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Bautzen

Tödliche Beziehungskrise: Schock bei Dorfbewohnern

Ein 54-Jähriger hat seine einstige Freundin in einem Ort bei Bautzen aufgesucht und um sich geschossen. Der Bürgermeister des Dorfes spricht von einer Tragödie.

Ein 54-Jähriger Deutscher bedrohte am Freitagabend mit einer Schusswaffe seine Ex-Partnerin und löste damit einen Großeinsatz der Polizei aus.
Ein 54-Jähriger Deutscher bedrohte am Freitagabend mit einer Schusswaffe seine Ex-Partnerin und löste damit einen Großeinsatz der Polizei aus. © LausitzNews.de/Toni Lehder

Cunewalde. Ein Beziehungsdrama erschüttert das Dorf Cunewalde. Ein 54-Jähriger Deutscher bedrohte dort am Freitagabend mit einer Schusswaffe seine Ex-Partnerin und löste damit einen Großeinsatz der Polizei aus. Wie die Görlitzer Polizei am Wochenende mitteilte, habe der Tatverdächtige nach Aussagen der Frau einen Schuss abgefeuert. Noch während der Ex-Partner vor ihrer Haustür stand, alarmierte die Frau demnach die Polizei.

Dutzende Polizeifahrzeuge eilten nach Zeugenaussagen mit Blaulicht nach Cunewalde. Auch zwei Notärzte und ein Rettungswagen kamen zur Einsatzstelle. Die Polizei berichtet von „allen verfügbaren Einsatzkräften der Polizeidirektion Görlitz“. Schwer bewaffnete und mit angelegter Schutzkleidung vorbereitete Polizisten seien aus den aus den Fahrzeugen gestiegen. Mehr als 35 Einsatzkräfte sperrten den Polizeiangaben zufolge das Gebiet weiträumig ab. Ein Polizeisprecher berichtet: „Speziell geschulte Beamte für lebensbedrohliche Einsatzlagen versuchten, den mutmaßlichen Tatverdächtigen unverzüglich zu lokalisieren und das Opfer aus dem Gefahrenbereich zu bringen.“ Dabei hätten die Beamten zwei weitere Schüsse gehört.

Familie lebte zurückgezogen

Die Ex-Freundin wurde nach Zeugenberichten von der Polizei zum Rettungswagen gebracht und vor Ort medizinisch versorgt. Ein Kriseninterventionsteam betreute die frühere Lebenspartnerin. Sie blieb laut Angaben einer Agentur unverletzt. Die Beamten suchten das Grundstück in Cunewalde ab. Dabei fanden sie eine leblose männliche Person am Boden liegend. Der Notarzt stellte den Tod des Mannes fest. Es handelte sich nach den Polizeiinformationen um den mutmaßlichen Tatverdächtigen. Offenbar hatte sich der Mann das Leben genommen. 

Der Fall beschäftige nun das gesamte Dorf, erklärt Thomas Martolock, Bürgermeister von Cunewalde. „Es ist eine menschliche Tragödie“, sagt er. Der Bürgermeister erzählt, er sei an besagtem Abend erst spät nach Hause gekommen. Als er hörte, was passiert sein soll, sprach er sofort mit der Polizei. Da der mutmaßliche Täter zu diesem Zeitpunkt bereits tot war, erklärten ihm die Beamten, dass die Bewohner der Gemeinde nicht gefährdet sind. Thomas Martolock kennt die betroffenen Personen. Die Familie habe sehr zurückgezogen gelebt, meint er. Mehr könne er aber nicht dazu sagen. „Ich vertraue darauf, dass die Polizei nun gute Arbeit leistet“, sagt er. 

Bereits am Abend nahm ein Kriminaltechniker seine Arbeit am Tatort auf und sicherte Spuren. Die weiteren Ermittlungen übernahm die Kriminalpolizei. Die Sperrung des Gefahrenbereiches blieb laut Beobachtern bis etwa gegen 23 Uhr weiter aktiv. (SZ)

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