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Marderhunde bei Schönborn geschossen

Klein, braunes Fell und Waschbären zum Verwechseln ähnlich – so sehen Marderhunde aus. Die wenigsten Einwohner im Rödertal dürften ein solches Tier schon zu Gesicht bekommen haben. Doch sie sind rund um Radeberg weit verbreitet.

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Von Thomas Drendel

Klein, braunes Fell und Waschbären zum Verwechseln ähnlich – so sehen Marderhunde aus. Die wenigsten Einwohner im Rödertal dürften ein solches Tier schon zu Gesicht bekommen haben. Doch sie sind rund um Radeberg weit verbreitet. Einer der sie genau kennt, ist Jäger Peter Weiser. Sein Revier umfasst 450 Hektar und erstreckt sich rund um Schönborn. „Marderhunde bevorzugen feuchte Gebiete. Sie brauchen viel Wasser und sie sind Allesfresser. Das macht sie für die einheimischen Tiere so gefährlich“, sagt der Jäger aus Schönborn. Vor allem junge Hasen werden von ihnen gejagt. „Sie schaden vor allem den einheimischen Singvögeln. Mit Vorliebe nehmen sie deren Nester aus“, sagt Peter Weiser. Immer öfter seien sie im Rödertal anzutreffen. „Sie sind aus Polen, Tschechien oder der Ukraine eingewandert und dann hier heimisch geworden“, sagt der Jäger. Mit Ausnahme der Zeit wo die Marderhunde Nachwuchs haben, dürfen sie geschossen werden. Vier Tiere haben Peter Weiser und sein Sohn allein in diesem Jahr erlegt. Den letzten vor wenigen Wochen im Oktober. „Sie kommen erst in der Dämmerung heraus, es sind nachtaktive Tiere und deshalb nicht immer leicht zu entdecken“, sagt er. Nach dem Abschuss werden die Marderhunde in die Tierkörperbeseitigungsanlage gegeben, sagt Weiser. „Nur einige Liebhaber ziehen ihnen das Fell ab. Das ist je nach Jahreszeit von guter Qualität. in Rußland werden sie aus diesem Grund ja auch gezüchtet.“ 1982 habe Peter Weiser zum ersten Mal einen Marderhund erlegt. „Das war aber ein Einzelfall. Erst in den letzten Jahren sind es deutlich mehr geworden.“ Gegen die Ausbreitung der eigentlich possierlichen Tiere könne man nichts tun, außer sie zu jagen. Natürliche Feinde hätten sie in unseren Breiten keine.

Ein ähnliches Problem gebe es mit Waschbären. Auch sie sind Neozoen, also eingewanderte Tiere. „Sie fressen Frösche oder Lurche aber auch den Nachwuchs von Bodenbrütern“, sagt der Jäger. Auch sie dürfen das ganze Jahr gejagt werden, außer wenn sie Nachwuchs großziehen. „Drei Waschbären haben wir im Schönborner Revier in diesem Jahr erlegt.“ Den Wolf, der ebenfalls immer weiter auf dem Vormarsch ist, hat Peter Weiser in seinem Revier bisher nicht gesichtet. „Die Autobahn A4 ist für ihn schwer zu überwinden.“ Begrüßen würde er es aber nicht, wenn sie hier vermehrt auftauchen. „Die Bevölkerungsdichte ist schon recht hoch. Viele Wölfe würden angesichts des dichten Verkehrs überfahren werden. Wo sie mehr Platz haben sollte man sie in Ruhe lassen.“ Die Jagd auf Waschbär und Marderhund sieht Peter Weiser als Naturschutz. „So erhalten wir einheimische Arten“, sagt er. Eine anderer Möglichkeit, für sie etwas zu tun, sei beispielsweise, zwischen den Feldern verstärkt Hecken und Büsche zu pflanzen. „Rebhühner oder Hasen brauchen sie als Lebensraum. Dass die Stadt Dresden hier Geld gibt, ist nur zu begrüßen“, sagt er. Dann packt Peter Weiser seine Jagdutensilien zusammen und schwingt sich in seinen kleinen Geländewagen. „Bis kurz vor Weihnachten bin ich fast jeden Abend im Wald“, sagt er und braust los. Auf ein Wort