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Mehr Gemüse für kleine Radebeuler

In der Kochküche für Radebeuls Kitas kommen mehr gesunde Lebensmittel zum Einsatz. Die Köche achten dabei auf Frische.

Andrea Melde (v.l.n.r), Katrin Buttig und Paul Kohn kochen täglich bis zu 420 Mittagessen für die Kinder in den städtischen Kitas in Radebeul. Beim Zubereiten der Speisen achten sie auf frische und abwechslungsreiche Zutaten.
Andrea Melde (v.l.n.r), Katrin Buttig und Paul Kohn kochen täglich bis zu 420 Mittagessen für die Kinder in den städtischen Kitas in Radebeul. Beim Zubereiten der Speisen achten sie auf frische und abwechslungsreiche Zutaten. © Arvid Müller

Radebeul. Fischwürfel in Dillsauce im Topf, Petersilienkartoffel in der Schüssel, eine Schale mit Eisbergsalat sowie zwei Bleche Zitronenkuchen stehen auf dem Arbeitstisch in der Kochküche der Radebeuler Kindertagesstätte Naundorf. „Wir legen viel Wert auf frische Küche“, sagt Katrin Buttig.

Gemeinsam mit Andrea Melde und Paul Kohn kocht sie täglich bis zu 420 warme Portionen Mittagessen. Die drei bereiten Frühstück und Vesper für die fünf städtischen Kitas der Lößnitzstadt zu. Bei der Zubereitung der Mahlzeiten achten sie jetzt noch stärker auf die Qualität sowie den Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für einen gesunden und ausgewogenen Speiseplan für Kinder. Sie verwenden mehr frische Zutaten, die aus der Region kommen.

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Seit 2006 existiert die Kochküche in der Kita an der Bertheltstraße. Früh um 6 Uhr beginnt der Arbeitstag des Küchenteams, das seit Mitte Mai der 33-jährige Kohn aus Coswig verstärkt. Zuerst stellen sie das Frühstückangebot her, gleichzeitig kocht es in Töpfen und in der Backröhre. Um 10 Uhr ist das Mittagessen fertig. Für die Kitas Geschwister-Scholl, Thomas Müntzer, Radebeuler Spatzen und Harmoniestraße packen sie die Speisen in Thermokisten, damit sie warm bleiben.

Der Lieferdienst bringt die Kisten zu den vier Einrichtungen, wo Küchenfachkräfte in den Ausgabeküchen die Speisen wieder auspacken, auf Teller verteilen und den Kindern ausreichen. Gegen 11 Uhr versammeln sich die Wonneproppen am Mittagstisch. Insgesamt neun Mitarbeiter sorgen dafür, dass die Krippen- und Kindergartenkinder in den städtischen Einrichtungen täglich satt werden. Aktuell zahlen Eltern für die Vollverpflegung, inklusive Obstpause, ihres Kindes 6,29 Euro am Tag.

„Uns ist eine gesunde Ernährung sehr wichtig“, sagt Jeannette Kunert, Sachgebietsleiterin Kita im Radebeuler Rathaus. Beim Zubereiten von Frühstück, einer vollwertigen Mahlzeit zum Mittag sowie Vesperverpflegung orientiert sich die städtische Kochküche an den DGE-Empfehlungen für eine gesunde Ernährung. „Vor zwei Jahren kamen wiederholt Nachfragen von Eltern, nach den Mahlzeiten, deren Zutaten und Qualität“, berichtet Kunert. Das nahm die Stadt zum Anlass, im Rahmen eines Modellprojekts der Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung die Essensversorgung genauer unter die Lupe zu nehmen.

Im Zuge des zweijährigen Projekts wurden beispielsweise der Speiseplan noch einmal genau überprüft, eine Strategie für eine bessere Kommunikation zwischen Kochküche und den Ausgabeküchen entwickelt, die Stelle einer Verpflegungsbeauftragten geschaffen und die Eltern über die Zufriedenheit mit dem Kita-Essen befragt. Diese haben laut Kunert das Speisenangebot mit einem Notendurchschnitt von 2,6 bewertet sowie Anregungen und Hinweise gegeben. „Uns ist deutlich geworden, dass das abwechslungsreiche Frühstücks- und Vesperangebot nicht ganz transparent ist. Darüber hinaus wurde mehrfach der Wunsch nach mehr Vollkornprodukten geäußert“, informiert Kunert.

Die Wünsche der Eltern greift die Kochküche zur weiteren Optimierung ihres Angebots auf. Das zu Frühstück und Vesper gereichte Obst wird genau beschrieben und für Kinder mit Fotos veranschaulicht. Täglich steht Vollkornbrot zur Verfügung, mehr als sieben verschiedene Brotsorten werden abwechselnd pro Woche von einer Bäckerei geliefert. „Neu im Angebot ist seit Sommer selbst gebackener Kuchen“, berichtet Kunert.

Zum Mittagessen kommen mehr Gerichte mit Gemüse und Hülsenfrüchten auf den Tisch. Der Speiseplan wird um Gemüse-Aufläufe und Gratins erweitert. Deren Auflaufformen passten bislang nicht in die Warmhalteboxen. Deshalb schafft die Stadt passende Behälter für den Transport an. Einige Eintöpfe sollen künftig nur noch fleischlos zubereitet werden, gebundene Suppen und Soßen glutenfrei. Zudem sollen in Zukunft zehn Prozent der eingesetzten Lebensmittel Bio-Qualität aufweisen.

Als Lieferant für frisches Gemüse und Obst hat die Kochküche die hiesige Gärtnerei Findeisen als neuen Partner ins Boot geholt. Schon zuvor hat sie auf regionale und saisonale Produkte geachtet. Zutaten bezieht das Küchenteam unter anderem vom Obst- und Gemüsegroßhandel Walter Klunker in Radebeul und dem Triebischtaler Frischemarkt. Fleisch und Wurst liefert neuerdings die Fleischerei Korch in Radeberg, seit die Fleischerei Klotsche wegen Insolvenz schließen musste. Brot kommt von der Bäckerei Lehmann in Dresden.

Das Küchenteam bekam noch einmal eine vertiefte Schulung der DGE-Standards. Was unter den Empfehlungen zu einer gesunden Ernährung zu verstehen ist, erläutert Katrin Buttig: „Auf einem 20-tägigen Speiseplan stehen täglich Getreide sowie Salat und Gemüse, davon an acht Tagen in Form von Rohkost, mindestens achtmal Obst, maximal achtmal Fleisch, zweimal Seefisch sowie acht verschiedene Milchprodukte.“ Künftig kommen Vollkornnudeln und Vollkornreis verstärkt zum Einsatz.

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