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Stausee Oberwartha: Leiche geborgen

In dem Dresdner Stausee suchten Taucher seit Mittwoch nach einem 53-Jährigen, der dort zuvor schwimmen war. Nun wurde ein Mann tot geborgen.

Seit Mittwochabend wird ein Mann in Dresden vermisst. Er soll im Stausee Oberwartha geschwommen sein. Am Freitag bargen Taucher eine männliche Leiche.
Seit Mittwochabend wird ein Mann in Dresden vermisst. Er soll im Stausee Oberwartha geschwommen sein. Am Freitag bargen Taucher eine männliche Leiche. © Tino Plunert

Update 17.49 Uhr: 

Wie die Dresdner Polizei aktuell mitteilt, ist aus dem Stausee Oberwartha am Nachmittag gegen 14 Uhr eine männliche Leiche von Tauchern geborgen worden. Ob es sich dabei um den vermissten 53-Jährigen handelt, sei Gegenstand der Ermittlungen.

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Nach SZ-Informationen wurde der Mann in circa sieben Metern Tiefe mit Hilfe von Sonar gefunden, etwa 37 Meter vom Ufer entfernt und nur wenige Meter von der Stelle, an der er schon am Vortag gesucht worden sei. Taucher haben ihn ans Ufer gebracht.  

Update Freitag, 11.47 Uhr: 

Am Freitagmorgen wurde die Suche nach dem vermissten 53-jährigen Schwimmer wieder aufgenommen. Wie am Tag zuvor sucht die Polizei mit Tauchern nach dem Mann, der nach einem Badeausflug an den Stausee Oberwartha am Mittwochabend nicht nach Hause zurückgekehrt war. "Wir haben im Moment keine anderen Erkenntnisse, denen wir nachgehen könnten", erklärte ein Polizeisprecher auf SZ-Anfrage. 

So verlief die Suche bis zum Donnerstagabend:

Ein Taucher steigt am Donnerstagnachmittag aus dem Wasser, ein zweiter wird mit dem Schlauchboot wieder an Land gebracht. Es scheint nicht so, als hätten die Einsatzkräfte der Polizei jemanden gefunden. Seit dem Morgen suchen sie im Stausee Oberwartha nach einem 53-jährigen Mann. Er war am Mittwochabend bei stürmischen Böen schwimmen gegangen und kehrte nicht zurück. Seine Familie hatte daraufhin die Polizei alarmiert. Die Suche mit einen Hubschrauber mit Wärmebildkamera und mit einem Schwimmer der Feuerwehr blieb am Mittwochabend ebenfalls erfolglos.

Eigentlich sind die Schilder um den See gut zu erkennen. "Betriebsgelände: Betreten verboten", warnt das Energieunternehmen Vattenfall, das den Oberwarthaer und den Niederwarthaer Stausee bewirtschaftet. Doch am Donnerstag sind neben den Polizeitauchern auch Angler, eine Familie, die mit ihren Kindern picknickt, und ein Rentner-Ehepaar am See zu sehen. 

Margitta und Karl-Heinz Hummel heißen die beiden Senioren, sie wohnen in Briesnitz und baden seit 40 Jahren regelmäßig im Stausee. "Er hat die beste Wasserqualität in Dresden", erzählen sie. Trotz des windigen und kühleren Wetters hatten die zwei Dresdner auch am Donnerstag vor, ins Wasser zu gehen. Der Anblick der Taucher schockiert sie allerdings. Dass ein Mann vermisst wird, haben sie noch nicht gehört. "Und wir können uns nicht erinnern, dass hier überhaupt jemand mal ertrunken wäre." Gefährlich sei der See überhaupt nicht. Es gehe flach rein, viele Familien würden im Sommer mit ihren Kindern zum Baden kommen.

