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MDR baut Studio Bautzen aus

Am Postplatz produzieren die Redakteure nun auch Fernsehbeiträge für den Sachsenspiegel.

© Uwe Soeder

Von Miriam Schönbach

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Es duftet nach frischem Kaffee. Auf dem Schreibtisch im MDR-Regionalstudio Bautzen flackern zwei Computerbildschirme. Eine kleine Kamera steht griffbereit. Roman Nuck sitzt an einem Laptop. Mit ein paar Klicks bringt er einen Beitrag für den „Sachsenspiegel“ von hier aus auf den Weg nach Dresden. „Vor Kurzem wären wir mit jeglichem Rohmaterial noch ins Landesfunkaus gefahren. Unser neues Fernsehbüro macht unsere Arbeit schneller und aktueller“, sagt der Redakteur.

Die Idee, Radio, Online und Fernsehen unter ein Dach des Studios Bautzen zu holen, entstand vor einem knappen Jahr. „Für den MDR steht in diesem Jahr die Weichenstellung hin zu einem trimedialen Medienhaus ganz oben auf der Agenda“, sagte Landesfunkhausdirektor Sandro Viroli bei der Eröffnung der neuen Räume am Freitag. Bislang wurden im Haus am Postplatz Nachrichten, Reportagen und Sendungen für den Hörfunk, davon allein wöchentlich 21 Stunden sorbischsprachiges Programm, sowie das regionale Online-Angebot für Ostsachsen, produziert. In dieser Region sind für den MDR Redakteure und freiberufliche Journalisten unterwegs.

Studioleiterin Bogna Koreng freut sich über diesen Schritt nach vorn und die Herausforderung. „Die Reporter für Hörfunk und Fernsehen sitzen jetzt Tisch an Tisch. Ich verspreche mir vom Miteinander, dass wir mehr und aktueller Geschichten aus dem Sendegebiet an den Hörer und Zuschauer bringen können“, sagt die 49-Jährige. Im neuen Fernsehbüro teilen sich MDR-Mitarbeiter die Arbeit, die bislang in Dresden ihren Anlaufpunkt hatten. Es gibt einen Wochenplaner, der von Montag bis Mittwoch die Themen der folgenden Woche vorbereitet. Er kann auch bei unvorhergesehenen Ereignissen zur kleinen Kamera greifen. Neben ihm ist ein weiterer Tagesreporter mit einem Kamera-Team zu geplanten Terminen zwischen Zittau und Hoyerswerda unterwegs. Eine weitere Aufgabe des neuen Fernsehbüros ist, die Zusammenarbeit zwischen den Fernseh- und Rundfunkanstalten in den Nachbarländern Tschechien und Polen zu koordinieren. Zuständig ist dafür Roman Nuck. Der Sorbe vertrat unter anderem Danko Handrick als ARD-Korrespondent im Prager Studio. Zudem ist er regelmäßig in der Grenzregion unterwegs und stimmt mit den Reporterkollegen aus Polen und Tschechien, wie zum Beispiel von Radio Wroclaw und Cesky rozhlas, die aktuellen Themen ab.

Einen ersten Testballon dieser Zusammenarbeit gab es anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der sogenannten „EU-Osterweiterung“ am 1. Mai des vergangenen Jahres. Damals recherchierten in allen drei Ländern Journalisten zum Thema und tauschten danach für unterschiedliche Formate ihre Beiträge aus und moderierten bei MDR 1 Radio Sachsen gemeinsam eine Sendung. „Die Resonanz war groß. Wir stellen fest, dass das Interesse an den Nachbarn wächst. Das Regionalstudio Bautzen ist für das grenzübergreifende Arbeiten ein guter Ausgangspunkt“, sagt der Journalist.

Das Miteinander wirkt sich nun auch auf den MDR-Sachsenspiegel aus. Neben der tagesaktuellen grenzüberschreitenden Berichterstattung erhalten auch aktuelle Nachrichten aus den Ländern jenseits der Grenze im Regionalmagazin einen festen Sendeplatz. Jeweils sonntags um 19 Uhr gibt es nun zusammengefasste Neuigkeiten aus Tschechien und Polen. Beim ersten Überblick ging es um den aktuellen Stand des Ausbaus der A 17, um die neue Kulturhauptstadt Pilsen und die Streiks in den polnischen Kohlebergwerken. Darüber hinaus denken die Radiomacher über ein regelmäßiges Nachbarland-Format bei MDR 1 Radio Sachsen nach.

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