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Pilzsaison startet dieses Jahr spät

Der Regen der vergangenen Tage gab den Startschuss: In den Wäldern um Görlitz und Niesky wachsen Pilze. Aber nicht jeden sollte man mitnehmen.

Uwe Bartholomäus aus Hähnichen freut sich über die Niederschläge der vergangenen Tage, denn das heißt: die Pilze wachsen. Bartholomäus ist der nördlichste Pilzberater im Landkreis Görlitz.
Uwe Bartholomäus aus Hähnichen freut sich über die Niederschläge der vergangenen Tage, denn das heißt: die Pilze wachsen. Bartholomäus ist der nördlichste Pilzberater im Landkreis Görlitz. © - keine Angabe im huGO-Archivsys

In den vergangenen beiden Jahren konnten sich Christine und Wolfgang Müller aus dem Görlitzer Umland den Weg in den Wald sparen, zahlreiche Steinpilze wuchsen auf ihrem Grundstück. Jetzt lassen sie auf sich warten. Doch Wolfgang Henkel macht der Familie Hoffnung.

Der Pilzberater aus Markersdorf fand bereits Steinpilze im Wald. "Nach den ergiebigen Niederschlägen der letzten Tage mit örtlich 40 Liter Regen oder mehr auf den Quadratmeter stehen die Pilze in den Startlöchern", sagt er. Er habe schon Steinpilze gefunden, allerdings keine Riesenmengen. Auch der Perlpilz, ein hervorragender Speisepilz, sei im Kommen. 

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Geübte Pilzsammler erkennen den Perlpilz. Er gilt als wohlschmeckender Speisepilz.
Geübte Pilzsammler erkennen den Perlpilz. Er gilt als wohlschmeckender Speisepilz. © dpa

Viele Speisepilze kennen die Sammler nicht

Über die Niederschläge der letzten Tage freut sich auch Uwe Bartholomäus. Der 66-Jährige aus Hähnichen ist der nördlichste Pilzberater im Landkreis Görlitz. Er ist bereits durch die Wälder um Hähnichen und den Muskauer Bergpark gestreift und fand Pilze, "allerdings viele Arten, die oft als Speisepilze nicht erkannt und damit nicht mitgenommen werden." Derzeit seien es vor allem Täublinge, die wachsen. Aber nur der Fachmann könne bei den mehr als 100 Arten von Täublingen genau erkennen, welcher wohlschmeckend, ungenießbar oder sogar giftig sei. 

Der Pilzberater fand einige Steinpilze, auch Butterpilze, an bestimmten Stellen. "Aber nicht in großer Zahl an einem Platz", sagt er und kann sich gut an Jahre erinnern, in denen Pilzsammler ihre wahre Freude hatten, weil Pilz an Pilz stand. Doch die letzten trockenen Jahre lassen davon nur träumen.

Der Görlitzer Pilzberater Steffen Hoeflich berät jeden Dienstag im Naturkundemuseum.
Der Görlitzer Pilzberater Steffen Hoeflich berät jeden Dienstag im Naturkundemuseum. © nikolaischmidt.de

Stinkt es aus dem Kochtopf, dann weg mit dem Pilzgericht

Uwe Bartholomäus wird oft von Pilzsammlern nach Champignons gefragt. Die wachsen auf Wiesen, am Straßenrand und in Wäldern. Etwa 20 Arten sind das bei uns, die in der freien Natur vorkommen.  Auch giftige sind darunter. Bartholomäus Rat: "Wenn es schlecht aus dem Kochtopf riecht, dann die Pilze lieber wegtun." 

Auf keinen Fall sollte ein Champignon mit weißen Lamellen gesammelt werden. "Hier besteht die Gefahr der Verwechslung mit dem hochgiftigen Knollenblätterpilz", sagt der Fachmann. Wolfgang Henkel stimmt dem zu. Bislang hat er in der aktuellen Saison noch keinen Knollenblätterpilz gefunden. Er vermutet, dass dieser giftige Pilz aber bald in der Region wächst.

Pilzsammler, die unsicher zu einem bestimmten Pilz sind, sollten einen Pilzberater aufsuchen. Insgesamt zwölf Pilzkenner sind zwischen Hähnichen und Jonsdorf als Berater tätig - im Ehrenamt. Die Experten können anhand eines vollständigen Pilzes Auskunft geben. Im Görlitzer Naturkundemuseum berät Steffen Hoeflich jeden Dienstag zwischen 16 und 18 Uhr im Foyer des Museums am Marienplatz. Auch hier ist die Beratung kostenlos.

Pilze gibt es das ganze Jahr über

Zwar gibt es die meisten Speisepilze im Spätsommer und im Herbst im Wald und auf Wiesen zu sammeln, aber der Pilzkenner findet sie auch im Winter. Davon konnte sich Familie Müller selbst einmal bei einem winterlichen Spaziergang über die Berzdorfer Halden überzeugen. Dort wunderte sich das Ehepaar über einen Pilzsammler. Als solcher war er zu erkennen, weil er mit einem Korb und Pilzmesser durch den Wald streifte. Der Mann hatte Frostschnecklinge gesammelt. An jungen Kiefern fand er sie. Für eine Mahlzeit zu zweit reichte die Menge. "Diese Pilze benötigen ein paar Nachtfröste, bevor sie wachsen", erklärte der Sammler den staunenden Müllers.

So sehen grüne Knollenblätterpilze aus.
So sehen grüne Knollenblätterpilze aus. © Zentralbild

Warum der Pilzkenner, denn ein solcher musste er offenbar sein,  im Winter durch den Wald streife und nach Pilzen suche, wollt Frau Müller wissen. Die Antwort verblüffte: Es gebe nur wenige essbare Winterpilz-Arten und die wachsen nur  in kleinen Mengen, sagte der Mann. Und so freue er sich umso mehr, wenn er welche findet. 

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