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Manufaktur verkauft wieder mehr

Die neu entwickelten Produkte bringen 20 Prozent des Umsatzes. Für 2014 nimmt sich Meissen viel vor.

Von Peter Anderson

Die Blauen Schwerter sind auch auf Möbeln, Schmuck und Kleidern ein Verkaufsschlager. Die Manufaktur Meissen stellte gestern der SZ ihre neuesten Zahlen vor. Danach hat sie 2012 den Umsatz um 1,2 Millionen Euro gesteigert. Insgesamt wurde Meissener für 39,3 Millionen Euro verkauft. Das sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung Christian Kurtzke. Gesamtzahlen für 2013 liegen noch nicht vor.

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Zusammen mit Chef-Designerin Frida Weyer präsentiert Kurtzke heute auf der Mailänder Modewoche die zweite Kleider-Kollektion des Hauses. Die Strategie des Umbaus vom Porzellanhersteller zu einer internationalen Luxusgruppe gehe auf, so Kurtzke. Rund acht Millionen Euro habe Meissen 2012 mit neuen Produkten wie dem Service Cosmopolitan, Teppichen oder Leuchtern verdient.

Beim Jahresergebnis musste der Staatsbetrieb einen Rückschlag hinnehmen und verbuchte ein Minus von 1,1 Millionen Euro. 2011 hatte Meissen ein Plus von 1,4 Millionen Euro verdient. Die Verluste seien im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass sogenannte verborgene Steuern aufgelöst wurden, so Kurtzke. Das für den Geschäftsverlauf aussagekräftigere operative Ergebnis sei hingegen gewachsen.

Für 2014 erwartet Kurtzke eine erneute Steigerung beim Verkauf. Im Londoner Nobelkaufhaus Harrods hätten chinesische Großkunden für ihre Häuser Meissener Porzellan und Möbel in sechsstelligen Bereichen geordert. Neue Boutiquen werden in Beirut, in Aserbaidschans Hauptstadt Baku und in Riad (Saudi-Arabien) eröffnet. Verhandlungen über die Eröffnung neuer Geschäfte gebe es zudem in Istanbul und Moskau. In den nächsten Monaten nehmen nach Aussage des Meissen-Chefs 35 Inneneinrichter das Service Cosmopolitan in ihr Sortiment auf. Im laufenden Geschäftsjahr liege der Auftragseingang der Unternehmenstochter Meissen Italia im Einrichtungsbereich bereits jetzt auf der Höhe des Gesamtumsatz 2013. „Wir wachsen entscheidend in unseren neuen Kanälen“, so Kurtzke. Das sei wichtig, um den kontinuierlichen Absatz-Rückgang im Porzellanfachhandel zu kompensieren.

Ein Hemmnis für das Unternehmen bleibt die Geldknappheit. Bei den genannten Boutiqueeröffnungen im asiatischen Raum würden die dortigen Franchisepartner das Risiko der Finanzierung übernehmen. Für den chinesischen Markt verhandelt das Unternehmen eigenen Angaben zufolge derzeit ein strategisches Joint Venture, das den Einstieg im Reich der Mitte finanziell absichern soll. Dieser Schritt habe für ihn höchste Priorität, da er entscheidend helfen werde, Arbeitsplätze in Meißen zu sichern, so Kurtzke.

Darüber hinaus gebe es Interessenten, die sich an weiteren Unternehmensbereichen beteiligen wollten. Das sei aus seiner Sicht der richtige Weg, um Geldgeber einzubinden, ohne das hierzu die Manufaktur privatisiert werden müsse. Letztlich bliebe die Entscheidung zu Beteiligungen jedoch dem Freistaat Sachsen als Gesellschafter vorbehalten, so der Meissen-Chef.