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MDR wittert Skandal in Liebstadt

Die Story ist heiß. Glaubt zumindest die MDR-Redaktion des Sachsenspiegels und lässt derzeit ein Filmteam in Liebstadt drehen. Für die Sendereihe „Sachsenspiegel Extra“. Ein ganz exquisiter Sendeplatz....

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Von Martin Busche

Die Story ist heiß. Glaubt zumindest die MDR-Redaktion des Sachsenspiegels und lässt derzeit ein Filmteam in Liebstadt drehen. Für die Sendereihe „Sachsenspiegel Extra“. Ein ganz exquisiter Sendeplatz. Mittwoch, 15. Oktober, um 20.15 Uhr. Thema des Beitrages: Die mögliche Ausrottung der Flussedelkrebse im Bächlein Seidewitz. Davon gibt es nur noch rund 200 Exemplare, bis vor kurzem galten sie gar als komplett ausgestorben. Ihre Entdeckung kürzlich in Liebstadt war deshalb eine echte Sensation.

Verantwortlich für den angeblichen Umweltskandal ist die Landestalsperrenverwaltung (LTV). Die saniert derzeit den Bach. Seit Monaten, und das nicht immer glücklich. Gleich mehrere Versuche, den Grund des Baches mit Steinen aufzuschütten, gingen schief. Seitdem stehen die Liebstädter der LTV äußerst skeptisch gegenüber.

Doch dieses Mal scheint die LTV nur wenig falsch gemacht zu haben. Der MDR wittert möglicherweise einen Skandal, wo es keinen gibt. „Ich zumindest sehe den nicht“, wundert sich Hartmut Heim, stellvertretender Leiter des staatlichen Umweltfachamtes in Radebeul. „Die Krebse sind durch die Sanierung der Seidewitz nicht gefährdet, weil sie schon lange nicht mehr im Flussbett sind“. Rund 80 Exemplare hat die Behörde umsetzen lassen. An den Oberlauf des Baches. Vor Beginn der Bauarbeiten. „Die Umsetzung ist das Beste, was man den Tieren antun kann“, kommentierte Christian Wosch vom Arten- und Biotopschutz des Umweltamtes damals die Aktion. Einige Tiere könnten allerdings wiedergekommen sein, das kann sein Kollege Heim nicht völlig ausschließen, bittet aber um Verständnis. „ Mehr als regelmäßig Abfischen können wir auch nicht.“ Auch nach Ende der Sanierung droht den seltenen Tierchen kein Ungemach. „Wir füllen den Bach mit Materialien auf, die den Krebsen Hohlräume zum Überleben lassen“, versichert Eberhard Walther, Betriebsleiter der LTV. Die Verfüllung mit Steinen sei notwendig, weil das Wasser derzeit unter der eigentlichen Sohle des Baches hindurchlaufe. Wenn es läuft. Derzeit ist Ebbe an der Seidewitz. Doch perspektivisch müsse der Wasserlauf angehoben werden. Das gehe nur, wenn dem Wasser der augenblickliche Weg versperrt werde. Eben mit jenen Materialien, die der MDR für den Tod der Krebse verantwortlich machen will.

Dennoch glänzt nicht alles, was glitzert. Die LTV weiß nämlich auch diesmal nicht,ob sie alles richtig gemacht hat. Soll heißen, niemand weiß derzeit, ob das Wasser so fließt, wie es soll. Es könnten also neue Freiluftversuche an der Liebstädter Seidewitz drohen.