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Mann drohte mit Schusswaffengebrauch

Vor Gericht bestritt er die Bedrohung bei einem Vorfall in Zittau. Die Staatsanwältin sah den Tatvorwurf bestätigt.

© Peter Steffen/dpa

Von Rolf Hill

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Zittau. Ein Familienstreit eines tschechischen Paars, dass seit Jahren in Zittau lebt, ist jetzt vor Gericht gelandet. Im Juni vergangenen Jahres hatte ein besorgter Nachbar die Polizei zum Ort des Geschehens gerufen. Als die Beamten eintrafen, unter ihnen der tschechische Verbindungsbeamte im Zittauer Polizeirevier, wurden sie von dem 40-jährigen Wohnungsinhaber mit einem Wortschwall überschüttet, in dem der Mann seine schwierige finanzielle Lage zu erklären versuchte. Im Mittelpunkt standen dabei wohl dubiose Geschäfte im Handel mit Gebrauchtwagen in Polen. Er übergab seinem damaligen Geschäftspartner nach eigenen Angaben 120000 Euro, die sich dieser am Ende unter den Nagel gerissen habe. Und er soll erklärt haben, er werde sich eine Waffe besorgen und den Mann erschießen. Das brachte ihm eine Anzeige wegen Vortäuschung einer Straftat ein.

Nun musste er sich dafür am Zittauer Amtsgericht in einer von Richter Gisbert Oltmanns geleiteten Hauptverhandlung verantworten. Nachdem Staatsanwältin Heike Korowiak die Anklage verlesen hatte, schilderte der Angeklagte noch einmal seine damalige Situation. Er habe die Drohung nicht ausgesprochen, sondern gegenüber dem Polizisten gesagt, wenn er eine Waffe besessen hätte, würde er den Mann erschießen.

Der tschechische Verbindungsbeamte konnte sich vor Gericht an den Wortlaut der Äußerung nicht erinnern. Er sei mit der Partnerin des Mannes im Gespräch gewesen, die kein Wort deutsch spricht, sagte er. Das war auch der Grund, warum er hinzugezogen wurde. Sein deutscher Kollege erinnerte sich an den Vorfall. Der Angeklagte habe gesagt, er werde sich eine Waffe besorgen und den Mann erschießen. Dabei habe er aber keinen Namen genannt, sodass bis heute unklar ist, wem das galt. Allerdings habe er damit gerechnet, dass dieser es ernst meint. Für die Staatsanwältin hatte sich am Ende der Tatvorwurf bestätigt. Sie beantragte deswegen eine Geldstrafe von 20 Tagessätzen, deren Höhe im Hinblick auf die finanzielle Situation des Angeklagten 20 Euro betragen sollte. Das Gericht ließ mehr Milde walten und verurteilte ihn zu 15 Tagessätzen von je 20 Euro. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.