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Großenhain

Marienkirche hatte „Krieger-Gedächtnishalle“

Die Turmhalle, heute Raum der Stille im Gotteshaus, war 1922 geweiht worden.

Die Gedächtnishalle
Die Gedächtnishalle © Archiv: Steffen Peschel

Großenhain. Nur noch wenige Großenhainer dürften sie in Erinnerung haben: die Krieger-Gedächtnishalle im Turmraum der Marienkirche. Wo heute die IG Mahnmal das Gedenken an die Opfer von politischer Gewalt während der NS-Diktatur und der kommunistischen Diktatur im Kirchenbezirk Großenhain wachhält, gedachte man ab 1922 der im Ersten Weltkrieg Gebliebenen. Das waren vor allem Husaren. 

Das noch heute existierende Gefallenendenkmal war am 10. September eingeweiht worden, die Gedächtnishalle am 15. Oktober. Kirchenmusikdirektor Paul Gläser leitete die musikalische Umrahmung, Pastor Arnold hier die Weihepredigt. Superintendent Scherffig übernahm die Halle im Namen des Kirchvorstandes und der -vertreter ins Eigentum.

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Vier überlebensgroße Apostel

Die Gestaltung hatte laut Stadtchronik der Leipziger Künstler Professor Vetter übernommen. Im Großenhainer Tageblatt wurde folgendermaßen berichtet: „Die vier hochstrebenden Säulen der Turmhalle tragen die in Überlebensgröße gemalten Figuren der Apostel Johannes, Thomas, Petrus und Paulus.“ 

Ihnen zu Füßen standen Worte aus der Bibel. Die Apostelfiguren wurden umschlossen von Dornenranken, die nach oben streben. Von der Decke grüßten Ornamente mit Palmen sowie Kreuze. Den Deckenabschluss bildete der um das Rund gemalte Spruch „In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen.“

Nebenstehendes Foto, das aus dem Nachlass von Stadtchronist Siegfried Hoffmann stammt, soll um 1955 entstanden sein. Bis dahin hat die Gedächtnishalle offenbar bestanden. 

Abgebildet ist das Foto, genau so wie eins von dem großen Menschenauflauf bei der Einweihung der Husaren-Gedenkplatte, in der Bilderchronik „Großenhain 1900 bis 1945“, erschienen 1999 im Geiger-Verlag und zusammengestellt von den beiden verstorbenen Chronisten Hoffmann und Neumann.


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