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Markt mit Manege

Einen Hauch Zirkusluft schnupperten die Besucher des Bauernmarktes.

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Von Jens Hoyer

Die Karawane zieht weiter. Zwei Kamele, zwei Lamas und drei Esel mit putzigen Hüten über den langen Ohren. „Aufpassen auf die Kamele, dass die keinen Appetit kriegen“, ruft Gerhard Richter nach hinten, als die Kolonne den Gemüsehändler in der Bäckerstraße passiert. Gerhard Richter ist Chef des Zirkus Mondeo, der an diesem Wochenende in den Klostergärten gastiert. Zum Bauernmarkt hat er einen guten Teil seiner Manegerie aufgeboten, um den Leuten etwas zu bieten und nebenbei auch noch Werbung für die Vorstellungen zu betreiben.

Mondeo ist ein typischer Familienzirkus – zehn Familienmitglieder arbeiten mit. „Wir betreiben ihn jetzt in der vierten Generation. Ich hoffe, dass meine Kinder die fünfte sind“, sagt Richter. Die Voraussetzungen sind schon mal gut. Die Brüder Marco und Dennis Richter zeigen als Blues-Brothers vor den Marktbesuchern waghalsige Salti und kraftstrotzende Hebefiguren. Fräulein Julia schleudert 20 Hula-Hoop-Reifen gleichzeitig um ihre Taille. „Nicht erschrecken“, ruft Nathalie von oben herunter. Sie steht auf zwei Meter hohen Stelzen und verteilt Lollis an die Kinder.

Trampeltier Kalif genießt den Auftritt sichtlich. Genüsslich zerkaut es die Salatblätter und Möhren, die die Markthändler für den Zirkus gespendet haben, während Kinder auf seinem Rücken sitzen.

Marktmeister Michael Peterschik steht mit einem breiten Lächeln mitten im Spektakel. Er hat sich als Zirkusdirektor verkleidet. Nicht nur mit dem Auftritt der Zirkusleute ist er zufrieden, auch mit der Beteiligung am Kindertrödelmarkt. 13 Stände sind dieses Mal aufgebaut, das ist die dreifache Menge vom Vormonat. Nächsten Freitag hofft Peterschik, an diesen Erfolg anknüpfen zu können. Dann wird zum ersten Mal ein Erwachsenentrödelmarkt auf der Breiten Straße veranstaltet.