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Manchmal anstrengend, aber nie langweilig

Eric Spannaus schreibt eine besondere Liebeserklärung an Dynamo. Morgen liest er daraus.

© Robert Michael

Von Sven Geisler

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Es gibt immer gute Gründe. Katzen zu mögen oder Anwälte zu hassen, Vegetarier oder ein Spießer zu sein, ja, sogar einen Mord zu begehen. Und für Fußball-Fans natürlich, ihren Verein zu lieben. In der Reihe „111 Gründe…“ sind im Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf bereits Bücher für 38 Klubs erschienen, nun auch für Dynamo Dresden. Autor Eric Spannaus meint in seinem Vorwort sogar, dass die wechselvolle Geschichte der Schwarz-Gelben für mehrere Versionen von 111 Gründen reichen würde.

Eric Spannaus: 111 Gründe, Dynamo Dresden zu lieben. Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin, 296 Seiten, 9,95Euro.

Mancher würde vielleicht ähnlich viele Argumente finden, die SGD abzulehnen; bisher gibt es aber nur für den FC Bayern München beide Varianten: lieben und hassen. Spannaus spart Dynamos problematische Seite nicht aus, aber der Titel verlangt keine kritische Analyse der Fanszene. Es ist vielmehr so etwas wie eine romantische Liebesgeschichte mit Höhepunkten und Enttäuschungen, manchmal anstrengend, aber nie langweilig.

Spannaus nennt es einen Versuch, dem Vorgestern, Gestern, Heute und vielleicht auch Morgen Genüge zu tun. Er hat ihn gewagt und gewonnen, denn trotz emotionaler Befangenheit beschreibt er, was eigentlich dahintersteckt, wenn vom Traditionsverein die Rede ist. Das sind eben nicht nur die Erfolge der Vergangenheit, sondern die Mühen des Alltags, der Kampf ums Überleben – sportlich wie finanziell. Spannaus selbst kam Dynamo in der europäischen Glanzzeit 1988/89 näher, als der AS Rom mit Rudi Völler rausgeworfen wurde. Einer der Gründe ist deshalb, die meisten Europapokalpartien aller DDR-Mannschaften bestritten zu haben, nämlich 98. Die spektakulärsten wie gegen die Bayern und Juventus Turin sind eigene Kapitel wert.

Und ein Grund darf natürlich nicht fehlen, weil er zwar für sich steht, aber doch alle zusammenfasst: Dresden ist anders. Der Satz, mit dem ein ehemaliger Geschäftsführer eine Trainerentlassung rückgängig machte, drückt das Selbstverständnis der Dynamo-Fans am besten aus.

Termin: Eric Spannaus liest morgen, 18 Uhr, in der Ludwig Buchhandlung (Neustädter Bahnhof) aus seinem Buch.

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