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Masterplan fürs Stadtjubiläum

Für die Freitaler 100-Jahr-Feier wurden viele Ideen versammelt. Die Frage ist nun, wer das alles umsetzen könnte.

Arbeitsverteilung: Beim ersten Workshop überlegten die Teilnehmer, wer sich der vielen guten Vorschläge annehmen könnte.
Arbeitsverteilung: Beim ersten Workshop überlegten die Teilnehmer, wer sich der vielen guten Vorschläge annehmen könnte. © Foto: Karl-Ludwig Oberthür

Gut eineinhalb Jahre noch, dann schreibt man bereits das Jahr 2021. Für Freital wird es ein Besonderes, weil die Stadt ihr 100. Gründungsjubiläum feiert. Es soll mehr werden, als ein großes Fest. Vorgesehen ist, ganz viele ohnehin im Kalender fest verankerte Veranstaltungen unter das Motto „100 Jahre Freital“ zu stellen. Dazu gehören Weihnachtsmarkt und Windbergfest, zudem hat sich Freital für den Tag der Sachsen beworben. Damit es eine runde Sache wird, sind weitere 97 Feste, Märkte, Konzerte, Aufführungen geplant. Alleine kann das keine Stadtverwaltung und kein Verein stemmen. „Wir sind auf die Mithilfe ganz vieler Bürger angewiesen“, sagt Peter Pfitzenreiter, Erster Bürgermeister von Freital. Wie das funktionieren soll, dafür gibt es nun einen Masterplan.

Schritt eins: Arbeitsgruppe formuliert Leitbild

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Seit zwei Jahren gibt es bereits eine Arbeitsgruppe, die sich aus Stadträten und auch einigen Mitarbeitern der Stadtverwaltung zusammensetzt. Die hat bereits erste Ideen gesammelt und ein Leitbild für das Stadtjubiläum entwickelt. Ganz wichtig ist: Das Festjahr soll von Freitalern für Freitaler und deren Gäste gestaltet werden. Man will also keine Agentur beauftragen, die Veranstaltungen zu organisieren und durchzuführen, sondern die Bürger sollen selbst tätig werden. Im Grunde genommen soll es funktionieren, wie jedes Dorffest: Interessenten schließen sich zusammen und stellen etwas auf die Beine. „Als Stadtverwaltung stehen wir allen zur Seite, wenn es um Finanzen, Genehmigungen, Sperrungen, Marketing oder ähnliches geht“, erläutert Matthias Weigel, Sprecher der Stadtverwaltung.

Schritt 2: Postkartenaktion bringt 300 Ideen ein

Im vergangenen Jahr initiierte die Stadtfest-Arbeitsgruppe eine Postkartenaktion. Darauf konnten alle Bürger Ideen für Feste, Veranstaltungen, Aktionen notieren und ans Rathaus zurückschicken. Die Postkarten wurden in öffentlichen Einrichtungen ausgelegt und fleißig genutzt. Rund 300 Vorschläge kamen zusammen, zum Beispiel Straßenflohmarkt, Drachenfest, geschichtliche Wanderungen und historische Stadtführungen, Radrennen, Oldtimertreffen, Tag des offenen Gartens, der Aufbau einer Feldbahnstrecke und ein großes Klassentreffen aller Freitaler Schulen. Ziel ist es, im Festjahr 100 Veranstaltungen durchzuführen.

Schritt 3: Ideen werden sortiert und koordiniert

Die 300 Ideen wurden zunächst unabhängig von ihrer Umsetzbarkeit in vier Arbeitsbereiche einsortiert, damit sie nun weiter von sogenannten Koordinationskreisen weiterverfolgt werden können. „Freital begeistert“ wird sich vor allem um bunte Feste kümmern. Vorgeschlagen wurden hier unter anderem eine Bergparade, ein Kinderfest, eine Nacht der Industrie. „Freital beeindruckt“ hat im weitesten Sinne Ideen zur Stadtgestaltung und Marketing auf der Liste stehen. Vorgeschlagen wurden zum Beispiel eine Fassadenbegrünung, ein barrierefreies Windbergdenkmal, der Bau einer Minigolfanlage oder die Auflage einer Jubiläumsbriefmarke. „Freital bewegt“ soll sich um sportliche Aktivitäten und Feste kümmern. Hier stehen Ideen wie ein Straßenfußballturnier, ein Eisenbahnfestival, das Backen eines Riesengeburtstagskuchens, ein Spieletag oder ein Radrennen auf der Liste. Der vierte Koordinierungskreis heißt „Freital bewahrt“ und beschäftigt sich mit der Historie der Stadt. Vorgeschlagen wurden unter anderem historische Stadtführungen und Wanderungen, das Blättern in alten Zeitungen, die Digitalisierung von historischen Fotos oder das Verfassen einer Stadtchronik.

Schritt 4: Workshops sollen Akteure und Ideen zusammenbringen

Viele Vorschläge wurden anonym abgegeben. Deshalb müssen sie nun an kompetente, erfahrene oder unternehmungslustige Freitaler weitergeleitet werden, die sich vorstellen könnten, derartige Veranstaltungen zu organisieren. Dazu werden zwei Workshops veranstaltet, der erste fand am vergangenen Donnerstagabend statt. Ziel ist es, dass Vereine, Privatpersonen oder auch Unternehmen der Ideen annehmen und diese umsetzen. Dafür soll es im dritten Quartal weitere Treffen geben, auch um zu klären, welche Geldtöpfe man für die 100-Jahr-Feier anzapfen könnte. Einige Vorschläge sind bereits in festen Händen gelandet.

Eine weitere Infoveranstaltung mit Ideenworkshop findet am Dienstag, 18. Juni 2019, 18 bis 20 Uhr in der Scholl-Grundschule Hainsberg, Richard-Wolf-Straße 1 statt.

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