Schilder verweisen darauf, dass es sich um ein Betriebsgelände handelt. Schwimmen ist hier nicht erlaubt.
Schilder verweisen darauf, dass es sich um ein Betriebsgelände handelt. Schwimmen ist hier nicht erlaubt. © SZ/Nora Domschke

Einer, der das ganz anders sieht, ist Jens Kleinschmidt. Der Ortsvorsteher von Oberwartha weiß um die Gefahren des Stausees, und er erinnert sich auch an einen Badetoten vor zehn oder zwölf Jahren, wie er sagt. Genau genommen sind es gut 16 Jahre. Damals ertrank Anfang August ein ebenfalls 53-jähriger Mann aus Gorbitz, ein Mitarbeiter des Pumpspeicherwerks fand seine Leiche eine knappe Woche später in Ufernähe. Auch er verschwand, wie der nun Gesuchte, an einem Mittwoch, die Suche mit Hubschrauber und Polizeitaucher verlief zunächst erfolglos.

Auch wenn seitdem kein vergleichbares Unglück in dem See geschehen ist, sei das unerlaubte Baden dort immer wieder Thema im Ort, erzählt Kleinschmidt. Und das nicht nur, weil die Badegäste die Straßen rund um den See zuparkten, dass oft nicht einmal Rettungskräfte mehr durchfahren könnten. An einem Wochenende seien vor Kurzem über 100 Knöllchen deshalb verteilt worden. Vor allem aber sei das Baden in dem Gewässer extrem gefährlich.

Kleinschmidt berichtet von einer Stelle auf der Staumauer, die früher mit Maschendrahtzaun und Stacheldraht gesichert war, inzwischen mit einem massiveren Zaun, weil der vorherige immer wieder durchtrennt worden sei. Denn diese besonders gesicherte Stelle, die durch einen großen Sog extrem gefährlich sei, war bei vielen Schwimmern offenbar auch besonders beliebt. Dort gebe es nämlich Treppen ins Wasser, das sei wohl reizvoller, als durch Schlamm zu waten, mutmaßt Kleinschmidt. Ob auch der vermisste Mann sich an dieser Stelle aufhielt oder schwimmen war, ist jedoch nicht bekannt. 

Auch am Donnerstag sucht die Polizei noch nach dem vermissten Mann. 
Auch am Donnerstag sucht die Polizei noch nach dem vermissten Mann.  © Tino Plunert
Mit Schlauchbooten sind Einsatzkräfte auf dem See unterwegs. 
Mit Schlauchbooten sind Einsatzkräfte auf dem See unterwegs.  © Tino Plunert
Auch Taucher kommen zum Einsatz. 
Auch Taucher kommen zum Einsatz.  © Tino Plunert
Eine erste Suche am Mittwochabend endete ohne Ergebnis. 
Eine erste Suche am Mittwochabend endete ohne Ergebnis.  © Tino Plunert
Bis zum späten Nachmittag konnte der Vermisste nicht gefunden werden. 
Bis zum späten Nachmittag konnte der Vermisste nicht gefunden werden.  © Tino Plunert

Überhaupt ein ungesichertes Gewässer zu betreten, hält der Ortsvorsteher für wahnsinnig unvernünftig und verweist auf die vielen Schilder an allen Zugängen zum See. Er kritisiert vor allem Familien, die mit ihren Kindern im Stausee baden. Selbst damals, im Jahr 2004, als die Polizei nach dem vermissten Mann suchte, hätten Leute die Absperrungen durchquert, um Baden zu gehen. Als er am Mittwochabend den Helikopter über Niederwartha gesehen habe, da hätte er bereits gewusst, was passiert sein musste. 

Die Angler, die am Donnerstag am Stausee sind, während die Suche noch läuft, können nichts dazu sagen. Wegen des schlechten Wetters am Vortag waren sie nicht hier. Sie sind die Einzigen, die am See ihrem Hobby mit Genehmigung nachgehen dürfen, darüber gibt es einen Vertrag mit Vattenfall, so steht es auch auf Schildern am See. 

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