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Mehr Arbeitslose in Kunststoff- und Metallberufen

Statistisch ist der Jobmarkt im Januar nicht stärker eingebrochen als 2008. Auffällig ist aber der Knick in den Fertigungsberufen.

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Von Hartmut Landgraf

Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ist im Januar erneut deutlich angestiegen. Aktuell sind 17572 Männer und Frauen ohne Job – 1953 mehr als im Dezember. Die Arbeitslosenquote im Kreis kletterte um 1,5 Prozentpunkte auf 13,1 Prozent. Rein statistisch ist der Jobmarkt damit zwar nicht stärker eingebrochen als im Januar 2008. Auch die Zahl derer, die sich aus einer vorherigen Erwerbstätigkeit arbeitslos gemeldet haben, liegt unter dem Vorjahreswert. Auffällig viele Arbeitslosmeldungen bekam die Agentur allerdings aus den Fertigungsberufen. Im Landkreis haben sich aus diesem Bereich im Januar 1871 Personen arbeitslos gemeldet. Diese Dimension sei neu, sagt Agentursprecher Norman Hückel. Obwohl die Agentur keine detaillierten Vergleichsdaten aus dem Vorjahr habe, sei bei den Fertigungsberufen eine „gefühlte Dramatik“ spürbar.

Wenig überraschend dabei: Der größte Arbeitslosenzuwachs aus der Fertigung kommt aus der Baubranche – die diesmal mehr als im letzten Jahr unter dem Frostwetter leidet. Ein schlechtes Zeichen ist dagegen die wachsende Arbeitslosigkeit in den Kunststoff-, Chemie- und Metallberufen, was sich mit dem Winter kaum erklären lässt. Die Agentur sieht diese Zugänge deshalb als „Indikator für den Wirtschaftsabschwung“, wie Hückel vorsichtig formuliert. Anders gesagt: Wichtige Industrien des Landkreises geraten nun auch statistisch nachweislich in den Sog der sich anbahnenden Wirtschaftskrise.

Dafür gibt es noch andere Indikatoren: Die Zahl der Firmen, die Kurzarbeit anmelden, war bereits im letzten Quartal 2008 im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen – von acht auf 27 Betriebe. Im Januar ist sie weiter nach oben geschnellt, und zwar dramatisch, wie Norman Hückel sagt. Genaueres dazu werde die Arbeitsagentur Ende nächster Woche wissen.