachen.

Seit August schwamm Lars Werthmann täglich durch die Malter. Er hat durchgehalten - zum Nutzen sächsischer Kinder.
Seit August schwamm Lars Werthmann täglich durch die Malter. Er hat durchgehalten - zum Nutzen sächsischer Kinder. © Egbert Kamprath

Lars Werthmann hat seine Wette gewonnen. Es war noch dunkel am Montag, 20. Januar, in der Früh um halb sieben Uhr. Da ist er noch einmal vom Strandbad Seifersdorf hinüber zur Boje vor dem Paulsdorfer Bad und zurück geschwommen - im vier Grad kalten Wasser der Talsperre Malter. Hin und zurück sind es gut 500 Meter. Und damit hat Werthmann seine Wette gewonnen, die er unter völlig anderen Umständen mit Michael Voigt abgeschlossen hat.

Im Sommer bei einer Grillparty mit Bier hat er Voigt, dem DRK-Geschäftsführer in Dippoldiswalde erzählt, dass er jetzt jeden Tag durch die Malter schwimmt. Der konterte trocken: „Das machst du aber höchstens bis September.“ Damit hatte er Werthmanns Ehrgeiz gekitzelt. Ein Wort gab das andere und am Ende stand die Wette, dass Werthmann bis zum 20. Januar täglich durch die Malter schwimmt und Voigt dafür jedesmal einen Euro in den Kinderhilfefonds des DRK gibt. Drei Ausnahmen waren erlaubt: erstens eine angemeldete Dienstreise, zweitens Eis auf der Malter. Beides spielte keine Rolle. Nur der dritte Ausnahmefall trat kurz vor Weihnachten einmal ein: Wertmann war erkrankt. „Eine außergewöhnlich heftige Erkältung“, sagt der Malterschwimmer. Doch er erholte sich und machte weiter.

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Höhepunkt zum Schluss

Am Sonntag, dem vorletzten Tag, an dem die Wette lief, gab es einen Höhepunkt. Dafür hatte er auch seine frühmorgendliche Schwimmzeit auf den späten Vormittag verlegt. Erstens hatten sich mehrere Mitschwimmer angekündigt, sieben waren es am Ende. „Darunter auch ein Triathlonsportler, den ich bis dahin gar nicht kannte“, erzählt Werthmann. „Er sagte, dass die Strecke gar nicht so ohne sei. Die würde leicht unterschätzt.“

Die Wasserwacht hat die Aktion abgesichert und Zuschauer haben sich das auch nicht entgehen lassen. „Rund 50 Leute waren da, auch Oberbürgermeisterin Kerstin Körner“, sagt Werthmann. Sein Wettpartner Michael Voigt gratulierte ihm schließlich zum Gewinn. 

Dabei  musste sich Werthmann umstellen. Die Tour hat länger gedauert, als er es gewohnt ist. Denn seine Mitschwimmer stehen natürlich nicht so gut im Training wie er. Außerdem hatten sie mit der Kälte mehr zu kämpfen. „Ich habe mich doch langsam daran gewöhnt, erst im Sommer mit der Badehose angefangen. Im Herbst bin ich dann auf einen kurzen Neopren-Anzug umgestiegen und jetzt im Winter auf den Ganzkörperanzug.“

Über 1.000 Euro für Kinder gesammelt

Dabei hat der Malterschwimmer mit dem bisherigen Winterwetter ja noch Glück gehabt. Probleme mit Schneetreiben und Minustemperaturen hatte er kaum. Nur einmal hatte sich dünnes Eis auf der Talsperre gebildet. „Das war schon reizvoll, als ich da durchgeschwommen bin“, erinnert sich Werthmann. Nun überlegt er sich, ob er eventuell noch eine Runde dranhängt. „Jemand hat ausgerechnet, dass ich 159 Mal unterwegs war. Soll ich die 160 noch voll machen?“ war er sich am Montag noch unschlüssig. Wenige Minuten später erzählt er aber, wie froh er ist, dass es vorbei ist. Auch mit Training ist es kein Vergnügen, in der winterkalten Talsperre zu schwimmen. „Eigentlich bin ich ja ein völlig unsportlicher Mensch. Und der Arzt, der mich wegen meiner Erkältung behandelte, hat auch gesagt, dass meine Aktion nicht unbedingt gesund sei“, berichtet Werthmann.

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Neben Werthmann gibt es noch andere Gewinner der Bierwette. Er hat damit über 1.000 Euro für den Kinderhilfsfonds des Deutschen Roten Kreuzes eingenommen. Sein Wettpartner, Michael Voigt, hat pro Tour einen Euro bezahlt. Rüdiger Unger, DRK-Vorstandsvorsitzender in Sachsen und Werthmanns Chef, hat sich ebenfalls als regelmäßiger Zahler beteiligt. Verschiedene Einzelspenden sind gekommen und allein am Sonntag wurden 350 Euro gesammelt. „Wir haben noch gar nicht genau zusammengerechnet. Aber auf jeden Fall sind es über 1.000 Euro“, sagt der Malter-Schwimmer. Darüber können sich sächsische Kinder freuen. 

Michael Voigt gratuliert dem Malterschwimmer Lars Werthmann zu seinem Durchhaltevermögen und der gewonnenen Wette. 
Michael Voigt gratuliert dem Malterschwimmer Lars Werthmann zu seinem Durchhaltevermögen und der gewonnenen Wette.  © Egbert Kamprath

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