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Mehr als 1 000 Hennen sterben im Feuer

Beim Brand einer Hühnerfarm in Kemnitz fand in der Nacht zu gestern fast der gesamte Legehennenbestand den Tod. Das Stallgebäude brannte völlig aus. Der entstandene Schaden beläuft sich auf mehr als 200 000 Euro.

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Von Jana Ulbrich

Kemnitz. Sprachlos steht Frank Zelyk vor den Trümmern. Er kann es immer noch nicht fassen: Der moderne Stall, in den er so viel investiert hat, ist völlig zerstört. Und nur wenige der 1 500 jungen Legehennen konnten gerettet werden. Erst vor wenigen Wochen hatte Zelyk sie neu eingestallt.

Den Landwirt trifft keine Schuld. Auf einen „technischen Defekt“ führen die Brandursachenermittler der Görlitzer Kripo den Ausbruch des Feuers zurück. Irgendein Funke irgendwo an der Elektroanlage. „Vielleicht war es auch nur eine Maus“, überlegt Zelyk. „Irgendeine Erklärung muss es ja geben.“

Nur ein paar freie Tage hatten sich die Zelyks gönnen wollen, nur einmal raus, das ist so selten möglich in einem Landwirtschaftsbetrieb. Sohn Marcus hatte ja noch Semesterferien, und die Fütterung der Hennen in der Bodenhaltung läuft vollautomatisch.

Der Anruf war für Zelyks unterwegs wie ein Schock: Nachbarn hatten das Feuer gegen Mitternacht bemerkt, als die Flammen schon durch das Dach schlugen. „Der ganze Dachstuhl brannte bereits, als wir vor Ort waren“, erzählt Hartmut Pursche von der Kemnitzer Feuerwehr, der den Löscheinsatz leitete. Rund 80 Feuerwehrmänner von sieben Wehren der umliegenden Orte waren die ganze Nacht über im Einsatz. Nach einer reichlichen halben Stunde war der Brand zwar unter Kontrolle, sagt Pursche, aber immer wieder entzündeten sich in den Trümmern neue Glutnester. Bis weit in den gestrigen Nachmittag war die Feuerwehr noch vor Ort.

Für die meisten Tiere kam die Hilfe zu spät. „Nur ein paar Hennen konnten wir noch retten“, sagt der Einsatzleiter. Es sei auch „ein Glück gewesen“, dass das Wohnhaus direkt neben dem Stall vor einem Übergriff der Flammen gesichert werden konnte.

Frank Zelyk will den Mut nicht verlieren. „Das muss hier alles so schnell wie möglich wieder aufgebaut werden“, sagt er. Weil der Wiedereinrichter noch einen zweiten Legehennen-Stall betreibt, kann er die Eier-Lieferungen für seine Kunden absichern.