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Bischofswerda

Mammutprojekt Schulsanierung

Auch während der Sommerferien gibt es in der Oberschule in Neukirch keine Zeit für Pausen.

Tor und Basketballkorb lassen erahnen, dass diese Baustelle eine Turnhalle ist. Trotz Chaos freut sich Neukirchs Schulleiter Michael Hubrich über den Baufortschritt.
Tor und Basketballkorb lassen erahnen, dass diese Baustelle eine Turnhalle ist. Trotz Chaos freut sich Neukirchs Schulleiter Michael Hubrich über den Baufortschritt. © Steffen Unger

Neukirch. Michael Hubrich ist nur scheinbar entspannt. Leger gekleidet kommt er am Donnerstag den langen Flur im Erdgeschoss der Neukircher Oberschule entlanggeeilt. So kurz vor den Sommerferien ist hier schon am frühen Nachmittag kein Schüler mehr zugegen. Es ist angenehm ruhig und kühl. Gerade erst ist der Schuldirektor von einer Abschlussfahrt zurückgekehrt. „Mit Achtklässlern in Einsiedel – ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen“, sagt er. Am nächsten Tag wartet auf ihn und die Schüler der Oberschule Am Valtenberg mit der Zeugnisausgabe allenfalls noch ein Nervenakt, im Anschluss daran die lang ersehnten Ferien.

Dem Schulleiter steckt das vergangene Schuljahr in den Knochen. „Es war anstrengend“, gibt er unumwunden zu. Nicht nur der tägliche Einsatz als Pädagoge, auch die seit 2016 laufenden Sanierungsarbeiten fordern ihren Tribut. „Ich kann gut damit leben, wenn hier irgendwann mal keine Bauarbeiter mehr auf dem Hof sind“, sagt er. Beschweren will er sich aber keinesfalls. Seit Mitte März mit der Innensanierung der maroden Schulturnhalle begonnen wurde, sind die Arbeiten bereits ein gutes Stück vorangekommen. Fast gänzlich verdeckt ein großes Baugerüst den Blick auf die neue Dämmung an der Außenfassade. Im Inneren der Halle sind Arbeiter gerade dabei, die alten, teilweise kaputten Fenster der großen Glasfront zu erneuern. Bis Anfang Oktober soll die Außensanierung abgeschlossen sein. Die Turnhalle soll dann in ebensolch fröhlichen Farben strahlen, wie die Südfassade der Schule. Etwa drei Millionen Euro wird die Schulsanierung bis zu diesem Zeitpunkt gekostet haben.

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Sanierung wird fortgesetzt

Ein Ende der Bauarbeiten ist dann aber noch immer nicht abzusehen. Jüngst wurden durch zwei Fördermittelbescheide des Landkreises die finanziellen Voraussetzungen für den Fortgang des Sanierungsvorhabens geschaffen. 304 708 Euro – so viel übergab Staatssekretär Herbert Wolff am 1. Juli an die Gemeinde. Geld, das dringend benötigt wird, um das Sportgebäude auch im Inneren fit für kommende Generationen zu machen. Knapp 500 000 Euro wird das noch einmal kosten. Geplant ist, unter anderem die elektrischen Anlagen, die Decken- und Wandbekleidungen zu erneuern. Außerdem wird die Turnhalle entsprechend der gültigen Brandschutzverordnung umgebaut. Auch barrierefrei nutzbar soll sie künftig sein. „Ob dafür raumtechnisch etwas geändert werden muss, muss noch geklärt werden“, sagt Hubrich. Wahrscheinlich ist das – schließlich befinden sich die Umkleideräume für die Schülerinnen und Schüler im Obergeschoss des teilweise zweigeschossigen Gebäudes. Ein Problem wäre das nicht, erklärt der Schulleiter weiter: „Im unteren Trakt befindet sich genug Lagerraum, den man zu einer barrierefrei zugänglichen Umkleidekabine umbauen kann.“ Zeitnah nach Abschluss der Außenarbeiten soll mit der Innenraumsanierung begonnen werden.

Weitere 1,2 Millionen Euro will die Gemeinde als Schulträger für die Fertigstellung der Außensanierung des Schulgebäudes einsetzen. Auch hier fördert der Freistaat das Vorhaben mit 60 Prozent – immerhin 715 000 Euro. Optisch sollen sich nach Beendigung dieses Bauabschnitts sowohl die vordere Fassade als auch die beiden Giebelseiten an der Rückseite des Gebäudes orientieren und schon bald in gelb, grün und blau leuchten. Im gleichen Atemzug bekommt der Eingangsbereich eine Verjüngungskur. Geplant ist die Überdachung des Treppenaufgangs zum Hauptportal. Sitzgelegenheiten sollen genauso ihren Platz finden, wie ein separater, rollstuhlgerechter Eingang mit Rampe. Ist das geschafft, steht noch die Sanierung des Außengeländes auf dem Plan – und neuerdings wagt die Gemeinde auch, wieder an die Fertigstellung der Innensanierung im zweiten Obergeschoss zu hoffen.

Arbeiten bis 2022

„Uns wurde nahegelegt, einen weiteren Fördermittelantrag zu stellen, der sowohl die Sanierung des Außenbereichs als auch die des zweiten Obergeschosses vorsieht“, verrät Bauamtsleiterin Cornelia Würz-Lehmann. Das war bislang nicht möglich, weil der Schulnetzplan des Landkreises die Oberschule als einzügig festschreibt, die Räume im Dachgeschoss in der Theorie nicht gebraucht werden. „Die Fördermittelbeantragung ist bis Ende August kaum machbar, aber natürlich werden wir es versuchen“, versichert Würz-Lehmann. Bis 2022, so die Prognose von Bürgermeister Jens Zeiler (CDU), könnten die Arbeiten abgeschlossen sein. Schulleiter Michael Hubrich ist da vorsichtiger. „Die Sanierung des zweiten Oberschosses ist definitiv notwendig“, stellt er klar. „Dafür würde ich es auch akzeptieren, wenn die Bauarbeiten noch ein Jahr länger dauern.“

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