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Warum der MDR in Görlitz ein Zelt aufstellt

Der öffentlich-rechtliche Sender feiert sein grenzüberschreitendes Programm. Sogar der Chef schaut vorbei.

Roman Nuck (MDR), Tomasz Sikora (Radio Wroclaw), Silvio Zschage (MDR) und Petr Kumpfe (Česky Rozhlas Sever) (v.l.) stehen auf der Brüderstraße. Das Fernsehen ist da.
Roman Nuck (MDR), Tomasz Sikora (Radio Wroclaw), Silvio Zschage (MDR) und Petr Kumpfe (Česky Rozhlas Sever) (v.l.) stehen auf der Brüderstraße. Das Fernsehen ist da. © Nikolai Schmidt

Gegen Mittag kommt bei den Kollegen ein wenig Hektik auf. Petr Kumpfe hat sich sein blaues Jackett wieder angezogen, trotz der sommerlichen Temperaturen, aber passend zu den blauen Hosen, und seinen Platz hinter dem Stand mit den MDR-Aufklebern verlassen. Der Moderator ist aus Liberec  (Reichenberg) angereist. Später wird er mit MDR-Sachsen-Mann Roman Nuck und Tomasz Sikora aus Wroclaw (Breslau) zu einer Gesprächsrunde zusammenkommen. Aber jetzt heißt es erst einmal warten. 

Fünf Jahre Grenz-Programm

Denn Sandro Viroli, Direktor des MDR-Landesfunkhauses Sachsen höchstselbst hat einen Besuch in Görlitz angekündigt. Der Mitteldeutsche Rundfunk feiert in Görlitz und sendet von hier. Seit fünf Jahren gibt es den Programmschwerpunkt "Mensch Nachbar", bei dem es um Geschichten aus dem Dreiländereck geht. Deshalb sind auch Radio Wroclaw und Cesky Rozhlas Sever aus Liberec mit von der Partie. Der MDR  lässt sich das Ganze offensichtlich etwas kosten. Vor dem Studio an der Brüderstraße steht ein Info-Zelt, daneben ein Mobil von dessen Dach das aktuelle Programm tönt. Gerade wird "Mensch Nachbar" und die Geschichten darin beworben, vor allem mit Reisetipps.

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"Na, da haben sie Glück, dass gerade die Grenzen wieder aufgemacht wurden. Sonst hätte das alles ja gar keinen Sinn", lacht Tomasz Nowak. Er kommt aus Polen, hat gerade die Altstadtbrücke passiert, spricht perfekt Deutsch. Jetzt will er einen Bekannten in Görlitz besuchen, schaut sich aber kurz das Spektakel auf der Brüderstraße an.

Görlitzer Reporter sind mit dabei

Unterwegs ist auch Uwe Walter. Er ist MDR-Reporter in Görlitz. "Natürlich bin ich heute mit dabei. Ist doch mein Heimatstudio", sagt er. Nachrichten, Berichte hat Uwe Walter auf dem Tisch. Dann muss er schnell los, die Arbeit im Studio wartet. Durch die offene Tür, vorbei an einem Techniker verschwindet er in den Tiefen der MDR-Räumlichkeiten.

"MDR, so so", etwas unschlüssig begutachtet Günther Begner das Info-Material, das er gerade bekommen hat. Er ist mit seiner Frau zu einem Kurzbesuch in Görlitz, übers verlängerte Wochenende. "Wir kommen aus dem nördlichen Brandenburg und hören eher RBB", erzählt der Rentner. "Aber diese Infostände haben die auch bei bestimmten Anlässen", lacht er.

Radio Wroclaw sendet erstmals von hier

Renate Heidner ist Expertin, wenn es um Geschichten aus Niederschlesien, aber auch um deutsch-polnische Themen geht. Die MDR-Reporterin ist sowohl für das Radio als auch fürs Fernsehen unterwegs und natürlich heute auch mit von der Partie. "Inzwischen trete ich ein wenig kürzer", verrät sie. Vor allem Themen, die ihr Spaß machen, stehen an. "Aber ganz ohne das journalistische Leben, nein, das könnte ich nicht", sagt Frau Heidner.

Bereits ab sechs Uhr senden die MDR-Kollegen am Freitag aus Görlitz, am Abend sendet erstmals Radio Wroclaw "Hallo Sasiedzi!" (Hallo Nachbar!") von der Brüderstraße.  Und zum Abschluss kommt noch das Fernsehen zum Einsatz: Der Sachsenspiegel bereichtet in seiner Sendung ab 19 Uhr. Thema: Miteinander leben - trotz Grenzen.

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