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Mehr als 1000 medizinische Geräte zusammengetragen

Der Verein Historische Sammlungen im Gesundheitspark Bad Gottleuba begeht sein zehnjähriges Bestehen.

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Von Ute Himmer

Dem Stuhl, der in der Medizinhistorischen Sammlung im Gesundheitspark Bad Gottleuba ausgestellt ist, sieht der Besucher seine Besonderheit auf den ersten Blick nicht an. „Es ist ein Toilettenstuhl, der früher auch in die gute Stube gestellt wurde, wenn kranke Angehörige betreut werden mussten“, erklärt Sabine Brauweiler. Sie ist die 1. Vorsitzende des Vereins Historische Sammlungen im Gesundheitspark. Dessen Mitglieder haben dafür gesorgt, dass solche Raritäten wie die Toilettenstühle nicht verloren gegangen sind.

Immerhin dreht es sich um über 1000 Geräte und Gegenstände. „Ehemalige Mitarbeiter des Gesundheitsparkes und Leute aus dem Ort waren der Meinung, dass diese Dinge aufbewahrt werden sollten, um die Entwicklung darzustellen“, erzählt die 2. Vereinsvorsitzende Ute Wunderwald weiter. Gesagt und getan. „So fanden sich schließlich 16 Männer und Frauen zusammen, um den Verein Historische Sammlungen zu gründen“, berichtet Wunderwald. Das war am 3. Februar vor zehn Jahren.

Sonderausstellungen wechseln

Und mit der Medizinhistorischen Sammlung haben die Vereinsmitglieder etwas auf die Beine gestellt, das sich sehen lassen kann. „Im angegliederten Bildungszentrum können zudem noch Vorträge besucht und Seminare durchgeführt werden“, sagt Brauweiler. Außerdem gibt es wechselnde Sonderausstellungen zu besichtigen. „Die medizinhistorische Bibliothek mit einer Sammlung von Dokumenten aus fast 100 Jahren Rehabilitationsgeschichte kann gleichfalls genutzt werden“, so Brauweiler.

Beim Aufbau ihres Projektes meisterten die Vereinsmitglieder etliche Hürden. Das schwierigste Problem war, die geeigneten Räumlichkeiten zu finden. „Die Klinikleitung des Gesundheitsparkes bot dem Verein das alte Maschinenhaus an. Da die Miete für den Verein erschwinglich ist, griffen wir zu“, sagt Brauweiler. „Aber ohne Fördermittel ging gar nichts,“ erzählt die Vereinsvorsitzende. Seit Bestehen des Vereins sind auf einer Fläche von 600Quadratmetern rund zwei Millionen Euro Fördergelder verbaut worden.

Der notwendige Eigenanteil wurde durch Sponsoren und Spenden aufgebracht. Aber auch die Vereinsmitglieder packten beim Bau kräftig mit zu. Beispielsweise haben sie gemalert, was das Zeug hielt. Glücklich ist die Vereinschefin auch, dass gegenwärtig zwei Ein-Euro-Jobber die Öffnungszeiten für die Sonderausstellungen absichern sowie die Reinigungsarbeiten erledigen. Sie hofft, dass dem Verein diese Kräfte erhalten bleiben.

Eine große Feier zum zehnjährigen Bestehen des Vereins ist nicht geplant. „Aber zusammensetzen werden wir uns schon“, sagt Vorsitzende Sabine Brauweiler.