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Mehr als nur ein Spielplatz

Am Elbufer von Pirna ist ein weiteres Areal für Kinder entstanden. Das soll nicht nur Spaß machen.

Von Alexander Müller

Das Pirnaer Elbufer lockt mit einem neuen Geschichte(n)spielplatz. Der wurde gestern bei der offiziellen Eröffnung sogleich von kleinen Piraten und Seefahrern in Beschlag genommen. Zum Teil mit Kopftüchern und Augenklappen ausgestattet, konnten es die Kinder der Lessing-Grundschule bei idealem Strandwetter kaum erwarten, das neue Spielgerät ausgiebig zu testen. Nach ein paar – piratenmäßig völlig unüblichen – Einleitungssätzen offizieller Erwachsener ertönte endlich das Signal „Leinen los!“.

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Auf dem Areal dreht sich alles um die Handelsschifffahrt auf der Elbe und ganz besonders den Pirnaer Dampfkran. Deshalb heißt es auch „Geschichte(n)spielplatz. An besonders geschichtsträchtigen Punkten soll die Historie der Stadt spielerisch vermittelt und so Geschichte auch für Kinder und Familien erlebbar werden. Unter der Maßgabe, Pirna kinder- und familienfreundlicher zu gestalten, analysierten Mitarbeiter des Citymanagements Pirna Anfang des Jahres 2012 die Stadt und stellten ihre Defizite in Bezug auf Kinder- und Familienfreundlichkeit heraus. Mängel zeigten sich vor allem in der kindgerechten Stadtgestaltung. Daraufhin entwickelten die Stadt Pirna und das Citymanagement das Projekt der Geschichtenspielplätze und der bunten Pflastersteine.

Viele Spenden bringen den Erfolg

Damit der neue Platz entstehen konnte, waren wieder viele lokale Akteure beteiligt: Der Lionsclub Pirna hat den Bau mit einer Spende von 25 000 Euro unterstützt. Weitere Spender trugen dazu bei, den Pfad der bunten Steine nun auch an der Elbe fortzusetzen. „Nach der Flut sah es hier ganz schlimm aus, die Spenden sind richtig angelegt“, erklärt Uwe Kühnel vom Lions-
club. Farbig gestaltete Steine bilden vom Areal ausgehend bunte Pflasterpfade durch die Stadt und verbinden neu installierte Spielplätze, die an historisch wertvollen Orten Kinder und deren Familien dazu anregen, Pirna und seine Geschichte auf spielerische Art und Weise zu entdecken. Das Konzept wurde 2012 im Rahmen des Stadtwettbewerbes „Ab in die Mitte“ prämiert. Der neue Spielplatz erinnert an eine wichtige Periode Pirnas.

Ende des 19. Jahrhunderts befand sich am Elbufer vor den Toren der Stadt ein sogenannter Dampfkran zum Be- und Entladen der Handelsschiffe, die oft Sandstein transportierten. Dieser gilt bis heute als Wahrzeichen der Blütezeit der Schifffahrt und Sandsteinindustrie im Elbgebiet. Die Fundamente der Verladestelle sind noch erhalten. Diese Fundamente integrierend, entstand der „Geschichte(n)spielplatz“ an der Pirnaer Elbpromenade. Dafür erhielt der bereits bestehende Spielplatz zwei neue Spielgeräte sowie Informationstafeln für Kinder und Erwachsene. Die Form des Platzes ist der eines Schiffes nachempfunden, indem die beiden neuen Spielgeräte jeweils am Anfangs- und Endpunkt des Spielbereiches aufgestellt wurden und Bug und Heck eines Schiffes symbolisieren.

Der „Geschichte(n)spielplatz“ wurde in mehreren Bauabschnitten errichtet. Ende 2013 wurde er vor erneutem Hochwasser gesichert. Die Kosten für die erste realisierte Stufe betrugen 29 000 Euro. Der jetzt fertiggestellte Bauabschnitt kostet insgesamt etwa 56 000 Euro.

Ideen für eine Erweiterung

Doch der Spielplatz ist damit noch immer nicht komplett. „Wir haben noch einige Ideen“, sagt Uwe Kühnel vom Lionsclub. Auf einer noch freien Fläche ist ein Amphitheater angedacht, und wünschenswert wären auch Liegen, die natürlich so ausgeführt werden müssten, dass sie wetterbeständig und fest installiert sind. „Damit hätten dann auch Erwachsene einen noch größeren Mehrwert an diesem Platz“, erläutert Uwe Kühnel.

Offen ist, wie eine ganz spezielle Art von Besuchern jetzt reagiert. Erwünscht sind die nicht – es geht um die Enten, die in der Vergangenheit mit ihren Hinterlassenschaften immer wieder für Unmut gesorgt haben. Eine spezielle Bepflanzung soll sie davon abhalten, sich zu sehr dem Spielgerät zu nähern. Gestern klappte das jedenfalls gut. Keine Ente weit und breit.