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Corona: Masken begehrter als Klopapier

Mit der Mundschutzpflicht in Sachsen, gibt es nun einen regelrechten Ansturm in der Region Döbeln. Doch mancher Anbieter wartet vergeblich auf eine Lieferung.

Monika Koch bietet in der Park-Apotheke Hartha Mundschutz und genähte Schutzmasken an.
Monika Koch bietet in der Park-Apotheke Hartha Mundschutz und genähte Schutzmasken an. © Dietmar Thomas

Region Döbeln. Seit Montag ist er in Sachsen beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln Pflicht, der Mund- und Nasenschutz. Und die dafür idealen Masken sind scheinbar noch begehrter als Klopapier. In der Region Döbeln gab es einen regelrechten Ansturm auf die Masken, die für die einmalige Verwendung und aus Stoff angeboten werden. Die Preise sind ebenso unterschiedlich, wie die Machart. So sind einfache Masken bereits ab 1,35 Euro zu haben, hochwertig Verarbeitete kosten bis zu 11 Euro.

Harthaer Apotheke bietet zweilagige Maske

„Wir sind heute mit nichts anderem beschäftigt“, sagt Monika Koch, Inhaberin der Park-Apotheke Hartha. Am Sonnabend habe sie bereits 150 Masken verkauft, 200 am Montag. Die Lieferung von 1.000 Wegwerfmasken ist angekündigt. 

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Silke Vité vom gleichnamigen Schneideratelier näht außerdem Stoffmasken, welche die Apotheke mit vertreibt. Für die Einnahmen gibt’s eine Extrakasse. Denn das Geld erhält komplett das Atelier. In dem sitzen auch die Mitarbeiterin und der Lehrling an der Nähmaschine. Gemeinsam haben sie bisher rund 400 Masken hergestellt, die Apothekerin Monika Koch als sehr, sehr gut bezeichnet. 

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Sie bestehen aus zwei Lagen Baumwolle, zwischen denen eine Vliesschicht liegt. Außerdem ist ein Metallstück eingearbeitet, dass sich biegen und der Nasenform anpassen lässt.

Mundschutz statt Pelzkragen in Roßwein

Normalerweise fahren Kerstin und Thomas Krebs vom Pelz und Leder-Geschäft in Roßwein zu dieser Zeit von Bauernmarkt zu Bauernmarkt und bieten ihre Waren an. „Aber das fällt ja aus“, sagt Kerstin Krebs. Deshalb nutzt ihr Mann Thomas die Nähtechnik jetzt zur Herstellung von Stoffmasken. Die Anleitung dafür hat er im Döbelner Anzeiger gefunden. Auch für Kinder sind Masken dabei, etwas kleiner und mit zwei Bändern. So verrutschen sie nicht.

Bereits vor einem Monat hat Andrea Bachmann, Inhaberin der Löwen-Apotheke in Roßwein, verschiedene Sorten Schutzmasken bestellt. Doch bisher lässt die Lieferung auf sich warten. „Wir hoffen jeden Tag, dass welche dabei sind“, sagt sie.

Langsam wird das Material in Meinsberg knapp

Zweilagig mit einer Tasche, in die ein Filter gesteckt werden kann und im oberen Rand ein Edelstahldraht, der vor dem Waschen herausgenommen werden kann – so sehen die Masken aus, die Ulrike Dumat in ihrer Änderungsschneiderei in Meinsberg näht. Inzwischen greift sie auf ihre Stoffreserven zurück und verwendet Motive, wie Schildkröten, Muffins und Blumen. 

Vor Ende April konnte ihr der Stofflieferant keinen Nachschub zusagen. Ähnlich sieht es mit anderen Materialien aus. Bereits seit Anfang März näht sie Masken und bietet an, diese vor dem Kauf anzuprobieren. Denn die Kopfformen sind doch recht unterschiedlich. Deshalb werde das Gummiband stets so verändert, dass die Maske bei dem Träger auch richtig sitzt.

