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Maximilian Arnold wirbelt

Der Riesaer lässt in Wolfsburg Tore für sich sprechen. Die Konkurrenz schreckt ihn nicht.

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© WORBSER-Sportfotografie

Während einige Mitspieler schon in der Kabine verschwinden, bleibt Maximilian Arnold noch ein paar Minuten auf dem Rasen. Er schnappt sich den Ball, schlägt ein paar Haken, schießt – und die Kugel zappelt im Netz. Der Bundesliga-Profi des VfL Wolfsburg schiebt Extraschichten. Flanken, Dribblings, Torschüsse. Arnold arbeitet jeden Tag daran, noch besser zu werden. Er will im harten Konkurrenzkampf der „Wölfe“ bestehen. Zusatzeinheiten gehören dazu.

Gerade für ihn als 19-Jährigen. Voriges Jahr tauchte er plötzlich im Saison-Endspurt auf, belebte als noch A-Jugendspieler mal eben die Offensive der Niedersachsen. Ihm gelangen drei Bundesliga-Tore in Folge, was in diesem Alter bis dahin nur Nationalspieler Lukas Podolski (28) gepackt hatte. Seitdem hat er sich festgebissen. Doch ein gestandener Bundesliga-Profi ist Arnold noch nicht. „Jeder Spieler muss sich immer wieder neu beweisen und entwickelt sich dadurch natürlich weiter“, sagt er. Auf seiner Position im offensiven Mittelfeld drängeln besonders viele Kicker um einen Stammplatz. Erst in der Winterpause verpflichtete Wolfsburg den talentierten Kevin de Bruyne. Er kam für rund 17 Millionen Euro vom FC Chelsea und erhöht den Druck. „Klar ist Konkurrenzkampf vorhanden, aber der belebt bekanntlich das Geschäft“, sagt Arnold.

Angst hat er keine, im Gegenteil. Er sucht die Herausforderung. Mit 15 Jahren wechselte der gebürtige Riesaer von Dynamo Dresden in das Nachwuchsleistungszentrum des VfL Wolfsburg. Automobil-Stadt statt Elbflorenz. Anfangs hatte er Heimweh, 2011 gewann er mit den „Wölfen“ die A-Jugendmeisterschaft und unterschrieb seinen ersten Profivertrag. Arnold will lernen, weiter reifen und ist überzeugt, im gut besetzten Kader des VfL auf seine Einsatzzeiten zu kommen. „Gerade zum Ende hin haben wir als Team eine gute Hinrunde gespielt. Für mich persönlich fühlte es sich gut an, der Mannschaft mit Toren helfen zu können.“ Das Mittelfeld-Talent erzielte fünf Treffer in elf Spielen. Dabei verdrängte er sogar den Brasilianer Diego von der Spielmacher-Position.

Arnold wirbelte auf gleicher Stelle wie sein großes Vorbild: Zinedine Zidane, 1998 Weltmeister mit Frankreich, begeisterte ebenfalls als Spielgestalter. Mit dem Unterschied, dass er dabei in den 2000er-Jahren das Trikot von Real Madrid trug. Arnolds Schauplatz ist die Bundesliga. Und dort hat er mit Wolfsburg noch viel vor. Die Champions-League-Plätze liegen für den VfL jedenfalls schon in Reichweite.