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Mauer fast fertig, neue Bäume kommen im April

Bis zum traditionellen Moritzburger Fischzug am kommenden Wochenende werden die Arbeiten an den Mauern des Dammweges durch den Schlossteich noch nicht abgeschlossen sein. Doch noch in diesem Jahr sollen sie sich den Besuchern wieder komplett denkmalgerecht aufgemauert präsentieren.

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Von Sven Görner

Nach dem Streit um den Erhalt der Kastanien auf dem Dammweg vor Schloss Moritzburg, den der BUND nach anfänglichen Erfolgen Ende Juli verloren hat (SZ berichtete), ist es ruhig um die Arbeiten zur Sanierung des Dammes geworden.

Bei einem planmäßigem Baustart im Frühjahr hätte das Projekt im Herbst abgeschlossen werden sollen. Weil die Bäume aber erst im Juli gefällt wurden, kommt es nun offenbar zu Verzögerungen. Zwar wird die Mauer bis Ende Oktober Anfang November fertig sein, doch endgültig soll die Dammwegsanierung erst im April 2004 abgeschlossen werden. Wie die Sprecherin des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) Ulrike Weber-Loth sagt, werden dann in einem Zug die noch zu verlegenden Leitungen in die Erde gebracht und der Dammweg mit einem neuen Belag und den historischen Rasenbändern wiederhergestellt. Dabei kommen auch die 30 neuen rotblühenden Kastanien an ihre künftigen Standorte. Die Bäumchen sollen einen Stammdurchmesser von 20 bis 25 Zentimeter haben und vier bis fünf Meter hoch sein. Allein für die Bäume sind 45 000 Euro geplant.

Allerdings scheint die verzögerte Baumfällung nicht der einzige Grund für die Verspätung bei der Dammwegsanierung zu sein. Offensichtlich gab es zwischen dem SIB und dem Schlösserbetrieb auch Unstimmigkeiten darüber, welche Leitungen für das Schloss neu verlegt werden müssen. Nun scheinen diese ausgeräumt zu sein.

Trotz der Bauarbeiten und des dafür fast trockengelegten Schlossteiches findet am kommenden Wochenende der traditionelle Moritburger Fischzug statt. Teichpächter Gerhard Schulze hat bereits Wasser aus dem östlichen Teil des Teiches in den westlichen geleitet, in dem sich die Fischgrube befindet. „Ein bisschen müssen wir sogar wieder ablassen, weil es für das Abfischen noch zuviel ist.“ Damit am Wochenende überhaupt ein Schaufischen möglich ist, setzt Schulze in dieser Woche etwa fünf Tonnen Fisch, vor allem Karpfen, aus dem Sophien- in den Schlossteich um. Wann genau, will er allerdings nicht verraten. Und das hat seinen Grund. Der Teichpächter hat nicht nur mit dem niedrigen Wasserstand und Kormoranen zu kämpfen, auch zweibeinige Räuber machen ihm das Leben schwer. „Immer wieder gibt es Leute, die an den Teichen Angeln, obwohl das verboten ist.“ Manche sind noch dreister und nutzen das flache Wasser vor dem Abfischen für größere Fischzüge.

Schulze hofft, dass der SIB wie bereits den westlichen auch noch den östlichen Schlossteich vom Wildwuchs befreit. Der konnte dort gedeihen, weil der Teich wegen der Bauarbeiten trocken bleiben musste. „Jetzt ist es dort zu sumpfig. Aber sobald der Boden gefroren ist, soll der Wildwuchs entfernt werden“, sagt Ulrike Weber-Loth.