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Meeresluft schnuppern im einstigen Arbeitsamt

Neustart nach dem Hochwasser: Die Salzgrotte Lavita hat an neuem Ort und mit neuem Angebot wieder geöffnet.

Von Regine Schlesinger

Der Weg in die neue Salzgrotte führt über ein leuchtendes Viereck aus orangefarbenen Salzsteinen, die im Boden eingelassen sind. Die Wände des großen Raumes sind mit rötlichem Salz aus dem Himalaya ausgekleidet, auf dem Boden liegt grobkörniges Steinsalz aus Polen.

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In einer Ecke arbeitet ein kleines Gradierwerk, Sole rieselt hier über Reisigbündel und sorgt für einen leichten Salznebel. Leise Musik ist zu hören. Bequeme Liegen laden dazu ein, sich darauf niederzulassen und eine knappe Stunde lang nichts anderes zu tun, als gleichmäßig ein- und auszuatmen und sich ein bisschen zu fühlen wie am Meer. Seit Montag kann man das mitten in Dippoldiswalde, im Erdgeschoss des ehemaligen Arbeitsamtes. Hier hat Mario Irmscher aus Oberfrauendorf den Neuanfang gewagt, nachdem sich beim Frühjahrshochwasser im Vorjahr seine Salzgrotte im Ulberndorfer Ärztehaus innerhalb nur einer Nacht regelrecht aufgelöst hatte. Schuld war das zusammen mit der Weißeritz angestiegene Grundwasser.

Dieses Risiko wollte der 41-Jährige kein zweites Mal eingehen. Er suchte daher nach einem trockenen Standort. Er hätte sich auch gerne irgendwo am Dippser Markt niedergelassen, sagt er. Doch in der Grotte sind rund 15 Tonnen Salz verbaut – zu viel Last für die historischen Gebäude rings um den Markt. Über den Schmiedeberger Arzt Dr. Jochen Handel wurde Mario Irmscher schließlich auf das Gebäude am Busbahnhof aufmerksam. Dr. Handel selbst will demnächst auch hier einziehen. Der Zahnarzt Dr. Knut Bentele hat seine Praxis im gleichen Haus bereits eröffnet.

Rund 100 000 Euro hat Mario Irmscher in den neuen Salztempel investiert und dabei auf den Fluthilfefonds gehofft. Der kommt aber nur für die dem Wasser zum Opfer gefallene Salzgrotte auf, nicht für Kosten, die durch den Umzug an den neuen Standort entstanden sind. „Wir müssen jetzt sehen, wie wir damit zurechtkommen“, sagt der Unternehmer, der auch eine Salzgrotte am Freiberger Untermarkt betreibt und insgesamt vier Angestellte hat. Ohne dieses zweite Standbein in Freiberg, sagt Mario Irmscher, hätte er nach dem Hochwasserschaden in Ulberndorf wahrscheinlich Insolvenz anmelden müssen.

Doch soweit ist es zum Glück nicht gekommen, und auch seine frühere Kundschaft scheint ihm die Treue zu halten. Zum Beispiel die Dippser Tagesmutter Mariana Wehner, die mit ihren Schützlingen vorbeischaut. Sie bucht für nächste Woche einen Termin, zu dem noch weitere Tagesmütter samt Kindern hinzukommen werden. „Wir freuen uns sehr, dass die Salzgrotte wieder auf ist“, sagt Mariana Wehner. Als es diese Einrichtung noch in Ulberndorf gab, sind sie aller 14 Tage dorthin gefahren. „Wir haben gemerkt, dass die Infekte bei den Kindern zurückgegangen sind“, sagt die Tagesmutter.

Deshalb wollen sie auch am neuen Standort wieder zur Stammkundschaft werden. Mariana Wehner wird sich demnächst auch mal mit dem neuen Angebot vertraut machen, das Mario Irmscher eingerichtet hat, dem Inhalationsraum. Den gab es in Ulberndorf nicht. Wer hier drin Platz nimmt, inhaliert etwa 20 Minuten lang vernebelte Sole aus dem Salz des Toten Meeres und kann dabei ganz entspannt in einen bunten Sternenhimmel schauen.

www.salzgrotte-lavita.de