merken
PLUS Sachsen

Masken-Muffeln drohen in Sachsen 60 Euro Bußgeld

Im ÖPNV und beim Einkaufen: Zum Schutz vor Corona verschärft Sachsen ab September die Maskenpflicht. Wie der Plan umgesetzt werden soll.

Im Zug muss vorerst noch bis zum 31. Oktober eine Maske getragen werden.
Im Zug muss vorerst noch bis zum 31. Oktober eine Maske getragen werden. © Hendrik Schmidt/dpa

Dresden. Die Maskenpflicht im öffentlichen Personennahverkehr und beim Einkaufen soll in Sachsen weiter gelten. Das gab Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) nach der Kabinettssitzung am Dienstag bekannt. Ab dem 1. September soll außerdem bei Verstößen gegen die Maskenpflicht ein Bußgeld von 60 Euro fällig werden. Das Kabinett will dies in der kommenden Woche mit der neuen Corona-Schutzverordnung beschließen. 

In fast allen Bundesländern wird schon länger ein Bußgeld für Masken-Verweigerer verhängt, nur in Sachsen und Sachsen-Anhalt gibt es bisher keine Regelung.

Sachsenbessermachen.de
Wir geben Geschichten aus Sachsen eine Bühne.
Wir geben Geschichten aus Sachsen eine Bühne.

Hinsehen, Zuhören, Lösungen finden - gemeinsam. Sachsen besser machen!

Es habe viele Beschwerden gegeben, dass sich ein Teil der Bevölkerung nicht mehr an das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung hält, sagte Köpping. Viele würden sich rüde verhalten und aggressiv reagieren, wenn sie auf die Maskenpflicht hingewiesen werden. Man müsse Solidarität zeigen mit den Menschen, die eine Maske tragen. „Sie wollen wir unterstützen“, sagte Köpping. Menschen mit einem ärztlichen Attest und Schwerbehinderte müssen keinen Mund-Nase-Schutz tragen.

Maskenpflicht: Polizei und Ordnungsamt sollen Bußgelder eintreiben

In den kommenden Tagen wird es Beratungen mit den Städten und Gemeinden geben, wie der neue Bußgeldkatalog umgesetzt werden soll. Polizei und Ordnungsamt sind dafür verantwortlich, die Bußgelder einzutreiben. Im Nahverkehr gibt es die Überlegung, die Kompetenzen der Fahrkartenkontrolleure auszuweiten, sagte Köpping. Die Kontrolleure in Bus und Bahn können bisher schon Bußgelder wegen Schwarzfahrens verhängen.

Der Anteil derjenigen, die keinen Mund-Nase-Schutz tragen, steige.  „Die Menschen werden ein bisschen nachlässig.“ Gerade die Zeit, wo viele aus dem Urlaub zurückkommen, die Kinder wieder in die Schule und Kita gehen, verstärkt Familienfeiern stattfinden und die Erkältungswelle im Herbst wartet, sei eine wichtige Phase für den Verlauf der Pandemie. In Sachsen seien die Infektionszahlen bisher noch gut, sagte Köpping. "Das ist manchmal Fluch und Segen zugleich." Das könne auch schnell zu Leichtsinnigkeit führen. 

In Sachsen nehmen die Neuinfektionen mit dem Coronavirus weiter moderat zu. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden am Dienstag 17 Fälle mehr als am Vortag registriert. Die meisten Fälle meldete die Stadt Leipzig. In sieben Landkreisen wurden keine neuen Infektionen registriert. Seit März sind damit 5.746 Infektionen im Freistaat bestätigt. 

Mehr als 12.200 Reiserückkehrer auf Corona getestet

An den Testzentren an den sächsischen Flughäfen in Leipzig/Halle und Dresden können sich Reiserückkehrer seit Anfang August testen lassen. In Dresden gab es nach Angaben des Gesundheitsministeriums bisher 5.359 Tests, in Leipzig/Halle waren es 5.572. In dem neuen Testzentrum an der Autobahn 4 bei Görlitz am Parkplatz „An der Neiße“ wurden seit Freitag 446 Tests durchgeführt, an der Autobahn 17 bei Bad Gottleuba, Parkplatz „Am Heidenholz“, waren es 831. Insgesamt wurden seit Freitag 24 Reiserückkehrer positiv auf das Corona-Virus getestet. 

Weiterführende Artikel

Länder prüfen einheitliche Bußgelder

Länder prüfen einheitliche Bußgelder

Wer in Bussen und Bahnen keine Maske trägt und erwischt wird, muss in einigen Bundesländern zahlen - in anderen nicht. Das könnte sich bald ändern.

Masken-Bußgeld als Beruhigungspille

Masken-Bußgeld als Beruhigungspille

Mit ihrer neuen Corona-Verordnung tut sich die sächsische Landesregierung keinen Gefallen - ein Kommentar.

Masken-Verweigerer sind in der Minderheit

Masken-Verweigerer sind in der Minderheit

Wie eine Exklusiv-Umfrage nahelegt, halten sich die meisten Sachsen an die Corona-Regeln. Auch das Management der Politik wird gelobt.

So sind Corona-Masken auch im Sommer erträglich

So sind Corona-Masken auch im Sommer erträglich

Obwohl sie vielerorts Pflicht sind, verzichten zunehmend mehr Menschen darauf. Hat das Konsequenzen?

Die neue Corona-Schutzverordnung soll vom 1. September bis zum 31. Oktober gelten. Sachsen befürwortet unter anderem, dass Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern wieder möglich sind. Bei Familien- und Vereinsfeiern soll es keine Änderungen geben.

So berichten wir über die Corona-Krise:

Mehr zum Thema Sachsen