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Radeberg

Marienmühle wird wiederbelebt

Der Seifersdorfer Talverein übernimmt das Gebäude von der Gemeinde. Für die Gaststätte gibt es nun auch eine Lösung.

Den Biergarten der Marienmühle hatte Ivonne Munser über das Osterwochenende schon einmal für drei Tage geöffnet. Ab August soll er dauerhaft offen sein, ehe im Winter dann die Gaststätte folgt.
Den Biergarten der Marienmühle hatte Ivonne Munser über das Osterwochenende schon einmal für drei Tage geöffnet. Ab August soll er dauerhaft offen sein, ehe im Winter dann die Gaststätte folgt. © Archivfoto: Steffen Unger

Seifersdorf. Die Zeiten, in denen Ausflügler an der Marienmühle vor verschlossenen Türen stehen, könnten schon bald der Vergangenheit angehören. Acht Monate nachdem die vorherigen Pächter den Traditionsgasthof geschlossen haben, zeichnet sich nun eine Lösung für das Gebäude und die darin befindliche Gaststätte ab. Bis es soweit ist, werden aber wohl noch einige Wochen vergehen. Die künftige Betreiberin ist dabei keine Unbekannte.

„Wir haben uns entschieden und Ivonne Munser hat den Zuschlag bekommen“, teilt die stellvertretende Vorsitzende des Seifersdorfer Talvereins Birgit Pätzig mit. Unterzeichnet sei jedoch noch nichts, denn noch habe der Verein die Marienmühle nicht übernommen. Das soll am 1. Juli passieren. An diesem Tag wird der Erbpachtvertrag zwischen der Gemeinde Wachau und dem Talverein bei einem Notar unterzeichnet. Der Wachauer Gemeinderat hat diesem bereits in seiner Sitzung Mitte Mai zugestimmt. Sobald der Verein die Marienmühle übernommen hat, kann dieser den Mietvertrag mit Ivonne Munser schließen.

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Munser hatte gemeinsam mit Mario Schubert bereits zu Ostern für eine dreitägige Wiederbelebung des Areals gesorgt. Mit einer Sondergenehmigung hatte sie den Biergarten geöffnet und dort neben frisch Gezapftem, Fleisch vom Grill sowie Kaffee und Kuchen auch frisch gebackene Crêpes angeboten. Das Gebäude selbst blieb am Osterwochenende geschlossen. Denn bei ihrem Auszug im November haben die vorherigen Pächter die komplette Innenausstattung inklusive der Küche abgebaut. Um die Gaststätte wiederzubeleben, muss deshalb erst einmal in das Gebäude investiert werden. Zudem müssen sämtliche für die Gastronomie erforderlichen Genehmigungen eingeholt werden.

Schon viel Erfahrung

Deshalb wird es wohl auch nach der Unterzeichnung des Mietvertrages noch einige Monate dauern, bis die Gaststätte wieder vollständig genutzt werden kann. Im Außenbereich soll alles jedoch ganz schnell gehen. „Ich hoffe, dass es in sechs Wochen losgehen kann“, sagt Ivonne Munser. So soll bereits ab August der Biergartenbetrieb mit kleiner Küche starten. Als Schlechtwettervariante soll außerdem der Mühlenraum mit Möbeln bestückt werden, sagt Munser. Während im Außenbereich der Biergartenbetrieb läuft, soll im Inneren wieder eine richtige Gaststätte entstehen. „Ich hoffe, bis zum Einbruch des Winters innen fertig zu sein“, sagt die 50-Jährige. Dann könne es ab Oktober richtig losgehen. Ob dieser Zeitplan zu halten ist, hängt aber davon ab, wie schnell der Talverein den Mietvertrag und die zuständigen Stellen die Gewerbeerlaubnis und andere Genehmigungen erteilen.

Munser hat bereits vor einigen Jahren in Dresden in der Gastronomie gearbeitet und will nun, nachdem ihre Kinder älter sind, wieder in die Branche einsteigen. Dafür hatte sie schon lange ein Auge auf die Marienmühle geworfen. „Ich liebe es hier unten. Es ist herrlich schön“, sagte sie vor dem kurzen Intermezzo mit der Marienmühle am Osterwochenende. Deshalb habe sie sich bereits im vorigen Jahr bei der Gemeinde wegen der Gaststätte gemeldet, erzählt Munser.

In der Gemeinde ist man froh, dass sich für die auch aus touristischen Gesichtspunkten wichtige Gaststätte, eine Lösung abzeichnet. „Ich hätte mir das schon viel eher gewünscht. Es ist höchste Eisenbahn, dass es weitergeht“, sagt Bürgermeister Veit Künzelmann. Aufgrund ihrer Lage direkt an der Großen Röder inmitten des von der früheren Gräfin Tina von Brühl angelegten Landschaftsgartens, zieht die Marienmühle unzählige Besucher an.

Für den Erhalt der Marienmühle ist in den nächsten 33 Jahren – über diesen Zeitraum wird der Erbpachtvertrag geschlossen – der Seifersdorfer Talverein zuständig. Der setzt sich bereits seit fast 40 Jahren ehrenamtlich die Belange der Gartendenkmalpflege, der Landschaftspflege und des Naturschutzes im Seifersdorfer Tal ein. Um diese Aufgaben zu finanzieren, hat der Verein einen Spendenaufruf gestartet. Denn für die Übernahme der Marienmühle, erste Instandhaltungsmaßnahmen, die Übergabe an einen Gastronomiepächter sowie die Fertigstellung des Pflegestützpunktes würden kurzfristig circa 10 000 Euro benötigt, heißt es in dem Aufruf. So soll das Seifersdorfer Tal ein lohnendes Ausflugsziel bleiben – in dem man bald auch wieder einkehren kann.

Weitere Informationen zum Seifersdorfer Tal und dem Verein sind unter www.tinathal.de zu finden.

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