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Innere Weberstraße soll attraktiver werden

Die Stadt Zittau will das Quartier mit einer städtebaulichen Studie untersuchen. Die Pilotmaßnahme ist Teil eines weitergehenden Projektes.

Die Stadt Zittau will, dass sich die Händler und Gastronomen in der Inneren Weberstraße besser präsentieren können.
Die Stadt Zittau will, dass sich die Händler und Gastronomen in der Inneren Weberstraße besser präsentieren können. © Matthias Weber

Die Innere Weberstraße und die benachbarte Brunnenstraße in Zittau sind derzeit nicht unbedingt einladend. In diesem Quartier gibt es aus Sicht der Stadt Zittau ruinöse Eckgebäude, verwahrloste Grundstücks- und Freiflächen, "in die Jahre gekommene" Spielplätze und Parkanlagen, unattraktive Straßenräume sowie einen ungeordneten ruhenden Verkehr. Der Handlungsbedarf ist groß. Mit einer städtebaulichen Studie soll die mögliche Gestaltung des öffentlichen und privaten Raums in den beiden Straßen untersucht werden. Dabei sollen auch die Denkmalpflege und die demographische Entwicklung berücksichtigt werden. Ziel ist es, die Attraktivität der Inneren Weberstraße und der Brunnenstraße zu steigern. Von der höheren Aufenthaltsqualität sollen auch der Handel und die Dienstleistungsbranche profitieren. Für die Händler und Gastronomen soll es möglich sein, sich besser im öffentlichen Raum zu präsentieren. Die Zittauer Stadtentwicklungsgesellschaft wird die Studie im Auftrag der Stadt erarbeiten. 

Die Zittauer Pilotmaßnahme ist Teil eines größeren deutsch-polnischen Projektes, das aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung mit rund 877.000 Euro gefördert wird. Das Projekt trägt den Titel "Revival!" und soll zur Revitalisierung historischer Städte in Niederschlesien und Sachsen beitragen. Ziel ist es auch, das Kulturerbe der beteiligten Städte zu erhalten und zu entwickeln. Partner des Projektes, das bis Ende September 2020 laufen wird, sind neben Zittau auch die sächsischen Städte Reichenbach, Bautzen und Görlitz sowie sechs polnische Städte. Außerdem sind drei wissenschaftliche Partner dabei: das Leibniz Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR), das Internationale Hochschulinstitut (IHI) Zittau sowie das Institut für Territoriale Entwicklung der Wojewodschaft Niederschlesien in Wrocław. Die beteiligten Städte weisen in der historischen Entwicklung, ihrer Struktur, der demographischen Entwicklung, der touristischen Leistungsfähigkeit, aber auch in der wirtschaftlichen Schwäche ähnliche Potenziale und Herausforderungen auf, erklärt Eva Battis-Schinker, Mitarbeiterin am IÖR. "Ein koordinierter Erfahrungsaustausch sowie gemeinsame Aktivitäten leisten einen Beitrag, diese Herausforderungen gemeinsam besser zu bewältigen und Potenziale zu nutzen", fügt sie ergänzend hinzu.

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Die Städte führen im Rahmen des Projektes eigene Pilotmaßnahmen aus, die dem Erhalt, der Entwicklung und der besseren Zugänglichkeit des Kulturerbes der historischen Innenstädte dienen, es ins Bewusstsein der Bevölkerung bringen und attraktiv für Touristen machen sollen. Die Maßnahmen in den Partnerstädten reichen von Baumaßnahmen wie in der Stadt Zittau, die für das kommende Jahr die Sanierung der Inneren Weberstraße plant, bis hin zu künstlerischen Installationen. In Görlitz werden beispielsweise Schaufenster leerstehender Läden zum Thema "Görliwood" gestaltet. Am Ende des Projektes soll es in allen zehn Partnerstädten einen Aktionstag "Lebendige Innenstadt" geben, bei dem sie ihre Ergebnisse präsentieren können, kündigt Frau Battis-Schinker an. Diese Aktionstage werden sich über einen Zeitraum von sechs Monaten verteilen. In jeder Stadt findet ein Aktionstag als eintägige Veranstaltung mit einem Markt und kulturellem Angebot statt. Die Ausgestaltung der einzelnen Aktionstage obliegt den Städten - in Zittau wird diese Aufgabe ebenfalls die Stadtentwicklungsgesellschaft übernehmen.

Die wissenschaftlichen Partner werden weitere Aktivitäten auf die Beine stellen. So ist eine gemeinsame, zweisprachige Wanderausstellung geplant, die das Potenzial und die Erfolge der Revitalisierung der Innenstädte zeigen soll. Zu diesen Aktivitäten gehört auch ein Geocaching-Spiel, das die Einwohner und Touristen zu Erkundungstouren über das kulturelle Erbe ermuntern soll. Die einzelnen Städte tragen dazu eigene Spieletappen bei. Darüber hinaus werden im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie Strategien entwickelt, wie die Lebensqualität gestärkt werden kann. "Sie soll als Grundlage für eine Stadt- und Regionalpolitik mit größerer Aufmerksamkeit auf starke Innenstädte und für den Erhalt des kulturellen Erbes dienen", erklärt Frau Battis-Schinker. Und eine studentische Herbstschule mit deutschen und polnischen Studierenden soll neue und kreative Ideen in die Region bringen.

Mit den Aktivitäten und Pilotmaßnahmen wollen die Projektpartner zukünftige politische Entscheidungen unterstützen. In Zittau gelingt das bereits: Die Stadt will dieses Jahr die Innere Weberstraße sanieren und in diesem Zuge auch den ruhenden Verkehr neu ordnen.

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