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Bautzen

Mehr Komfort für Reisende am Bautzener Bahnhof geplant

Künftig wird es ein Servicebüro, Gepäckaufbewahrung und Toiletten geben. In einer Debatte ging’s jetzt ums Geld dafür.

Der Bautzener Bahnhof ist derzeit eine Baustelle. Der Zvon wird im Erdgeschoss eine große Fläche mieten.
Der Bautzener Bahnhof ist derzeit eine Baustelle. Der Zvon wird im Erdgeschoss eine große Fläche mieten. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember möchte der Verkehrsverbund Zvon sein Servicebüro im Bautzener Bahnhof in Betrieb nehmen. Das kündigt Christoph Mehnert, stellvertretender Zvon-Geschäftsführer, an. Demnach werden Reisende dort Informationen bekommen sowie Fahrkarten und Reisebedarfsartikel kaufen können. Es wird einen Wartebereich geben, einen Geldautomaten und öffentliche Toiletten. 

Der Zvon mietet dafür eine größere Fläche im Erdgeschoss des Bahnhofes, wo auch die Krankenkasse Barmer, die Bäckerei Dreißig und die Autovermietung Avis ansässig sein werden. Der Fahrkartenverkauf am Schalter sei zwar rückläufig, da immer mehr Menschen ihre Tickets im Internet buchen, so Mehnert. „Wir halten es aber trotzdem für notwendig.“

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Teure Toilettenreinigung

Eigentlich sei der Zvon ja nur dafür zuständig, dass Züge fahren. Aber man sei – „so lange wir uns das leisten können“ – auch bestrebt, das Umfeld angenehmer zu gestalten. So plane der Zvon außer dem Servicebüro auch mehr Plätze zum Abstellen von Fahrrädern. Die vorhandene Anlage soll erweitert werden, eine weitere soll auf der anderen Seite des Bahnhofes in Richtung Penny-Markt entstehen. Außerdem ist eine Gepäckaufbewahrung, die unabhängig von Öffnungszeiten des Bahnhofsgebäudes zugängig ist, vorgesehen. 

Diese Dinge finanziert der Zvon, bei den Toiletten aber setzt er auf Unterstützung seitens der Stadt. Das sorgte jetzt für eine Diskussion im Finanzausschuss des Stadtrates. Laut Hauptamtsleiter Christoph Kasper hatte sich die Stadt in Vorgesprächen mit dem Zvon bereiterklärt, anteilige Kosten für die Bewirtschaftung der Toiletten zu übernehmen. Nun wurde es konkret: Immerhin 54.000 Euro veranschlagt die Verwaltung dafür im Jahr. „Das Teuerste wird die Reinigung sein“, so Kasper. 

Widerspruch bei den Stadträten

Das stieß bei einigen Stadträten auf Widerspruch: Andreas Rentsch (CDU) kritisierte die seiner Ansicht nach mit 52 Quadratmetern Fläche zu großzügige Größe des Toilettenbereichs, und Dirk Lübke (CDU) fragte, warum sich die Deutsche Bahn und das Landratsamt nicht an den Kosten beteiligen.

Die Bahn habe das Bahnhofsgebäude verkauft und stehe damit nicht mehr in der Verantwortung, erläuterte Christoph Mehnert. Und für den Landkreis gebe es keine Veranlassung, eine öffentliche Toilette zu betreiben. Schließlich werde es für Mitarbeiter und Besucher der Kreisverwaltung, die Büros auf den oberen Etagen des Bahnhofgebäudes belegen wird, extra Toiletten geben.

Karl-Heinz Lehmann (Bürgerbündnis Bautzen) regte an, über eine Verpachtung der öffentlichen Toilette nachzudenken. Mit Blick auf Einnahmen von den Nutzern denke man laut Mehnert an eine Kasse des Vertrauens. Details zur Bewirtschaftung – so ist eine Öffnungszeit von 6 bis 20 Uhr in der Woche und 8 bis 18 Uhr am Wochenende angedacht – sollen noch verhandelt werden. Letztlich gab es grünes Licht für die finanzielle Beteiligung der Stadt.