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Mehr Lehrgeld ist ein guter Anfang

Die Pflege-Ausbildung in Sachsens soll zukünftig besser bezahlt werden. Das wird aber nicht reichen, genügend Pfleger in die Heime zu bringen. Ein Kommentar.

Von Georg Moeritz
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SZ-Redakteur Georg Moeritz
SZ-Redakteur Georg Moeritz © dpa/Montage: SZ-Bildstelle

Müssen Pfleger in sächsischen Altenheimen und Krankenhäusern wirklich dieselbe Ausbildung bekommen? Darüber ist lange diskutiert worden, und nun haben Fachleute es erst einmal festgelegt. Von diesem Jahr an gibt es den einheitlichen Berufsabschluss Pflegefachfrau und -mann als Ausbildungsziel. Das wird hoffentlich dazu führen, dass die Bezahlung in Pflegeheimen besser wird – denn sonst werben die Krankenhäuser ihnen die Fachkräfte ab. Der Wettbewerb um ausgebildetes Personal wird härter.

Mit dem neuen Pflegeberufegesetz ist auch ein Sächsischer Ausbildungsfonds für Pflegeberufe eingerichtet worden, der den Lehrlingen steigende Einnahmen sichert. Endlich werden die knappen Pflegekräfte von der altmodischen Last befreit, sogar noch Schulgeld zu bezahlen. Der Beruf wird etwas attraktiver.

Die neuen Ausbildungsregeln werden aber nicht reichen, genügend Pfleger in die Heime zu bringen. Arbeitsmarktforscher haben ausgerechnet, dass Sachsen in zehn Jahren mehr als 21.000 zusätzliche Pflegekräfte braucht, um den Bedarf zu decken. Die Anwerbung aus Mexiko und Brasilien hat schon begonnen. Die Arbeitsagenturen versichern, dass sie sich auf Staaten konzentrieren, in denen es genügend Fachkräfte gibt, sodass nicht dort Versorgungslücken entstehen. Die Arbeitgeber müssen zusätzlich dafür sorgen, die vorhandenen Fachkräfte sinnvoll einzusetzen. Jede zweite Teilzeitkraft in der Pflege würde gerne länger arbeiten; das muss sich organisieren lassen.

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