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Döbeln

Manager für junge Ideen

Mit einem neuen Angebot sollen junge Leute zum Mitgestalten animiert werden. In Döbeln wird das Projekt gestartet.

Jugendprojekte, wie dieses erst kürzlich im Jugendhaus Roßwein, in dem Skaterpodeste von den Jugendlichen selbst neu gestaltet wurden, könnten künftig gemeinsam mit einem sogenannten Jugendmanager einfacher umgesetzt werden.
Jugendprojekte, wie dieses erst kürzlich im Jugendhaus Roßwein, in dem Skaterpodeste von den Jugendlichen selbst neu gestaltet wurden, könnten künftig gemeinsam mit einem sogenannten Jugendmanager einfacher umgesetzt werden. © Dietmar Thomas

Döbeln. Wenn junge Leute mal eine pfiffige Idee für die kreative Gestaltung ihrer Umwelt haben, ist die Begeisterung zunächst groß. Doch sobald es an die Umsetzung geht, hapert es.

Oft scheitert ein solcher Impuls nämlich schon daran, dass die organisatorischen Hürden zu hoch oder behördliche Vorgaben einfach zu aufwendig sind. Deswegen wollen die jungen Leute nicht extra erst einen Jugendverein gründen oder sich nur dafür einer Organisation anschließen müssen. 

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Vor allem in den umliegenden Dörfern existieren solche Strukturen ohnehin nicht. Mit der Unterstützung von sogenannten flexiblen Jugendmanagern sollen aber ab sofort solche guten Ideen, Initiativen und Projekte von Jugendlichen auch in der ländlichen Region rund um Döbeln einfach und unkompliziert in die Realität umgesetzt werden können.

Mit ihrer ersten Entscheidung, die die Mitglieder des neuen mittelsächsischen Jugendhilfeausschusses am Montagabend nahezu einstimmig trafen, brachten sie dieses neue Jugendhilfe-Projekt auf den Weg. Das „Flexible Jugendmanagement“ in Trägerschaft des Kreisjugendringes Mittelsachsen soll bereits am 1. Oktober im Landkreis starten. 

Kernidee dabei ist es, dass zunächst drei Jugendmanager in vier Regionen unterwegs sind, um mit Kindern und Jugendlichen ab zwölf und jungen Erwachsenen bis zu 27 Jahren, Jugendgruppen oder losen Treffs in Kontakt zu treten, Motivation und Engagement anzuregen, Projekte zu entwickeln und deren Umsetzung zu begleiten. Auch die Netzwerkarbeit, Beratung und die Vermittlerarbeit im kommunalen Gemeinwesen sollen zu den Aufgaben der Fachleute gehören, erläuterte Annett Voigtländer, Referatsleiterin Kindertagesbetreuung und Förderung im mittelsächsischen Jugendamt.

Im Ergebnis dessen sollen die Selbstbestimmung und das Verantwortungsgefühl junger Menschen gefördert, demokratische Prozesse gestärkt sowie die Selbstorganisation unterstützt werden, damit sich Kinder- und Jugendliche in ihren Heimatorten frei entfalten und mitgestalten können. „Nicht zuletzt ist das Ziel, die Jugendlichen noch stärker an den Landkreis zu binden, so dass sie diesen perspektivisch nicht verlassen“, so Annett Voigtländer. 

Das „Flexible Jugendmanagement“ soll zudem bestehende Jugendhilfestrukturen als zusätzliches Angebot ergänzen und bereichern. Finanziert wird das Projekt zu 80 Prozent mit Mitteln aus dem sächsischen Haushalt, 15 Prozent steuert der Landkreis und fünf Prozent der Kreisjugendring als Träger aus Eigenmitteln bei. Für dieses Jahr stehen insgesamt rund 48 400 Euro zur Verfügung, im nächsten Jahr sind insgesamt rund 177 000 Euro dafür eingeplant. Zwei Jugendmanager wurden vom Kreisjugendring bereits gefunden und eingestellt, die dritte Stelle soll bis Oktober besetzt sein.

Neben Sayda, Mittweida und Hainichen wurde auch Döbeln als Ort für die Startphase in Mittelsachsen ausgewählt. „In diesen Regionen, vor allem in den ländlichen Bereichen rund um die Kleinstädte, sehen wir den größten Bedarf“, so die Referatsleiterin. Vorgesehen sei aber, das Angebot später auf den gesamten Landkreis auszuweiten.

Die Idee der flexiblen Jugendmanager ist allerdings gar nicht so neu. Bereits vor zehn Jahren wurde das Projekt in Hamburg geboren, mittlerweile gilt es als geeignetes Modell für ganz Deutschland. Auch in den Landkreisen Meißen, Leipzig, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Görlitz und dem Erzgebirgskreis sind die Jugendmanager zum Teil schon seit 2009 unterwegs. 

Damals sollte das Projekt eigentlich schon auf alle Landkreise im Freistaat ausgeweitet werden. Doch die ursprünglich im sächsischen Haushalt geplanten 1,9 Millionen Euro für das „Flexible Jugendmanagement“ waren im Zuge der Rotstiftpolitik auf nur noch 170 000 Euro zusammengestrichen geworden. Dieses Geld reichte dann nur noch für Pilotprojekte in drei sächsischen Kreisen, darunter in Meißen.

Die erfolgreiche Arbeit der Jugendmanager in diesen Landkreisen kann und soll Vorbild für Mittelsachsen sein. In Pegau und Frohburg (Landkreis Leipzig) konnten sich Jugendliche beispielsweise mit der Begleitung und Unterstützung der Jugendmanager den langgehegten Wunsch nach eigenen Skateranlagen im Ort erfüllen. Die Skaterelemente bauten sich die jungen Leute selbst.

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Das „Flexible Jugendmanagement“ im Landkreis Meißen hat Workshops zum Thema „Wahlen“ angeboten und durchgeführt – angefangen bei Angeboten für Kinder („Wenn ich König von Deutschland wäre...“) bis hin zu Workshops speziell für Erstwähler. Auch sportliche Freizeitturniere, Jugendbildungsausfahrten, Verschönerungsaktionen und weitere Angebote gehören zum Projektprogramm der Meißener Jugendmanager.

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