merken
PLUS Niesky

500 Schutzmasken für Nieskyer Diakonie

Ein Aufruf bewirkt Wunder: Der Sozialstation fehlte es bisher an der einfachsten Schutzausrüstung. Also wurde um Hilfe gebeten.

Maria Rackel, Geschäftsführerin der Diakonie Sozialstation in Niesky, zeigt eine Auswahl selbstgenähter Stoffmasken für die Mitarbeiter. Rund 500 sind nach einem Spendenaufruf zusammengekommen.
Maria Rackel, Geschäftsführerin der Diakonie Sozialstation in Niesky, zeigt eine Auswahl selbstgenähter Stoffmasken für die Mitarbeiter. Rund 500 sind nach einem Spendenaufruf zusammengekommen. © André Schulze

Maria Rackel ist begeistert über die Resonanz des Aufrufes, den sie und ihre Mitarbeiter per WhatsApp gestartet hatten. Die Geschäftsführerin der Diakonie-Sozialstation Niesky erzählt: "Um den Infektionsschutz für unsere Patienten und Mitarbeiter zu erhöhen, haben wir vor zwei Wochen einen Aufruf gestartet, wer uns mit dem Nähen von Mund-Nasenschutzmasken unterstützen kann. Die Beteiligung war beeindruckend!"

So haben sich Raumausstatter, Inhaber von Brautmodengeschäften, Schneiderinnen, Angehörige von Patienten, Privatpersonen und Mitarbeiter der Diakonie an die Nähmaschinen gesetzt und teilweise sehr farbenfrohe Mundschutzmasken genäht.

Bauen und Wohnen
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?

Hier finden Sie alles, was Sie fürs Sanieren, Renovieren oder Bauen Ihrer eigenen vier Wände brauchen.

Rund 500 Stück sind bisher in der Sozialstation eingetroffen. Ausgestattet damit werden die über 100 Mitarbeiter, die zum Großteil im ambulanten Pflegedienst unterwegs sind. "Bisher hatten wir nichts an Schutzkleidung, denn beim ersten Verteilen sind die Pflegedienste wohl vergessen worden", mutmaßt Maria Rackel. Diese Misere führte schließlich dazu, dass die Nieskyer selbst Initiative ergriffen und um Hilfe gebeten haben. 

Aussicht auf Profi-Schutzmasken

Mit den 500 Stück kommen die Pflegerinnen erstmal über Ostern. Nächste Woche soll die Sozialstation für ihr Personal die professionellen Schutzmasken vom Typ FFP2 erhalten. Zumindest wurde das Frau Rackel zugesagt, dass da eine Lieferung aus China kommt. "Es wäre unverantwortlich, würden wir ohne Schutzkleidung weiterarbeiten. Sie hätte uns schon längst zur Verfügung stehen müssen", sagt die Leiterin. Umso erfreulicher ist es für sie und ihr Personal, dass es in diesen schwierigen Zeiten Leute gibt, die helfen. "Wir sind überaus dankbar für dieses Zeichen der Solidarität und Menschlichkeit!", betont sie.

Eine, die sich für die Nieskyer Pflegerinnen an die Nähmaschine gesetzt hat, ist Silvia Klos. Die Modedesignerin führt in Dresden auf dem Weißen Hirsch ein Brautmodengeschäft. Aber dieses ist geschlossen und so suchte sie zusammen mit ihrer Angestellten nach einer alternativen Beschäftigung, die auch etwas Geld in die Ladenkasse bringt. "Wir nähen jetzt keine Brautkleider mehr, zumal der Bedarf zusammengebrochen ist, sondern Schutzmasken", erzählt die 41-Jährige.  

Stoffmasken statt Brautmode

Sie verwendet dazu Baumwollstoff und als Zwischenlage Flies aus dem auch Stoffwindeln gemacht werden. Dabei stellt sie die Schutzmasken für Erwachsene und Kinder her. "Mit dem Unterschied, dass bei den Erwachsenen drei Lagen genäht werden, bei den Kindern nur zwei, um einer Atemnot vorzubeugen", erzählt die Geschäftsfrau. Eine Erfahrung, die sie erst beim Nähen gesammelt hat. Ein größerer Posten ist bereits an das Dresdner Uni-Klinikum gegangen. Nun hat sie über drei Ecken von dem Aufruf der Nieskyer Sozialstation erfahren. Für sie wurden 40 Stoffmasken genäht.

Nach dem eigenen Muster, wie Silvia Klos erzählt. Zum Befestigen verwendet sie Gummiband, dass die Maske aber nicht mit den Ohren hält, sondern im Nacken und am Hinterkopf. "Das ist vor allem für Brillenträger praktisch." Dennoch hat auch sie mit Engpässen zu kämpfen: "Gegenwärtig ist nirgends Binde- oder Einfassband zu bekommen, um die Stofflagen zusammenzunähen", beklagt sie.

 Maria Rackel ergänzt, dass es das eigene Bestreben war, mit dem Aufruf möglichst vielen die Chance zu geben, auch gegen Bezahlung, die Masken zu fertigen. "Wir wollen damit diejenigen ein wenig unterstützen, die jetzt von Schließungen und keiner Arbeit betroffen sind."   

Mehr Nachrichten aus Görlitz lesen Sie hier:

Mehr Nachrichten aus Niesky lesen Sie hier:

Mehr zum Thema Niesky