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Mehr Löschwasser in Ortsteilen

Neue Pumpen, unterirdische Tanks – um die Sicherheit im Brandfall zu gewährleisten, sind einige Investitionen geplant.

Von Jan Lange

Wenn es in Schlegel brennt, muss sich Harry Fleig, der Chef der örtlichen Feuerwehr, keine Sorgen machen. Die Löschwasserversorgung im Ort ist gut. Zwar führt der Kemlitzbach, welcher durch den Ortsteil fließt, auch nicht mehr so viel Wasser wie früher, aber die Feuerwehr kann noch auf drei größere Teiche zurückgreifen. Der kleinste von ihnen befindet sich unweit der Kirche, im Oberdorf gibt es den Hofeteich und einige Hundert Meter davon entfernt den Vogelteich. Letzterer wurde im vergangenen Jahr erst entschlammt und damit die Möglichkeit zur Wasserentnahme verbessert. Das lobt sogar Zittaus höchster Feuerwehrchef, Lothar Reichbodt. Schlegels Ortsbürgermeister Frank Sieber (CDU) habe nach seinen Worten ausgezeichnete Arbeit geleistet, indem er sich dafür stark machte, dass der Vogelteich in Ordnung gebracht wird.

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„Wir haben im Schlegler Depot auch einen Schlauchwagen mit einem 3 000 Meter langen Schlauch stationiert“, weist Reichbodt hin. Damit kann im Grunde von jedem Brandort eine Leitung bis zur nächstgelegenen Wasserstelle gelegt werden.

Von derart guten Bedingungen können die Nachbarwehren nur träumen. In Wittgendorf, so erklärt Zittaus Feuerwehrchef, gebe es durchaus Staustellen im Dorfbach. Doch aufgrund der geringen Wassermenge müsste der Bach im Frühjahr angestaut werden, damit im Brandfall genügend Löschwasser vorhanden ist. Immerhin gibt es mit dem ehemaligen Freibad eine Stelle, aus der ausreichend Wasser geschöpft werden kann. „Wenn es allerdings im Oberdorf auf der Romerei brennt, ist es ein Gewaltakt, das Löschwasser vom Bad, welches in der Mitte des Ortes liegt, dorthin zu bringen“, so Reichbodt. In den vorhandenen Hydranten stehe gleichzeitig nicht genügend Wasser zur Verfügung.

Aus diesem Grund wird die Stadt nun handeln. Geplant ist, in der Pumpstation in der Nähe der Wittgendorfer Kirche neue Pumpen einzubauen, die eine höhere Wassermenge bringen, kündigt Reichbodt an. Kurz vor Weihnachten seien die Pumpen geliefert worden. Sobald es etwas wärmer ist, sollen sie eingebaut werden, erklärt Zittaus Feuerwehrchef. Mit den neuen Pumpen werde sich einiges an der Löschwasserversorgung in Wittgendorf verbessern, lautet das Resümee von Reichbodt.

Noch mehr Gedanken macht sich der 62-Jährige über den Ortsteil Dittelsdorf. Dort gebe es nach seinen Worten die meisten Probleme. Das Löschwasser, das früher aus den Wassereinzugsgebieten oberhalb des Ortes in Richtung Schlegel kam, reicht nicht mehr aus. Besonders deutlich wurde es nach den Schlammfluten, die sich vor einigen Jahren durch Dittelsdorf ergossen. Als die Feuerwehrkameraden den Dreck von der Straße waschen wollten, sei das Wasser aus den vorhandenen Behältern in kurzer Zeit aufgebraucht gewesen, berichtet Reichbodt. Dadurch seien auch die kommunalen Politiker munter geworden. „Wir können aber nicht von heute auf morgen alles verbessern, was 25 Jahre verpasst wurde“, meint der städtische Feuerwehrchef. Die Schuldigen sieht er in der Verwaltung der seinerzeit noch eigenständigen Gemeinde. Hier habe sich keiner so richtig einen Kopf darüber gemacht, wie es um die Löschwasserversorgung steht. Nach der Eingemeindung 2007 zu Zittau habe die Stadtfeuerwehr stichpunktartig die Hydranten kontrolliert. Dabei seien die enormen Probleme zutage getreten, erklärt Reichbodt. Meistens hätten die Dorfbäche als Entnahmestellen gedient. Aber in den kleinen Flüssen sei nach seinen Worten kaum noch Wasser drin. Für eine ordentliche Löschwasserversorgung seien sie deshalb nicht mehr geeignet. In Dittelsdorf wird die Stadt Zittau deshalb ebenfalls reagieren. Auf dem Schlegler Feld, berichtet Reichbodt, wurden vorhandene Behälter wieder so aktiviert, dass eine Wassermenge von gut 200 Kubikmetern zur Verfügung steht. Reichbodt bezeichnet dies als tüchtigen Fortschritt. Aber es ist noch nicht alles: Die Stadt will darüber hinaus das alte Gemeindeamt abreißen und an der Stelle zwei Wasserbehälter unterirdisch einbauen. Durch sie stehen bis zu 200 Kubikmeter Wasser bereit, die ausschließlich zur Bekämpfung von Bränden eingesetzt werden. Das sei laut Reichbodt ausreichend für die Erstlöschung. Noch dieses Jahr soll mit dem Bau begonnen werden, voraussichtlich dauern die Arbeiten zwei Jahre, werden also frühestens im kommenden Jahr abgeschlossen sein. Bis die Verbesserungen umgesetzt sind, brauchen die Dittelsdorfer aber keine Angst haben, dass die Sicherheit im Brandfall nicht gewährleistet sei, betont Lothar Reichbodt.