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Manche Erinnerungen sind gut fürs Geschäft

Endlich sind sie da:Touristen bevölkern dieGörlitzer Innenstadt.Doch was nehmen siemit in ihre Heimat?Souvenirs, Souvenirs.

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Von Julia Wieczorek

Bei Felix Lumper müsste es in der Kasse kräftig klingeln. Er sieht viele fremde Kunden in seinem Tourismus-Shop „i-vent“ auf der Brüderstraße. Doch rundum glücklich ist Felix Lumper nicht. „Die Leute kaufen zwar mehr, aber dafür billigere Artikel als in der Vergangenheit.“ Erinnerungsstücke im klassischen Sinne würden eher weniger gekauft, am beliebtesten seien Stadtpläne und Postkarten.

In der „Schlesischen Schatztruhe“ auf der anderen Seite der Brüderstraße sind die positiven Auswirkungen des Tourismus auch in der Kasse zu spüren. Hier werden ebenfalls gern Stadtführer gekauft, aber „die Sagen-CD geht momentan am besten weg“, verrät die Verkäuferin. Auch die Münchnerin Hanne Maly sieht sich in diesem Geschäft um. „Ich würde gern ein Buch über das historische Görlitz kaufen“, sagt sie und stöbert in den Regalen. Die Reise an die Neiße hat sie nicht bereut: „Bisher gefällt es mir sehr gut hier.“

Türme aus Ton

Ein paar Häuser weiter findet man das Geschäft „Via Regia Tourismus“. Die Kunden können hier ebenfalls Stadtpläne und -führer aller Art, aber auch Artikel der Landskronbrauerei, Görlitzer Keramiktürme und kleine Schnapsflaschen – genannt „Neißetröpfchen“ – erstehen. Neben Touristen und ehemaligen Görlitzern besuchen auch Bewohner der Europastadt den kleinen Laden. „Sie kaufen vorwiegend Bücher zum Verschenken“, erklärt Gudrun Stachlewitz vom „Via Regia Tourismus“.

Das Wort „Souvenir“ hat sich im deutschen Sprachgebrauch etabliert, stammt aber eigentlich aus dem Französischen und bedeutet „sich erinnern“. Wiebke Jung aus Frankfurt/Main hat schon ihr Souvenir gefunden. „Ich habe mir eine Vase aus der Region gekauft.“ Nachdem sich gestern endlich das Wetter wieder gebessert hat, braucht sie auf den Knüller unter den Görlitzer Souvenirs vorerst nicht zurück zu greifen: Den Görlitz-Schirm braucht sie nicht. Seit vier Jahren hebt der Regen-Schutz mit den Aquarell-Motiven die Stadt Görlitz auf eine Stufe mit bekannten anderen Städten. Sogar mit New York steht Görlitz dann auf einer Stufe. Wenn es regnet.

Aber das wollen wir unseren Gästen nicht wünschen. Damit die „Souvenirs“ nicht getrübt werden.