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Riesa

Mehr als 150 Skelette am Rathausplatz gefunden

Die Archäologen erwarten bis Ende des Monats sogar noch weitere Funde in Riesa – einige werden allerdings wieder zugeschüttet.

Bis Ende Juni sind die Archäologen voraussichtlich noch am Rathausplatz aktiv. Bislang fanden sie dort mehr als 150 Skelette und mehrere Grüfte.
Bis Ende Juni sind die Archäologen voraussichtlich noch am Rathausplatz aktiv. Bislang fanden sie dort mehr als 150 Skelette und mehrere Grüfte. ©  Sebastian Schultz

Riesa. Die Mitarbeiter des Landesamtes für Archäologie werden länger in Riesa beschäftigt sein, als ursprünglich gedacht. „Die Grabungen sind wegen der sehr dichten Friedhofsbelegung noch nicht abgeschlossen, sodass wir von einer Dauer bis Ende des Monats ausgehen“, sagte der Landesamt-Sprecher Christoph Heiermann auf Nachfrage der SZ.

Seit März begleiten die Archäologen bereits die Bauarbeiten am Riesaer Rathausplatz, der bis zum Tag der Sachsen Anfang September saniert werden soll. Aufgrund der Nähe zur Klosterkirche hatten sie dabei von Anfang an Gräberfunde erwartet – von der Menge waren sie jedoch überrascht.

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Bislang wurden laut Christoph Heiermann bereits 156 Skelette gefunden – darunter auch nicht Vollständige. Die gefundenen Knochen stammen aus dem 12. bis 14. Jahrhundert. Darüber hinaus wurden bereits mehrere Grüfte entdeckt, die 200 bis 300 Jahre alt sein dürften und auf eine Beisetzung höherer Gesellschaftsschichten hindeuten. 

In einer Gruft fand sich zudem eine Totenkrone, ähnlich derer, die im Riesaer Stadtmuseum gezeigt werden, sagte der Landesamt-Sprecher. Ansonsten habe es bislang keine Beifunde gegeben.

Während die Knochen zur Aufbewahrung und weiteren Untersuchung ins Landesamt nach Dresden gebracht werden, werden jene Grüfte, die quasi direkt unter der Straße liegen, wieder verfüllt. Der Grund: Unter der Fahrbahn dürfen sich keine Hohlräume befinden. 

Deshalb werden diese Grüfte geöffnet, die Bestattungen dokumentiert, aber am Ort belassen, so Christoph Heiermann. Danach würden die Knochen mit Bauvlies bedeckt und wieder zugeschüttet. (SZ/ste) 

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