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Malteser bieten wieder Erste-Hilfe-Kurse an

Mit geändertem Konzept geht es nach den Corona- Einschränkungen weiter.

Erste-Hilfe-Ausbilderin Irina Mücke im Unterrichtsraum mit einem Modell der oberen Atemwege des menschlichen Körpers.
Erste-Hilfe-Ausbilderin Irina Mücke im Unterrichtsraum mit einem Modell der oberen Atemwege des menschlichen Körpers. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Jeden Tag können zu Hause oder auf der Straße Unfälle passieren, deren Ursache meist ganz banal ein Sturz oder das Fehlverhalten eines Verkehrsteilnehmers ist. Die Erste-Hilfe-Leistung ist auch in der Corona-Pandemie Pflicht, und die Gefahr, sich mit dem Covid-19-Virus anzustecken, kann minimiert werden, sagte die Erste-Hilfe Ausbilderin Irina Mücke von der Malteser Hilfsdienst gGmbH Hoyerswerda.

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Zuerst ist die Unfallstelle abzusichern, und dann schützt sich der Helfer, wenn vorhanden mit einer Mund-Nase-Bedeckung. Er bringt den Verletzten in Sicherheit und spricht ihn an. Dann folgt der Anruf des Rettungsdienstes unter der Nummer 112. Ist der Verunfallte bei Bewusstsein, wird, wenn möglich mit Einmalhandschuhen, eine stark blutende Wunde mit einem Druckverband versorgt und der betroffene Körperteil hoch gelagert, erklärt Irina Mücke. Passanten müssen, wenn nötig, gezielt gebeten werden, einen Erste-Hilf- Koffer aus einem Auto oder einem nahen Geschäft zu holen. Ist jemand bewusstlos und atmet nicht, muss, bis der Notarzt kommt, die Herzdruckmassage (durchaus hilfreich ist der Rhythmus des Bee-Gees-Titels „Stayin‘ Alive“) angewandt werden. Dabei wird der Mund des Verletzten mit einem Tuch abgedeckt, um eine Tröpfcheninfektion zu vermeiden. Eine Mund-zu-Mund-Beatmung muss der Helfer für sich abwägen, denn seine Gesundheit braucht er nicht zu gefährden, sagt Irina Mücke. Atmet der Verletzte wieder, wird er mit etwas überstrecktem Kopf in die stabile Seitenlage gelegt. So versperrt seine Zunge nicht die Atemwege, und er atmet weiter.

Dieses und weiterführendes Wissen für jedermann und Ersthelfer in Betrieben vermittelt seit dem 10. Juni wieder der Malteser Hilfsdienst in der Schumann-Straße 11, sagt dessen Dienststellenleiter Jens-Ingo Noack. Nach dem Hygienekonzept sind nur 9 statt 15 Teilnehmer im Schulungsraum. Alle tragen Mund-Nase-Bedeckungen, desinfizieren die Hände und halten Abstand. Praktische Übungen werden nicht miteinander, sondern ausschließlich an der Puppe ausgeführt. Die Beatmung wird nur angedeutet, und die Desinfektion der Puppe erfolgt nach jeder Benutzung. Verpflegung und Schreibzeug hat jeder Lehrgangsbesucher mitzubringen. Pausen finden draußen statt, und nur je eine Person darf den schmalen Gang zur Toilette benutzen. Die Corona-Situation führt für alle Teilnehmer zu höheren Preisen. Schickt ein Betrieb einen Ersthelfer in die Aus- oder Fortbildung, zahlt die Berufsgenossenschaft den „normalen Preis“, die coronabedingte Erhöhung trägt die Firma, erklärt Jens-Ingo Noack. Terminvergaben erfolgen über www.malteser-dresden.de.

Der Malteser Hilfsdienst e.V. hat seinen Fahrdienst-Mitarbeitern im Minijob, die Schüler im Auftrag des Landratsamtes Bautzen zu den Schulen und wieder nach Hause fahren, während der Corona-Pause freiwillig eine Lohnfortzahlung gewährt. Andere Mitarbeiter waren in Kurzarbeit. Kranken- und Pflegekassen leisten Ausfallzahlungen für nicht anwesende Senioren in der Tagespflege, um die Einrichtung zu erhalten. „Diese Hilfen sind wichtig, aber einen zweiten Shutdown halten wir nicht mehr durch“, beschreibt der Dienststellenleiter die Situation.

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