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Mann gesteht versuchte Vergewaltigung

Im Volksbad in Görlitz entgeht eine Frau knapp einer Vergewaltigung. Die Polizei fahndet und hat Erfolg – in Jelenia Gora.

© Danilo Dittrich

Von Ralph Schermann

Görlitz/Jelena Gora. In Jelenia Gora (Hirschberg) hat die Polizei am Donnerstagabend einen jungen Mann festgenommen, der eine Frau vergewaltigen wollte. Der 18-Jährige hatte bereits am Mittwoch versucht, sich in Görlitz im Volksbadgelände an einer Frau zu vergehen. Der Mann hat beide Taten gestanden. Am Freitag wurde er einem Richter vorgeführt und in Untersuchungshaft genommen, sagt Edith Bagrowska vom Polizeipräsidium in Jelenia Gora.

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Im Volksbadgelände will er die Frau sexuell missbrauchen, doch sie kann zum Glück fliehen.
Im Volksbadgelände will er die Frau sexuell missbrauchen, doch sie kann zum Glück fliehen. © Danilo Dittrich
So sah am Ende das Auto aus, mit dem der Täter auf seiner Flucht in Jelenia Gora einen 37-jährigen Fußgänger tötete.
So sah am Ende das Auto aus, mit dem der Täter auf seiner Flucht in Jelenia Gora einen 37-jährigen Fußgänger tötete. © Jelonka.com

Am Mittwoch hatte ein zunächst unbekannter Mann gegen 17.20 Uhr eine 34-Jährige überfallen, als diese nach einem Waldlauf im Weinberggelände an ihrem Opel Frontera auf der Dr.-Kahlbaum-Allee die Schuhe wechseln wollte. Er bedrohte die Frau mit einem Messer und zwang sie, mit ihm ins Volksbadgelände zu fahren. Auf dem dunklen, abgelegenen Areal forderte er sexuelle Handlungen von der Bedrohten, der jedoch die Flucht auf die Zittauer Straße gelang, wo sie die Polizei rief. Der Täter hatte derweil mit dem dunkelgrünen Opel der Überfallenen das Weite gesucht. Nach dem Notruf der Frau sperrte die Polizei sofort die beiden Tatorte ab und begann umfangreiche kriminaltechnische Untersuchungen. Nach dem geraubten Auto wurde international gefahndet. So waren auch die polnischen Polizisten über den Fall informiert, als sie am Donnerstagnachmittag unweit von Jelenia Gora den gesuchten Opel Frontera verlassen auffanden.

Da wussten die Beamten freilich noch nicht, dass sie nur wenige Stunden später ein ähnlicher Fall beschäftigen wird. Es war gegen 20 Uhr, als der 18-Jährige an einem parkähnlichen Gelände nahe der Pijarska-Straße die Beifahrertür eines Autos aufriss und die am Steuer sitzende Frau mit einem Messer bedrohte. Wie schon in Görlitz, forderte er sie auf, mit ihm aus der Stadt herauszufahren, weil er dort Sex mit ihr haben wollte. Er selbst wollte den Wagen steuern, beim Platzwechsel indes gelang der Frau die Flucht. Sehr zeitnah konnte sie den Notruf wählen, so dass die Polizei die Streifen schnell auf die Spur des Wagens setzen konnte, in dem der 18-Jährige seinerseits nun die Flucht ergriff.

„Der Mann fuhr zunächst in Richtung Teplice durch das Stadtzentrum und tötete dabei auf einem Fußgängerüberweg einen 37-jährigen Mann aus Jelenia Gora“, informiert Edith Bagrowska. Ohne sich um den Überfahrenen zu kümmern, raste der Täter weiter, fuhr entgegengesetzt durch eine Einbahnstraße und stieß dann auf einer Kreuzung erst mit einem Skoda zusammen, danach mit einer Hausmauer. Die Straße musste mehrere Stunden gesperrt werden, der junge Mann indes flüchtete nun zu Fuß weiter. Da waren die ersten Streifen der polnischen Polizei aber schon zur Stelle und überwältigten den Mann. Bei der ersten Befragung auf der Kommandantur stellte sich heraus, dass es sich um einen Bürger aus dem Ort Lomnica (Lomnitz) handelt. Wie das Nachrichtenportal Jelonka.com zu ergänzen wusste, stand der Mann zumindest während der Tat in Jelenia Gora nicht unter Alkoholeinfluss.

An zwei Tagen hat sich der junge Mann sein weiteres Leben verbaut und eine Bilanz des Schreckens hinterlassen: Ein getöteter Unbeteiligter, zwei Frauen unter dem tragischen Trauma sexueller Übergriffe und der Bedrohung mit einer Stichwaffe. Zurzeit führen die Kriminalpolizeien beider Länder weitere Ermittlungen mit Hochdruck, auch werden noch zahlreiche Zeugen vernommen und Spuren ausgewertet. Über die Staatsanwaltschaften wird jetzt zudem noch geprüft, ob die beiden Fälle von einer Stelle allein bearbeitet werden. Wie der Sprecher der Polizeidirektion Görlitz, Thomas Knaup, bestätigte, besteht die Möglichkeit, auch den Görlitzer Fall der Kripo von Jelenia Gora zu übergeben. Somit käme der Täter möglicherweise wegen beider Fälle dann vor ein dortiges Gericht.