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Mehr Leben und mehr Grün auf dem Markt

Die Gemeinde Lohsa prüft Möglichkeiten der Förderung durch den Freistaat Sachsen.

Im Alltag heute dient er vor allem als Parkplatz. Der Lohsaer Marktplatz soll wieder mehr belebt und mit mehr Grün aufgewertet werden. Dazu prüft die Gemeinde jetzt verschiedene Fördermöglichkeiten.
Im Alltag heute dient er vor allem als Parkplatz. Der Lohsaer Marktplatz soll wieder mehr belebt und mit mehr Grün aufgewertet werden. Dazu prüft die Gemeinde jetzt verschiedene Fördermöglichkeiten. © Foto: Andreas Kirschke

Lohsa. Der Lohsaer Marktplatz soll wieder mehr belebt und mit mehr Grün aufgewertet werden. Dazu prüft die Gemeinde verschiedene Fördermöglichkeiten. Das sagte Bürgermeister Thomas Leberecht (CDU) Donnerstag in der Bürgersprechstunde im Zejler-Smoler-Haus.

„Wir prüfen, ob eine Antrag-Stellung über den sogenannten Sächsischen Mitmach-Fonds für die von der Braunkohle betroffenen Gebiete Mitteldeutschlands und der Lausitz möglich ist“, erwiderte er auf Nachfrage von Einwohner Reinhardt Schneider. Den besagten Fonds richtet der Freistaat zur Förderung des Strukturwandels ein. Insgesamt 6,4 Millionen Euro stehen bereit. Der Mitmach-Fonds „Lausitzer Revier“ umfasst je 1,5 Millionen Euro für die Jahre 2019 und 2020. Der Mitmach-Fonds „Mitteldeutsches Revier“ umfasst ebenfalls je 1,5 Millionen Euro für die Jahre 2019 und 2020. Hinzu kommt ein Budget von je 200 000 Euro für 2019 und 2020 für Initiativen der sorbischen Volksgruppe.

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Ideen sind gefragt

„Wir brauchen neben Investitionen in Infrastruktur und der Schaffung von Arbeitsplätzen von Anfang an den Mut und die Bereitschaft der Menschen vor Ort, den Wandel aktiv mitzugestalten“, erklärte Oliver Schenk, Leiter der Sächsischen Staatskanzlei am 12. Februar in Dresden. „Die Bürger, Vereine und Institutionen vor Ort wissen am besten, was die Regionen brauchen und wie die Mittel wirksam eingesetzt werden können. Deshalb starten wir einen Ideenwettbewerb und freuen uns auf viele inter-essante Projekte und Vorschläge, die die Region voranbringen.“

In den genannten beiden Kohle-Regionen startet der Wettbewerb in drei Kategorien. Der „ReWIR-Preis“ würdigt zivilgesellschaftliches Engagement, der „Zukunft MINT-Preis“ dient zur Förderung der Energieregion, der „Mobilitätspreis“ soll neue Konzepte der Mobilität unterstützen. „Der Zeitplan für die Antragsstellung ist knapp“, so Thomas Leberecht. „Der Wettbewerbs-Aufruf soll am 15. März erfolgen. Die Bewerbungsfrist endet am 15. April. Die Preisträger werden im Mai bekanntgegeben.“

Zur Gestaltung des Lohsaer Marktplatzes gehört künftig unbedingt ein Grün-Konzept. Verbessert werden sollen zudem die Gehwege. Rund um die Linde auf dem Marktplatz könnte eine Sitzgruppe entstehen. Erhalten und saniert werden sollen langfristig das Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges und die Mauer des alten Friedhofes an der Straße gegenüber der Kirche. Verblichen und nicht mehr lesbar ist das zweisprachige Straßenschild „Am Marktplatz“. Es sollte dringend erneu-ert werden.

Der Marktplatz hatte früher sandigen Untergrund. Mehrere Apfelbäume standen dort. Noch vor 1949 fand auf dem Platz sogar das Maibaumstellen und Maibaumwerfen statt. In den 1970er-Jahren wurde der Marktplatz asphaltiert. Heute dient der Bereich vorwiegend als Parkplatz. In den vergangenen Jahren lud der Lohsaer Männerchor auf dem Marktplatz regelmäßig zum „Singen unter der Dorflinde“ ein. Es findet dieses Jahr am 1. Juni von 15 bis 18 Uhr im Lohsaer Park statt. Tradition auf dem Marktplatz hat der Lohsaer Weihnachtsmarkt. Er findet jährlich am Sonnabend vor dem dritten Advent hier statt.

Zweisprachigkeit sichtbar machen

Thomas Leberecht fasst die Bedeutung des Projektes so zusammen: „Es zeigt sich mit den jährlich stattfindenden Veranstaltungen, dass der Markt einen hohen Stellenwert hat und somit richtigerweise zum Zentrum von Lohsa gehört. Ein Zentrum ist wiederum auch ein Aushängeschild für den Ort und soll Bürger wie auch Besucher anlocken. Hierbei möchte ich mich nicht nur auf die Grüngestaltung beschränken, sondern aufgrund des Bezugs zum Zejler-Smoler-Haus die Brücke zur sorbischen Kultur schaffen.“

Traditionelles Vereinsleben, Heimatpflege und sorbisches Kulturgut treffen hier aufeinander und sind in Einklang zu bringen. Leberecht möchte bei diesem Vorhaben versuchen, der sorbischen Kultur einen gleichberechtigten Platz innerhalb der Kommune zu geben: „Mein Ziel ist es, die sorbische Sprache zu fördern. Dies schaffen wir nur, wenn wir die Zweisprachigkeit als geistig-kulturellen Reichtum sichtbar und bewusst machen. Letztendlich ist die Förderung der sorbischen Sprache und der sorbischen Kultur eine ganz besondere Verantwortung, zugleich jedoch auch eine große Aufgabe aller.“