merken
PLUS

Görlitz

Mehr Bad-Besucher trotz höherer Preise

Überraschung: Das Neißebad Görlitz ist gerade an heißen Tagen beliebt. Doch bald steht es vor der Sommerpause.

Anne Leinert sortiert im Neißebad Schwimmnudeln wieder ein. Die sind vor allem bei Kindern beliebt. Die Fachangestellte für Bäderbetriebe ist eine von 16 Mitarbeitern in dieser Freizeiteinrichtung.
Anne Leinert sortiert im Neißebad Schwimmnudeln wieder ein. Die sind vor allem bei Kindern beliebt. Die Fachangestellte für Bäderbetriebe ist eine von 16 Mitarbeitern in dieser Freizeiteinrichtung. © Nikolai Schmidt

Etwa fünf Prozent mehr Besucher als im Vorjahr verzeichnet das Neißebad Görlitz seit Jahresbeginn. Damit hat sich die Erhöhung der Eintrittspreise nicht auf den Zuspruch zu dieser städtischen Einrichtung ausgewirkt. Erwachsene bezahlen seit Januar in allen Tarifen 50 Cent mehr Eintritt, Kinder 40 Cent. Anlass für die Preiserhöhung waren steigende Kosten, unter anderem für Strom und Gas, sowie der Mindestlohn.

Etwa 200.000 Badegäste kommen jedes Jahr ins Neißebad zum Schwimmen, zu Kursen oder trainieren in einem der fünf Vereine, für die das Bad die Trainingsstätte ist. Über ein weiteres Phänomen staunen die Mitarbeiter des Bades: Trotz des Berzdorfer Sees vor der Haustür zieht es viele Görlitzer besonders bei großer Hitze unter das Dach der Schwimmhalle.

Smarter Leben mit diesen Technik-Trends
Smarter Leben mit diesen Technik-Trends

Erfahren Sie als Erster von den neuesten Trends, Tipps und Produkten in der Technikwelt und lernen Sie Innovationen kennen, die Ihr Leben garantiert leichter machen.

Bei Hitze in die Halle

Sommer, Sonne, 28 Grad im Schatten und ein großer See im Görlitzer Süden. Die Badelustigen zieht es in Scharen dort hin. Trotzdem planschen und schwimmen gerade bei zunehmender Hitze immer mehr Görlitzer im Neißebad, auch wenn jahreszeitlich bedingt insgesamt im Sommer weniger Besucher im Bad gezählt werden. Robert Kubitz, der Leiter des Neißebades, kann sich das auch nicht so richtig erklären. „Aber es ist so, bei großer Hitze schwimmen viele lieber bei uns unter dem Hallendach“, sagt er und vermutet, dass es am ständigen Schatten in der Halle und an dem gleichmäßigen Klima liegen könnte. Am Berzdorfer See seien die Schattenplätze am Strand rar, manchmal auch die Parkplätze. 

Und nicht wenige Gelegenheitsschwimmer suchen Abkühlung lieber in einem Schwimmbecken als in einem See, bei dem sie den Grund nicht mehr sehen können, vermutet der gebürtige Eibauer, der seit Jahren in Görlitz lebt. Außerdem gewinnen die Liegewiese und die Sonnenterrasse am Bad immer mehr an Beliebtheit. „Rundrum ist alles zugewachsen, niemand kann spannen, es ist ein idyllisches Fleckchen geworden“, berichtet er. Stühle stehen draußen, große Sonnenschirme sind aufgebaut, es sollen bald noch mehr werden. Seit Wochenbeginn überspannt ein Sonnensegel die Terrasse.

Überhaupt ist der Badleiter sehr zufrieden. Etwa 86 000 bis 88 000 Menschen nutzen jährlich diese Freizeiteinrichtung. Dazu kommen noch weit mehr als 100 000 Schwimmer aus fünf Vereinen und zu den Kursen. „Einen Großteil der Kurse davon bietet die Görlitzer Volkshochschule an“, informiert Kubitz. Sobald diese veröffentlicht sind, sind sie auch schon ausgebucht. Die Schwimmkurse, die das Neißebad selbst anbietet, werden gut nachgefragt. Kindern ab sechs Jahre wird dabei das Schwimmen beigebracht. Es gibt sogar schon Anmeldungen für das nächste und übernächste Jahr.

Mit Freude stellt Robert Kubitz seit Jahresbeginn den Besucherzuwachs von etwa fünf Prozent fest.  Für anderthalb Stunden Schwimmspaß bezahlen Erwachsene jetzt 4,80 Euro, Kinder 3,50 Euro. Für den Zuwachs macht Kubitz das schlechte Wintersportwetter zu Jahresbeginn mit verantwortlich. „Da ging es eben mal wieder in die Schwimmhalle“, vermutet er und wünscht sich am besten immer acht Grad Celsius und Regen. Das sei optimales Wetter für einen Schwimmbadbesuch, sagt er mit einem Schmunzeln.

Die Zufriedenheit des Badleiters bezieht sich ebenso auf das Verhalten der Badegäste. „Sie alle wollen Spaß haben und wir wollen den nicht verbieten. Nur wenn manche über die Stränge schlagen, weisen wir sie in die Schranken“, berichtet Kubitz. Ärger mit ausländischen Mitbürgern gebe es selten. Wenn nötig, bekommen sie die Baderegeln erklärt. Die liegen im Neißebad auch in arabischen Sprachen vor.

Demnächst allerdings wird erst einmal niemand im Neißebad schwimmen. Vom 8. bis 21. Juli steht die jährliche Revisionspause an. Dann ist das Bad geschlossen. Für die Mitarbeiter gibt es Urlaubssperre, denn sie haben alle Hände voll zu tun. Alle Becken werden abgelassen und gründlich gereinigt. Alle Oberflächen erhalten eine Intensivreinigung. Elektroanlage, Lüftung, Beleuchtung und Wasseraufbereitung werden überprüft und gewartet. In diesem Jahr wechselt eine Fachfirma das Filtermaterial der Wasseraufbereitungs-Anlage. Aller zehn Jahre etwa ist das erforderlich. Eine Malerfirma sorgt für frische Anstriche von Wänden in der Halle.

Wenn das Bad am 22. Juli wieder öffnet, können sich Ferienkinder auf Schwimmspaß mit dem aufblasbaren Dino freuen. Auch die große Rutsche wird aufgebaut. Außerdem gibts jeden Tag Spiele im Bad.

Mehr lokale Themen:

www.saechsische.de/goerlitz

www.saechsische.de/niesky

Mehr zum Thema Görlitz