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Döbeln

Maximal 14 Beatmungsplätze in Leisnig

Das Helios-Krankenhaus hat mittlerweile eine Isolierstation vorbereitet. Das Personal wird geschult. Väter dürfen bei Geburten dabei sein - noch.

Tests vor der Entbindung
Tests vor der Entbindung © Heike Heisig

Leisnig. Die Klinik hat einen Plan, einen Pandemieplan. „Nach diesem ist eine Isolierstation für Corona-Patienten eingerichtet“, sagt Juliane Dylus, Sprecherin der Leisniger Helios-Klinik auf Anfrage von sächsische.de.

Sollten Patienten, die sich mit dem Virus infiziert haben, einer intensivmedizinischen Behandlung bedürfen, „verfügen wir im Moment über acht Intensiv- und sechs IMC-Betten“, so die Sprecherin. IMC kommt aus dem Englischen und betrifft Betten für eine Zwischenpflege. Bei Bedarf könnten die, Juliane Dylus zufolge, um drei erweitert werden, Beatmungsplätze um weitere sechs. Das Personal erhalte dafür gerade spezielle Schulungen.

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Eine Corona-Testambulanz, wie sie gerade am Elbland-Klinikum in Meißen in Betrieb gegangen ist, sei derzeit für Leisnig nicht geplant, „kann aber grundsätzlich eingerichtet werden“, stellt die Sprecherin in Aussicht.

Tests vor der Entbindung

Klare Regelungen gebe es bei Schwangeren. Da folge die Klinik den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe: Es gebe schon beim Eintreffen im Krankenhaus eine Untersuchung, ob es Anzeichen und Risikokonstellationen für eine Infektion gibt.

Die Geburt müssen Mütter nach wie vor nicht allein durchstehen. „Aktuell können wir weiterhin anbieten, dass eine Begleitperson anwesend sein kann. Voraussetzung: Diese ist symptomfrei. Mit den Ärzten und Stationsmitarbeitern wird das abgesprochen“, sagt Dylus. Dazu fügt sie allerdings an: „Es kann künftig zu weiteren Einschränkungen kommen.“

Einschränkungen müssen die Patienten schon jetzt hinnehmen. Sie dürfen keinen Besuch empfangen. Die Cafeteria ist für sie geschlossen. „Diese Unannehmlichkeiten sind unvermeidbar und dienen nicht zuletzt auch dem Schutz der Patienten“, so die Krankenhaus-Sprecherin.

Zur Vorsorge gehört auch, dass die Klinik im Moment Operationen verschiebt, um Betten für Corona-Patienten freizuhalten. Die Ärzte beurteilen, ob das möglich ist. Eingriffe, die keinen Aufschub dulden, nehmen die Mediziner vor. Auch bei den Sprechstunden der Fachärzte gibt es Nachfragen vonseiten der Klinik. Nur in wirklich dringenden Fällen sollten sich die Patienten jetzt ambulant im Krankenhaus vorstellen. „Das ist zu ihrem und dem Schutz des Personals“, sagt Juliane Dylus.

Auch so sollten Patienten nicht einfach in die Klinik kommen. Außer, es handelt sich um Notfälle. „Die werden in der Notaufnahme regulär weiterbehandelt“, so die Helios-Sprecherin. In allen anderen Fällen sei weiterhin der Hausarzt erster Ansprechpartner. Außerhalb der Sprechzeiten stünde ein ärztlicher Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117 zur Verfügung. 

Einen Plan gibt es auch weiterhin, was den Schutz der Mitarbeiter betrifft und was zu tun ist, wenn sich jemand infiziert. Wer sich nachweislich mit dem Virus angesteckt habe, der wird Dylus zufolge vom Gesundheitsamt betreut und in die häusliche Isolation geschickt. „Es werden Kontaktpersonen ermittelt und entsprechend den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes Tests in die Wege geleitet“, listet die Sprecherin einiges auf, was folgt.

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Binnen eines Tages bestätigte sich der Verdacht. Der Senior litt bereits unter Vorerkrankungen. Die Helios-Klinik erhöht vorsorglich die Zahl der Beatmungsplätze.

Damit die Klinik arbeitsfähig bleibt, „legen wir besonderen Wert auf den Schutz der Mitarbeiter“, so Juliane Dylus. Der generelle Besucherstopp sei ein wichtiger Baustein. Ein anderer, dass ein sogenannter Spuckschutz um den Tresen im Empfangsbereich eingerichtet worden ist. In der Cafeteria, die fürs Personal weiterhin offen sei, stünden die Stühle mindestens 1,50 Meter auseinander. Eine Selbstbedienungstheke, in der sonst die Salatbar steht, gebe es derzeit nicht mehr. (mit DA/sig)

Stand: 25. März, 10 Uhr; Bitte beachten Sie unseren Beitrag zum ersten Corona-Patienten in Helios-Klinik seit Mittwochnachmittag.

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