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Mehr Pflegeplätze im Altenzentrum

In Graupa hat die Diakonie Wohnungen zu Altersdomizilen umgebaut und ihre Kapazitäten für Kurzzeitpflege erhöht.

Von Marcus Herrmann

Der Bedarf an Plätzen für altersschwache, kranke und demente Menschen nimmt zu. Bis 2050, sagt Thomas Emmrich, Geschäftsführer der Diakonie Pirna, ist damit zu rechnen, dass 5 000 Betten allein in der Region Sächsische Schweiz gebraucht werden. Das sind 1 500 Betten mehr als heute. „Hier muss in Zukunft auch der Staat reagieren und Ideen entwickeln, die drängendsten Probleme zu lösen. Denn es wird, wenn sich nichts ändert, zunehmend an qualifiziertem Personal mangeln, das sich um alte Menschen kümmert“, sagt der 49-Jährige.

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Deshalb müsse vor allem die Ausbildung für Pflegeberufe attraktiver werden. Als zweites Problem nennt Emmrich die steigenden Kosten, welche sich im Zuge des demografischen Wandels immer stärker bemerkbar machen. „Mehr Bedarf an Plätzen bedeutet auch mehr Personal, mehr Energie- und Betriebskosten und mehr benötigte Unterkünfte. Alles verursacht Kosten, die nicht endlos auf die Angehörigen abgewälzt werden dürfen.“

Für Vereine wie die Diakonie, die sich wesentlich über Eigenmittel und Spenden finanzieren, ist stetige Vergrößerung ohnehin nicht selbstverständlich. Dennoch ist es gelungen, im Altenzentrum Graupa acht neue Plätze für die Kurzzeitpflege zu den schon vorhandenen zwölf zu schaffen.

Neuer Wohnraum auf zwei Etagen

Insgesamt hat die Maßnahme, auf dem Gelände an der Kastanienallee altersgerechte Ein- und Zweiraumwohnungen zu bauen, 160 000 Euro gekostet. Knapp 60 000 Euro wurden von der Deutschen Fernsehlotterie gespendet. Durch die enge Zusammenarbeit mit städtischen Wohnungsgenossenschaften möchte die Diakonie auch in Zukunft Wege finden, aus Miet- oder Eigentumswohnungen pflegegerechte Unterbringungen zu errichten. „Das geht nicht überall“, erklärt Emmrich. „Demente Menschen etwa brauchen viel Raum in Form von Gärten oder anderen sicheren Bewegungsmöglichkeiten.“ Anders sei eine würdevolle Pflege unmöglich. Dem Alterszentrum stehen derzeit knapp einhundert Betten – 77 im Komplex für die dauerhafte und 20 für die Kurzzeitpflege – auf 5 000 Quadratmetern zur Verfügung. „16 der 20 neuen Betten sind belegt“, sagt Heimleiterin Maja Weigoldt.

Die 60-jährige Dresdnerin arbeitet seit 17 Jahren bei der Diakonie in Pirna und ist froh über den Wohnkomplex, der sich über zwei Etagen erstreckt. „Es ist toll, dass wir mehr alten Leuten neben abwechslungsreicher Betätigung und guter Verpflegung neue Wohnungen bieten können“, sagt Weigoldt. Bis zu acht Wochen könnten Bedürftige in der Kurzzeitpflege unterkommen. „Das Angebot wird häufig von Angehörigen genutzt, die Urlaub machen wollen und sich in dieser Zeit nicht um die zu Pflegenden kümmern können.“ Aber auch Ehepaare kämen vermehrt auf die Idee, zusammen hier zu leben.

Die neuen Wohnungen mussten vor der Übergabe an die Diakonie aufwendig umgebaut werden. Das hat circa drei Monate gedauert. „In der Zeit mussten brandschutzgerechte neue Türen und Fenster eingebaut und Vorhänge angebracht werden. Außerdem wurde jede Wohnung mit neuer Schwesternrufanlage ausgestattet“, erklärt Maja Weigoldt. Den Bewohnern scheint es hier gut zu gefallen. Die 89-jährige Leonore Bischoff schwärmt geradezu von den Bedingungen.

„Ich bin sehr zufrieden, kann hier auf dem Balkon sitzen und die Sonne genießen. Auch die Umgebung ist schön, vom guten Essen und der Betreuung ganz zu schweigen.“ Diese Betreuung hat ihren Preis. Je nach Pflegestufe werden für einen Platz in der Kurzzeitpflege pro Monat zwischen 950 und 2 220 Euro fällig. „Da wir im Bereich Pflege marktführend sind, sind wir nicht die billigste Adresse. Aber die Beste“, sagt Weigoldt. Gleichwohl hofft sie, dass die Pflege hilfebedürftiger Menschen in Zukunft nicht noch teurer wird. „Sonst gibt es bald eine Zweiklassengesellschaft. Und das kann in niemandes Interesse liegen.“