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(Mandau)Bahn frei für Seifhennersdorf!

Der Streckenbetreiber hat mit dem Freischnitt der Trasse begonnen. Danach gibt es nur noch kleine Hindernisse.

Karin Berndt, Bürgermeisterin von Seifhennersdorf, hofft bald wieder auf freie Fahrt.
Karin Berndt, Bürgermeisterin von Seifhennersdorf, hofft bald wieder auf freie Fahrt. ©  Archivfoto: Matthias Weber

Stille und Dickicht - das ist in etwa die Szenerie, die auf der Bahntrasse zwischen Seifhennersdorf und Eibau - der sogenannten Mandaubahn - vorherrscht. Vor gut fünf Jahren wurde hier der Zugverkehr eingestellt. Doch dieser Tage sind wieder Geräusche von der Strecke auszumachen. Kettensäge und Motorsense sind am Werk, ebenso auf dem Streckenabschnitt zwischen Seifhennersdorf und der Bundesgrenze zum tschechischen Varnsdorf. Es bahnt sich was an.

Der Streckenbetreiber Deutsche Regionaleisenbahn (DRE) macht seine Ankündigung vom November wahr. "Wir schneiden die Strecke von der Bundesgrenze bis Eibau frei und werden sie betriebsfähig vorhalten", sagt DRE-Geschäftsführer Gerhard Curth auf SZ-Anfrage. Er rechnet damit, dass die Arbeiten Ende Februar abgeschlossen sein werden. "Auf der Strecke kann dann jederzeit Verkehr bestellt werden", so Curth.

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Trilex könnte bald wieder loslegen

Auf dem kurzen Streckenabschnitt zwischen der Bundesgrenze und dem Bahnhof Seifhennersdorf ist sogar seit Jahren offiziell Verkehr bestellt. Eigentlich sollte der aus Zittau kommende Trilex hier enden. Weil die Strecke aber nicht befahrbar war, bedient die Länderbahn den Abschnitt zwischen Großschönau über Varnsdorf seit 2015 mit Schienenersatzverkehr. Wenn es nach Gerhard Curth geht, könnte der Trilex hier bald wieder durchfahren. Dem stehen nur noch kleine technische Schwierigkeiten entgegen. "Wir müssen auf dem Abschnitt noch Gleisverwerfungen und Schweißnahtbrüche reparieren", sagt er. Die Arbeiten seien derzeit an Fachfirmen ausgeschrieben und würden in sechs Wochen vergeben. Nach der Reparatur müsste die Landesbahnaufsicht die Arbeiten noch abnehmen. Gerhard Curth rechnet damit, dass spätestens zum nächsten Fahrplanwechsel im Dezember hier wieder Züge rollen werden.

Die Bürgermeisterin will mehr

Seifhennersdorfs Bürgermeisterin Karin Berndt (UBS) wünscht sich indes mehr. Sie will ihre Stadt ganz schnell wieder über Eibau an Ebersbach anbinden. "Es wäre ideal, wenn die Bahn von dort auch wieder die Strecke nach Rumburg flott machen würde", sagt sie. Ebersbach wäre dann in Zukunft für die Seifhennersdorfer ein wichtiger Umsteigebahnhof. "Wenn das gelingt, haben wir eine Verbindung nach Dresden und über Rumburg ins Elbsandsteingebirge nach Bad Schandau. Davon träume ich seit Jahren", sagt sie. Noch ist auf der Strecke nach Eibau kein Verkehr bestellt, DRE-Chef Gerhard Curth kann sich aber vorstellen, dass der Zweckverband für eine Zeit von vielleicht zunächst zwei Jahren einen fahrplanmäßigen Verkehr dort bestellt, um die Akzeptanz der Verbindung bei Reisenden zu testen. Bürgermeisterin Karin Berndt hat dagegen schon ein Bahn-Ass im Ärmel. "Die Vogtlandbahn hat bei uns Interesse an einem Betrieb auf der Strecke angemeldet", sagt sie.

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Perspektivisch schwebt Karin Berndt auch ein touristisches Eisenbahn-Schmankerl auf der Strecke vor: "Wir haben am Anfang und am Ende der Strecke jeweils eine Brauerei, die in Eibau und die Kocour-Brauerei in Varnsdorf. Da könnte man doch statt eines Umzugs auf der Straße einen echten Bierzug fahren lassen."

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