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„Max“ macht mobil gegen Gewalt

Rechten Gewalttendenzen will der Jugendklub „Max“ im Bautzener Stadtteil Gesundbrunnen mit einem neuen Projekt entgegentreten. Kinder und Jugendliche sollen so frühzeitig andere Perspektiven für Freizeit und Freundschaft kennen lernen.

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Von Heiko Engel

Es sind viele einzelne Beobachtungen bei einer Handvoll 11- bis 16-Jähriger aus dem Wohngebiet, die „Max“-Leiterin Hannelore Jokuff hellhörig werden ließen: Plötzlich signalisierten Kleidung und Symbole Sympathie für rechtes Gedankengut, veränderten sich Gesten, kam extreme Gewalttätigkeit ins Spiel.

Jokuff wurde während der vergangenen Monate immer klarer, dass sie diese Kinder und Jugendlichen nicht sich selbst überlassen konnte, eine Alternative bieten musste. „Wir wollen ihnen die Möglichkeit eröffnen, neue Freundschaften zu knüpfen, damit sie nicht abrutschen“, umreißt die Sozialarbeiterin erste Überlegungen zu dem neuen Gewalt-Präventionsprojekt.

Zurzeit feilen die „Max“-Sozialarbeiter an einem Konzept und der Finanzierung. Einen Förderantrag für das Bundesprogramm „Lokales Kapital für soziale Zwecke“ wollen sie bis Ende des Jahres stellen, so Petra Mros, Sachgebietsleiterin bei der Bautzener Arbeiterwohlfahrt. Der Verband ist Träger des Jugendklubs „Max“.

Die Bautzener Gesellschaft für Bürger und Polizei unterstützt Hannelore Jokuffs Projekt-Idee. „Es ist richtig, frühzeitig anzusetzen. Das ist das Geheimnis des Erfolgs“, hieß es. So könne die „Nachwuchsgewinnung“ der rechten Szene gestört werden. Sensibilisiert werden müssten aber auch Eltern. „Das fängt bei der Bedeutung von Kleidung, Gesten und Symbolen an.“ Sie müssten reagieren können, wenn ihre Kinder mit „stadtbekannten Rechten“ durch Bautzen spazierten. Es gebe zwar kein „riesen Potenzial“ von Jugendlichen, die in die rechte Szene abzurutschen drohten. Aber eines, dass für Unruhe sorgen könne.

Die Arbeit gegen rechte Gewalt sei aber nur ein Facette ihrer Arbeit, so „Max“-Leiterin Jokuff. Sie will Kindern und Jugendlichen in Gesundbrunnen einen ruhigen Ort zum Spielen, Musik hören oder für die Hausaufgaben bieten. Für laue Sommernächte lässt die Awo zurzeit eine Sitzecke mit fest installiertem Grill einrichten. Neben Jokuff arbeiten drei ABM-Kräfte und sechs ehrenamtliche Helfer im „Max“.