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Marktschwärmer nehmen Fahrt auf

Zum dritten Mal fand in der ehemaligen Teppichhalle im Hoyerswerdaer Industriegelände ein Markttag statt.

Diese Händler waren am vergangenen Freitag bei der Marktschwärmerei anzutreffen – einer völlig neuen Art des Einkaufenkönnens in Hoyerswerda. In der Bildmitte, links im Rahmen, ist Marktschwärmerei-Gastgeberin Dagmar Steuer zu sehen.
Diese Händler waren am vergangenen Freitag bei der Marktschwärmerei anzutreffen – einer völlig neuen Art des Einkaufenkönnens in Hoyerswerda. In der Bildmitte, links im Rahmen, ist Marktschwärmerei-Gastgeberin Dagmar Steuer zu sehen. © Foto: Silke Richter

Von Silke Richter

Hoyerswerda. Einladend sieht der dekorierte Empfangsbereich aus. Dort wo sich bis vor nicht allzu langer Zeit Teppichrollen und Heimtextilien stapelten, werden jetzt landwirtschaftliche Produkte verkauft. Die Initiative nennt sich Marktschwärmerei und wird bereits in anderen Städten mit Leben erfüllt. Warum nicht auch in Hoyerswerda, fragte sich Dagmar Steuer. Gesagt, getan.

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Nicht kilometerweit liefern müssen

Die Initiatorin hat auch das Projekt „Eine Stadt pflanzt“ ins Leben gerufen. Auf dem Areal unweit der Dresdener Straße wurden mit Hilfe von Bürgern, Vereinen und Partnern Bäume und Gewächse gepflanzt, deren Früchte zu gegebener Zeit dem Gemeinwohl zugutekommen sollen. „Es gibt in unserer Region so viele tolle, eigene, frische, gesunde Produkte, die nicht kilometerweit geliefert werden müssen. Unser Potenzial der Region sollten wir viel intensiver nutzen. Das trägt auch zum Umweltschutz und zur Stärkung der Region bei“, meint Dagmar Steuer.

Der gedankliche Ansatz für die Marktschwärmerei in Hoyerswerda ist ähnlich. Das Prinzip funktioniert so: Auf der Internetseite der Marktschwärmerei Hoyerswerda sind alle beteiligten Direktvermarkter aus der Region zu finden. Die aufgelisteten Produkte können bis jeweils Mittwochabend bequem von zu Hause aus angesehen, ausgesucht und bestellt werden. Ohne Mitgliedsbeitrag und ohne Mindestbestellwert. Bezahlt wird beim Online-Einkauf beispielsweise per PayPal. Jeder Kunde erhält eine Nummer, mit der er freitags zwischen 17 und 18.30 Uhr seine bestellten Waren abholen kann.

Die Atmosphäre in der Halle gleicht einem kleinen, aber feinen Bauernmarkt mit familiärem Charakter. Angefangen von frischen Eiern, Kaffee, Fleisch, Wurst, Kartoffeln, Mehl, Honig, Saft bis hin zu Pilzen und Backwaren bleibt nahezu fast kein Wunsch offen. Julia Kieschnick ist mit ihrer Tochter zu den Marktschwärmern gekommen. Auf der Einkaufsliste der jungen Mutter stehen Dinge wie Sauerkraut, Champignons, Kürbiskern-Puddingpulver, Lavendel-Essig, Kräutersalz und Himbeer-Rosen-Essig. Für Klein Ida gibt es eine Kostprobe – aber nicht vom Essig!. Glaubt man dem zufriedenen Gesichtsausdruck des kleinen Mädchens, scheint die kulinarische Überraschung, eine Wiener, sehr zu schmecken. Das freut André Noack vom Hofgut Kaltenbach. Der Firmeninhaber zieht die Marktschwärmerei in der Halle in Hoyerswerda einem Wochenmarkt durchaus vor. „Es ist vom Wetter her unabhängig, es herrscht eine gemütliche Atmosphäre und es ist nicht so stressig wie auf Wochenmärkten. Das ist für mich pure Erholung nach einem anstrengenden Arbeitstag. Die Kunden bestellen und bezahlen ihre Waren ganz in Ruhe zu Hause und holen sie nur noch bei uns ab“, meint André Noack begeistert. Der Unternehmer ist einer von nunmehr 18 Marktschwärmern in Hoyerswerda.

Überraschende Erfahrungen

Die Freitagabende bieten auch genug Zeit, um untereinander ins Gespräch zu kommen und sich kennenzulernen. Die breite Palette unterschiedlicher Anbieter und die Vielfalt der Produkte sorgen selbst bei erfahrenen und langjährigen Geschäftsführern wie Roland Nuck vom Bergener Landwirtschaftsbetrieb für Aha-Effekte: „Ich wusste vor der «Marktschwärmerei» nicht, dass wir so viele Angebote in der Region haben. Zudem lässt sich auf diese Weise auch Kundschaft gewinnen, die man sonst nicht erreicht.“

Und auch untereinander wachsen die Direktvermarkter enger zusammen. So haben sich schon kleine Kooperationen gebildet, wenn gegenseitige Unterstützung in der Markthalle gebraucht wird.„Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden und freuen uns über die positive erfolgreiche Entwicklung. Schrittweise sollen weitere, neue Ideen mit in das Konzept einfließen, um Obst und Lebensmittel aus der Region retten zu können“, lässt Dagmar Steuer wissen.

Bestellungen in der Marktschwärmerei Hoyerswerda bis Mittwochabend auf der Internetseite www.marktschwaermer.de/de/assemblies/12692
Abholung der bestellten Ware jeden Freitag von 17 bis 18.30 Uhr in der Markthalle im Hoyerswerdaer Industriegelände Straße E 8 (neben Kaufland)

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