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157 Fünftklässler haben am Montag im Franziskaneum begonnen. Diese Zahl setzt das Rathaus unter Druck.

Hand in Hand steigen die Paten aus den neunten und zehnten Klassen mit den insgesamt 157 neuen Fünftklässlern die Stufen zur Aula im Meißner Gymnasium Franziskaneum nach oben. Dort wurden am Montag sechs fünfte Klassen aufgenommen.
Hand in Hand steigen die Paten aus den neunten und zehnten Klassen mit den insgesamt 157 neuen Fünftklässlern die Stufen zur Aula im Meißner Gymnasium Franziskaneum nach oben. Dort wurden am Montag sechs fünfte Klassen aufgenommen. ©  Claudia Hübschmann

Meißen. Hier wird man noch an die Hand genommen. Schüler der neunten und zehnten Klassen des Meißner Gymnasiums Franziskaneum haben sich im Entrée des Hauses positioniert. Jeder Pate nimmt einen Fünftklässler an die linke und die rechte Hand. Dann geht es hinauf in die Aula. 157 neue Franziskaner kann die Schule an diesem Montagmorgen begrüßen. Die Fünften sind damit der stärkste Jahrgang am Franziskaneum, welches mit einer Gesamtzahl von 952 Schülern zum größten Gymnasium im Kreis Meißen aufsteigt.

Austropop-Star Falco liefert mit „Rock me Amadeus“ die Musik zum Einlauf der Mädchen und Jungen. Dann übernimmt die Klasse 6/4 mit Musiklehrerin Kornelia Kohfeldt. Ein paar Takte am Flügel genügen bereits, um für Ruhe im Publikum zu sorgen. „Early in the morning“ ist ganz programmatisch der Song überschrieben, mit dem die Aufnahmezeremonie der Fünftklässler beginnt.

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Neben der Vielzahl besticht der Jahrgang durch seine Vielfalt. Schulleiterin Heike Zimmer macht daraus ein Ratespiel. 14 Flaggen hängen hinter ihr an einer Leine. Welche Staaten repräsentieren sie? Erstaunlich schnell ist mithilfe der Kinder ein Großteil der Nationen zusammen.

Aus sage und schreibe 14 verschiedenen Ländern kommen dieses Schuljahr die Neuen am Franziskaneum. Fast alle Kontinente sind vertreten. Die geografische Spannbreite reicht von der Ukraine über Russland bis nach Vietnam und Mexiko. Die bislang vor allem durch intensive Schulpartnerschaften über Ländergrenzen hinweg gepflegte Internationalität spiegelt sich nun auch direkt in der Schülerschaft vor Ort in Meißen wider.

Raumkapazität ausgeschöpft

So groß die Freude über den Andrang ausfällt, so groß war der Aufwand, einen reibungslosen Schulbetrieb zu organisieren. Über 80 Lehrer sichern den Stundenplan komplett ab. Die 44 Klassen können 44 Unterrichtsräume nutzen. „Eigentlich ist die Regel, dass man immer mindestens eine um rund 20 Prozent höhere Raumkapazität benötigt“, sagt Heike Zimmer. Doch dank harter planerischer Arbeit und einer hohen Kompromissbereitschaft des Lehrerkollegiums sei es gelungen, mit dem bereitstehenden Platz auszukommen.

Die Stadt als Träger und Pfleger des Schulhauses und der Lehr- und Lernmittel wird an diesem Morgen durch Bürgermeister Markus Renner vertreten. Dieser verspricht den Schülern, sich in den nächsten Monaten mit aller Kraft dafür einzusetzen, damit sie unter besten Bedingungen lernen können. Renner zufolge sollte im nächsten Schuljahr die lang ersehnte Sanierung des Weinberghauses beginnen können. 

Zudem versuche die Stadt, den Kauf von Grundstücken für die geplante neue Turnhalle abzuschließen. Der Bau habe einen solchen Umfang, dass seine Planung ausgeschrieben werden muss. Dies werde ebenfalls vorbereitet. An dritter Stelle der städtischen Bauvorhaben auf dem Ratsweinberg steht schließlich ein Anbau auf dem Schulgelände. So hatte es der alte Stadtrat noch im vergangenen Schuljahr beschlossen. 

Wenn nächstes Schuljahr das Weinberghaus saniert wird, braucht das Franziskaneum alle acht Containerzimmer.
Wenn nächstes Schuljahr das Weinberghaus saniert wird, braucht das Franziskaneum alle acht Containerzimmer. © Claudia Hübschmann
Der Containerkomplex wird derzeit hauptsächlich noch als Ausweichquartier für die Förderschule L genutzt.
Der Containerkomplex wird derzeit hauptsächlich noch als Ausweichquartier für die Förderschule L genutzt. © Claudia Hübschmann
Die Klasse 7/5 von Cornelius Henker kommt mit ihrem Unterrichtsraum im Containerkomplex gut zurecht.
Die Klasse 7/5 von Cornelius Henker kommt mit ihrem Unterrichtsraum im Containerkomplex gut zurecht. © Claudia Hübschmann

Aller Wahrscheinlichkeit nach werden die jetzt aufgenommen Fünftklässler in den nächsten acht Jahren schrittweise erleben, wie eines der Vorhaben nach dem anderen erfolgreich abgeschlossen werden kann und das Franziskaneum einen regelrechten Campus erhält.

Bereits augenfällig wird der anstehende Ausbau in Form des Containerkomplexes, welcher im Bereich des früheren Beachvolleyballplatzes emporgewachsen ist. Aktuell nutzt das Franziskaneum zwei der insgesamt acht Räume. Die übrigen sechs Klassenzimmer besetzt die Förderschule L als Ausweichquartiere während der Bauphase auf dem Kalkberg. Begleitet wird die vorübergehende direkte Nachbarschaft durch einen pädagogischen Austausch, so Heike Zimmer.

Die Schulleiterin des Gymnasiums lobt die Qualität des Provisoriums. Im Vorfeld sei sie von Kollegen gewarnt worden, welche mit solchen Lösungen schlechte Erfahrungen gesammelt hatten. Dank des vollen Einsatzes der von der Stadt beauftragten Planer gebe es bislang keine Probleme. Sowohl das Raumklima als auch der Geräuschpegel seien in Ordnung.

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Jeder Unterrichtsraum wurde mit fabrikneuen Kreidetafeln und Waschbecken ausgestattet. Trotzdem dürfe daraus kein Dauerzustand werden. Die Container sind für zwei Jahre gemietet. „Im nächsten Sommer, noch vor Schuljahresende, soll die Sanierung der Weinbergschule beginnen. Parallel dazu müsste mit der Planung der Dreifeldhalle und mit der Planung des Ergänzungsbaus begonnen werden“, mahnt Heike Zimmer.

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