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Matchball im Nossener Muldental

Das Landkreis entscheidet jetzt, ob der Tennisverein eine eigene Anlage am Muldentalsportplatz bauen kann.

Von Dieter Hanke

Der Nossener Tennisverein hofft weiter auf einen guten Aufschlag, denn damit kann er Punkte für sich entscheiden. Die ersten Sätze haben die Nossener schon gewonnen. In einem kräftezehrenden Match oder auch Genehmigungsverfahren stimmten Natur- und Umweltverbände in Sachsen dem Bau eines Tennisplatzes im Muldental zu. Hinter dem Hartplatz des Muldentalsportplatzes will der vor fast zwei Jahren gegründete Verein eine Zweifeld-Anlage errichten. „Wir wünschen uns das sehnlichst und haben dafür schon viel Zeit und Mühe aufgewendet“, sagt Vorsitzender Gunar Lantzsch. Zurzeit müssen die Freizeitsportler u. a. nach Freiberg oder Döbeln fahren, wenn sie mal Tennis spielen wollen.

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Problematisch ist allerdings der vorgesehene Standort für die Tennisanlage. Denn die zwei Spielfelder, die insgesamt eine Größe von etwas über 1 200 Quadratmeter haben sollen, liegen im Landschaftsschutzgebiet. Auch ein FFH-Gebiet ist angrenzend. Seltene Pflanzen und Tiere haben hier ihren Lebensraum. Und der Tennisplatz liegt im Überschwemmungsbereich der Freiberger Mulde.

Das Atelier Grün, ein Büro für Landschaftsplanung und -architektur in Krögis, hat im Auftrag der Stadt Nossen und des Vereins in einer Studie Vor- und Nachteile dieses Standortes analysiert. Das überzeugte wohl die Natur- und Umweltverbände und auch die Naturschutzbehörde vom Landkreis. Denn die Eingriffe in die Natur halten sich in Grenzen, und es sind auch keine erheblichen Störungen für geschützte Tiere zu erwarten.

Der Verein lenkte ebenfalls ein. Eine ursprünglich geplante Flutlichtanlage entfällt. Ballfangnetze, Stangen und anderes können schnell demontiert werden, wenn Hochwasser droht. Als Ausgleich wollen die Sportler auch entlang der Mulde auf einer Fläche von 1 650 Quadratmetern  einen Auenwald schaffen. Erlen, Eschen und Weiden werden gepflanzt.

Jetzt entscheidet die Wasserbehörde des Landkreises, ob der Nossener Tennisverein den entscheidenden Matchball zum Sieg sprich Bau der Anlage verwandeln kann. Denn diese Behörde lehnte kürzlich das Vorhaben bei einer Bauvoranfrage ab, da sich der Tennisplatz im Überschwemmungsbereich der Mulde befinden würde.

Das Krögiser Landschaftsbüro hat jetzt eine Ausnahmegenehmigung beim Landratsamt beantragt. „Wir hoffen sehr, dass diesem Anliegen stattgegeben wird“, sagt Vereinsvorsitzender Gunar Lantzsch. Denn die Sportler haben sich schon die Füße wund gelaufen, um eventuell einen anderen Standort für eine Tennisanlage in der Muldestadt oder der Umgebung zu finden. Auf dem Nossener Steinbusch, in Rhäsa, in Leipen, am Bad und an der Mittelschule sowie an anderen Stellen in Nossen wurden Flächen geprüft. Doch alle Standorte erwiesen sich als nicht machbar.

„Bei allen Bedenken mit der Nähe zur Mulde – ein Tennisplatz an der Muldentalsportanlage ist die sinnvollste Lösung“, sagt Bürgermeister Uwe Anke. Das Engagement der Tennisspieler sollte nach seiner Ansicht mit einem Ja der Landkreisbehörden zu diesem Standort belohnt werden. Denn die Vorteile seien dort unbestreitbar: Der Platz liege zentral im Muldental, neben den Fußballplätzen. Es gebe einen großen Parkplatz an der Eichholzgasse. Eine Lärmbelästigung von Bürgern scheide aus, die Tennisfreunde könnten die sanitären Einrichtungen vom Muldentalsportplatz mit nutzen. Die Fläche gehört der Stadt, der SV Lok Nossen unterstützt das Projekt. Bürgermeister Anke: „Der Tennisverein würde den Freizeitsport in Nossen und auch den Sportkomplex im Muldental bereichern.“

Hinzu kommt, dass sich bei diesem Vorhaben da für Nossen die finanziellen Verpflichtungen in Grenzen halten. Denn ein Mitglied des Tennisvereins sponsert den Bau der Zweifeld-Anlage. „Ich stehe nach wie vor zu meinem Wort, obwohl ich es gern gesehen hätte, wenn ein Bau schon zu einem früheren Zeitpunkt erfolgt wäre“, bemerkt der Sponsor aus Nossen, der nicht genannt sein möchte.