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Mehr für Rucksacktouristen

Reisen. Dresden bietet Jugendlichen und Radfahrern relativ preiswerte Quartiere.

Von Bettina Klemm

Im Umfeld des Weltjugendtags in Köln erwartet auch das Bistum Dresden-Meißen vom 11. bis 15. August rund 2 500 Jugendliche aus Ländern wie Frankreich, Österreich, Mexiko, Tschechien, Kongo und Bangladesch. „Über 500 davon kommen nach Dresden“, sagt Michael Baudisch vom bischöflichen Ordinariat.

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Damit sich die jungen Gäste wohl fühlen, hat die katholische Kirche für sie Privatquartiere organisiert. „Auf dem viertägigen Programm stehen touristische Ziele, ein Tag des sozialen Engagements, ein gemeinsamer Gottestdienst am 14. August sowie Feste in den Gemeinden“, sagt Michael Baudisch.

„Es ist immer gut, wenn viele junge Leute nach Dresden kommen“, freut sich Uwe Hentschel. Auch wenn die Gäste diesmal nicht auf preiswerte Quartiere in der Stadt angewiesen sind. Aber vielleicht kommen sie wieder und übernachten dann in seinem Herbergsschiff „Die Koje“ am Dresdner Elbufer. Schließlich macht Hentschel mit Gruppenreisen das Hauptgeschäft. 1 083 Übernachtungen kann er für den Monat Juli verbuchen, 70 Prozent seiner Gäste sind Jugendliche. 14 Prozent seiner Übernachtungsgäste kommen aus dem Ausland. Jetzt im August sei die Nachfrage etwas schwächer. Zumeist kommen Einzeltouristen, Familien und Radfahrer. Aber sie bleiben dafür ein paar Tage.

Yvonne Kubitza, Chefin der Dresden-Werbung und Tourismus GmbH, hat schon vor Jahren begonnen, gerade bei jungen Gästen für Dresden zu werben. Für sie gibt es inzwischen auch eigene Prospekte, die besonders auf das bunte Leben in der Dresdner Neustadt aufmerksam machen. Das tut Not, denn noch immer ist der „typische“ Dresden-Besucher ein unternehmungslustiger Jung-Rentner aus den alten Bundesländern. „Zunehmend nehmen jetzt junge Leute aus den USA, Japan und Italien Dresden in ihr Reiseprogramm auf“, sagt Kubitza. Die Party-Szene, die Filmnächte und die Straße E seien beispielsweise auf den DWT-Internetseiten besonders gefragt.

Im Szene-Viertel Neustadt gibt es auch die meisten preiswerten Unterkünfte für junge Leute. Danilo Hommel hatte 1997 ein gutes Händchen, als er seine „Boofe“ in der Hechtstraße eröffnet hat. Nur Ralf Schweder war mit seinem „Mondpalast“ noch zwei Wochen schneller. „Wir haben in den acht Jahren allerdings die Erfahrung gemacht, dass die großen Zimmer nicht mehr so sehr beliebt sind. Der Trend geht zu kleineren und besser ausgestatteten“, sagt Hommel.

Allerdings wachse auch die Zahl der Mitbewerber in der Branche. So hat erst kürzlich das Backpacker Hostel Kangaroo-stop auf einem früheren Firmengelände in der Nähe des Neustädter Bahnhofs eröffnet. „Wir haben in einer alten Villa Ferienwohnungen und Zimmer besonders für Familien und in einem weiteren Gebäude Zimmer bis zu zehn Personen“, zählt Mitarbeiterin Rita Taubert auf.

Die wohl größte Unterkunft für junge Leute bietet mit 480 Betten das Jugendgästehaus auf der Maternistraße. „Der Bedarf an preisgünstigen Quartieren ist in Dresden vorhanden. Wir sind in der Regel gut ausgelastet“, sagt Ulrike Herrmann von der Geschäftsführung.