Über 1.000 Schutzmasken in Döbeln verkauft

Mehr als 1.000 Schutzmasken sind seit Freitag bereits über die Ladentische der Rosen-Apotheke und der Apotheke Zum Riesenstiefel in Döbeln gegangen. Auf eine Lieferung von 600 weiteren Masken hat Inhaber Stefan Leutert am Montagmittag gerade gewartet. 

„Am Dienstag kommt nochmal ein kleiner Nachschub“, meint er und stellt fest, dass sich die Menschen erst an die neue Situation gewöhnen müssen. Etwa die Hälfte der Kunden komme ohne Schutzmaske in die Apotheke oder habe diese unters Kinn gezogen. „Wir müssen immer wieder an die neue Pflicht erinnern“, so Leutert.

Kunden halten sich nicht an Vorgabe

Mehr als 1.000 Schutzmasken sind seit Freitag bereits über die Ladentische der Rosen-Apotheke und der Apotheke Zum Riesenstiefel gegangen. Auf eine Lieferung von 600 weiteren Masken hat Inhaber Stefan Leutert am Montagmittag gerade gewartet. „Am Dienstag kommt nochmals ein kleiner Nachschub“, meint er und stellt fest, dass sich die Menschen erst an die neue Situation gewöhnen müssen. Etwa die Hälfte der Kunden komme ohne Schutzmaske in die Apotheke oder habe diese unters Kinn gezogen. „Wir müssen immer wieder an die neue Pflicht erinnern“, so Leutert.

Schräg gegenüber der Rosen-Apotheke haben die Kunden am Montagmorgen an Anett’s Nähstüb’l Schlange gestanden. Ein großes Schild vor dem Laden verkündete den Verkauf von preiswerten waschbaren Masken. Der Vorrat war aber schnell aufgebraucht. Doch auch am Nachmittag gab es noch interessierte Kunden. Die mussten dann so lange vor dem Laden ausharren, bis die nächste Maske fertig genäht war.

Lange Lieferzeit verzögert Verkauf in Ostrau

Ina Herrmann, Inhaberin der Apotheke Ostrau, muss ihre Kunden noch vertrösten, zumindest, was die preiswerteren Wegwerfmasken betrifft. „Ab Donnerstag bieten wir diese an“, sagt sie und ärgert sich über die Verzögerung . Denn bestellt seien sie bereits seit zwei Wochen. 

Sie werde die rund 700 Masken selbst beim Lieferanten abholen, damit sie tatsächlich an diesem Tag verfügbar sind. Ab Montagnachmittag war die teurere Variante mit Ventil erhältlich. Und in drei bis vier Tagen stünden auch genähte Schutzmasken zur Verfügung.

Diakonie-Stoffmasken in Leisnig schnell vergriffen

Die 200 Stoffmasken, die die betreuten Mitarbeiter der Diakonie Roßwein genäht haben, waren in der Löwen-Apotheke Leisnig schnell vergriffen. „Die Masken sind sehr gefragt“, sagt Annika Ray, Pharmazeutisch Technische Assistentin. Das trifft auch auf die Wegwerfmasken zu, von denen die Apotheke am Markt von Sonnabendmorgen bis Montagmittag bereits 800 Stück verkauft hat.

Stückzahl bei Mundschutz in Waldheim begrenzt

Dr. Andreas Liebau, Inhaber der Ahorn-Apotheke Waldheim, befürwortet die Lockerung der Pandemie-Regeln und auch das Tragen der Schutzmasken. „Sie sind notwendig“, sagt er. Seit Freitag hätten die Kunden die Apotheke überrannt und 750 Mundschutze und 200 FFP2-Masken gekauft.

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„Wir hätten noch einige hundert Mundschutze mehr verkaufen können“, so Liebau. Damit möglichst viele Kunden einen erhalten, hat er die Stückzahl teilweise begrenzt. Eventuell am Mittwoch gebe es Nachschub. Der sei aber im Moment schwer zu beschaffen.

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