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Marienthaler Freunde mit neuem Chef

Matthias Schwarzbach leitet den Förderkreis und setzt auf den Ausbau des Tourismus.

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Von Thomas Christmann

Marienthal. Er möchte mit seinem Wissen und Kontakten in die Wirtschaft die Entwicklung im Internationalen Begegnungszentrum (IBZ) St. Marienthal unterstützen. „Damit die Neißeregion qualitätsvoller und attraktiver wird“, sagt der neue Vorsitzende des Förderkreises, Matthias Schwarzbach, der als Geschäftsstellenleiter für die Industrie- und Handelskammer (IHK) in Zittau arbeitet. Die Mitglieder haben ihn auf ihrer Sitzung einstimmig gewählt.

Schwarzbach ist schon lange mit dem IBZ verbunden. Von 1990 bis 2002 arbeitete er als Bauamtsleiter in Ostritz, entwickelte und setzte mit anderen Akteuren das Konzept der Energieökologischen Modellstadt Ostritz um. „Dabei war ein intensiver Kontakt mit dem und um das Kloster erforderlich“, sagt Schwarzbach, der später als stellvertretender Landrat im Altkreis Löbau-Zittau arbeitete. Dabei blieb der Ostritzer ein Mitglied des Arbeitskreises Mensch-Umwelt-Kultur im IBZ. Ihm liegt die touristische Entwicklung des Klosters und seiner Heimatstadt unmittelbar am Neißeradweg am Herzen. Schließlich ist er langjähriges Mitglied im Aufsichtsrat der Marketinggesellschaft Oberlausitz (MGO) gewesen und seit zwei Jahren in der Kommission des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes, die Hotels klassifiziert. Hinzu kommt, dass die Betreuung der regionalen Tourismusbranche laut seiner Auskunft ein Alleinstellungsmerkmal der IHK-Geschäftsstelle in Zittau ist. „Mit langer Tradition“, sagt Schwarzbach.

Er hat sich nach eigener Aussage mit Unterstützung der MGO um eine professionelle Beratung des IBZ beim Aktivtourismus, Radwandern und den Tagesübernachtungen durch sachkundige Dritte bemüht. Im Ergebnis konnte ein Spezialist für Aktiv- und Gruppenreisen aus Dresden gewonnen werden. Zudem ermunterte er das IBZ, sich klassifizieren zu lassen – mit Erfolg. Die Bettenauslastung ist in den ersten drei Monaten im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 30 Prozent gestiegen. Auch an der elektronischen Buchungsmöglichkeit von Übernachtungen und neuen Internetseite hat Schwarzbach laut eigener Aussage seinen Anteil. In seiner neuen Funktion ist nun das erste Ziel, die Service-Qualität, Angebote und Vermarktung mit zu verbessern. „Um die Auslastung zu erhöhen“, so der Vorsitzende des Förderkreises. Dazu zählt unter anderem eine bessere Internetversorgung für das IBZ und seine Gäste.

Mit seiner Wahl wird der bisherige Vorsitzende Helmut Weidelener aus Dresden abgelöst, der als Regierungspräsident außer Dienst den Verein seit der Gründung 2002 leitete. Der 77-Jährige legte die Tätigkeit aus Altersgründen nieder. In seiner Amtszeit wuchs die Mitgliederzahl von sieben auf 56 Personen. Und viele Projekte konnten laut IBZ-Direktor Michael Schlitt durch den Verein finanziert werden, beispielsweise die Sanierung des Dreifaltigkeitsbrunnens auf dem Klosterhof sowie der beiden Klostertore, die Einrichtung eines Walderlebnispfades im Klosterforst sowie eine Internet-Station für die Gäste des IBZ. Allein für den Hochwasserschutz an den Gebäuden stellte der Verein laut Schlitt die Vorjahre insgesamt 40 000 Euro zur Verfügung. Deshalb dankte der IBZ-Direktor dem bisherigen Vorsitzenden für seine langjährige engagierte und hervorragende Arbeit. Von seinem Nachfolger wünscht sich Schlitt nun Impulse, um neue Kooperationspartner zu gewinnen und den Tourismus zu beleben.