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Wer zahlt, bestimmt. Diese alte Weisheit kommt sicher dem einen oder anderen Bürgermeister in den Sinn, wenn er an die Neuregelung des Kommunen-Sponsorings denkt. Es ist der Tropfen, der das Fass des Unmuts unter den Rathaus-Chefs zum Überlaufen brachte.

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Von Sebastian Beutler

Wer zahlt, bestimmt. Diese alte Weisheit kommt sicher dem einen oder anderen Bürgermeister in den Sinn, wenn er an die Neuregelung des Kommunen-Sponsorings denkt. Es ist der Tropfen, der das Fass des Unmuts unter den Rathaus-Chefs zum Überlaufen brachte. Dort staut sich 14 Monate nach der Fusion der Sparkassen von Zittau und Görlitz/Weißwasser viel Unmut auf. Ob er in jedem Fall gerechtfertigt ist, steht auf einem anderen Blatt.

Die tiefe Verstimmung zwischen Sparkasse und Bürgermeistern aber erhellt schlaglichtartig etwas anderes: Das öffentlich-rechtliche Kreditinstitut muss aufpassen, dass es im Kampf um seinen Heimatmarkt und im Wettbewerb zu anderen Banken nicht die Bindung zu den Städten und Gemeinden verliert, wo es sein Geld verdient. Denn es sind die Einwohner, die ihre Ersparnisse der Sparkasse anvertrauen, mit denen die wiederum ihre Erträge erwirtschaftet. Und in der heutigen Sparkasse sind unzählige viele frühere Stadtsparkassen aufgegangen. Beinahe jede Stadt oder Gemeinde verfügte bis in den Zweiten Weltkrieg hinein über eine solche Kasse. Dieses Erbe wollen die Bürgermeister gewahrt sehen. Das war wohl der tiefere Grund für die Sponsoringverträge in der Vergangenheit, die die Sparkasse zusätzlich zu den enormen Ausschüttungen an den Landkreis abschloss. Wenn sie das jetzt ändert, ist das zwar ihr Recht. Aber der Unmut wäre geringer, wenn an die Stelle der alten Regelung eine klare neue getreten wäre. Daran mangelt es einfach.