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Wo in Döbeln Mundschutz verschenkt wird

Mitglieder des Vereins „Vietnamesen in Döbeln“ haben fleißig genäht. Das Ergebnis gibt es nun gratis zum Einkauf dazu.

Der Döbelner Wehrleiter Thomas Harnisch (links), Bürgermeister Sven Liebhauser und Phan Hop (rechts), Vorsitzender des Vereins „Vietnamesen in Döbeln“, zeigen einen Karton mit Gesichtsmasken, der für die Döbelner Feuerwehr bestimmt ist.
Der Döbelner Wehrleiter Thomas Harnisch (links), Bürgermeister Sven Liebhauser und Phan Hop (rechts), Vorsitzender des Vereins „Vietnamesen in Döbeln“, zeigen einen Karton mit Gesichtsmasken, der für die Döbelner Feuerwehr bestimmt ist. © Dietmar Thomas

Döbeln. Verwundert bleibt Ursula Hanisch stehen. Sie hat gerade ihren Einkauf erledigt, als sie von einer Vietnamesin gefragt wird, ob sie eine Schutzmaske haben will.

Dieses Angebot nimmt die Roßweinerin, die gerade bei Kaufland in Döbeln eingekauft hat, gern an. „Ich finde es allerdings schade, dass in Deutschland nicht genügend Schutzkleidung vorhanden ist. Sonst wären solche privaten Initiativen doch gar nicht nötig“, kann sich Ursula Hanisch eine Kritik nicht verkneifen.

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Der Verein „Vietnamesen in Döbeln“ hat in den vergangenen Tagen 800 Schutzmasken genäht und verteilt diese in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung kostenlos an Kunden in Supermärkten. „Diese Aktion bei Kaufland ist der Auftakt“, sagte Döbelns Bürgermeister Sven Liebhauser (CDU). 

Am Mittwoch bei Kaufland und am Donnerstag bei Marktkauf sollen weitere Masken an die Kunden verteilt werden. „Diese Aktion beweist, dass in einer solchen Situation alle Döbelner zusammenhalten“, fügt Liebhauser an. 

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Der Verein sei auf die Stadtverwaltung zugekommen, und habe seine Unterstützung angeboten. Gerade in Supermärkten kommen viele Menschen zusammen. Auch wenn auf den Mindestabstandes geachtet wird, lässt sich dieser doch nicht immer einhalten. „Die Gesichtsmasken sind deshalb ein gutes Mittel, um andere vor Ansteckung mit dem Coronavirus etwas zu schützen. Zudem beruhigen sie auch den Träger selbst“, so Liebhauser.

Ein Karton mit Masken geht auch an die Döbelner Feuerwehr. Wehrleiter Thomas Harnisch nimmt aus den Händen von Phan Hop, Vorsitzender des Vereins Vietnamesen in Döbeln, einen Karton mit Mundschutzmasken entgegen. „Das war uns wichtig, dass auch die Feuerwehr entsprechend unterstützt wird“, sagt Phan Hop. 

Harnisch findet die Aktion eine feine Sache. „Wir haben vom Nähstübchen schon mal einen Schwung Masken erhalten“, so Harnisch. Nun könne jeder der 160 Kameraden, die in allen Ortswehren Dienst tun, mit einer Maske ausgestattet werden.

Der Verein „Vietnamesen in Döbeln“ wurde im Dezember 2006 gegründet. Mittlerweile gehören ihm auch Mitglieder aus anderen Regionen Sachsens an. „Wir sind insgesamt 40 Familien, die in Döbeln, aber auch zum Beispiel in Hartha, Leisnig oder Oschatz leben“, sagt Phan Hop. 

Für die Mundschutzmasken wurde Baumwolle als Material verwendet. „Wir haben die Masken nach dem Nähen gewaschen und sogar gebügelt“, berichtet der Vereinschef. Sie sind waschbar und können demzufolge wiederverwendet werden.

In den kommenden Tagen und Wochen wollen die Vereinsmitglieder noch mehr Mundschutzmasken herstellen. Damit diese aber nicht ins Blaue hinein produziert werden, wird das Schutzmaterial an die Stadtverwaltung geliefert. 

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„Bei uns gehen verschiedene Anfragen ein. Deshalb ist es sinnvoll, dass wir die Verteilung der Masken koordinieren. Je nach Bedarf können die Mitglieder des Vereins dann weitere Masken nähen“, sagte Bürgermeister Sven Liebhauser.

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